ARCHIV

Ende 2023

  

 

AU REVOIR – BIS BALD!

Das schönste Jahr im langen Leben unseres Schlachthof-Munis ist Geschichte... Nach über einem Jahr auf seinem Posten am Eingang seiner Schlachthofausstellung «Fleisch für Biel» hat sich unser Muni wieder aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. In einem Brief hat er zum (vorlälufigen) Abschieddie letzten Monate noch einmal Revue passieren lassen:

 

 

November 2023

  

SCHLACHTHOF – WIE WEITER?

Der Schlachthof Sommer 2023 ist endgültig vorbei... 

Während die Herbststürme über das Areal fegen, fragen wir uns: Wie geht es weiter mit der Transformation des ehemaligen Bieler Schlachthofs zu einem Kultur- und Begegnungszentrum?

Nach dem bunten Schlachthofsommer 2023 heisst es jetzt, Bilanz ziehen und mit frischem Elan vorwärts schauen. 

am Montag, 27. November – 19 bis 22 Uhr

lädt der Verein IG Schlachthof Kulturzentrum

zu einer offenen Versammlung ins Haus pour Bienne.

Gemeinsam wollen wir den Faden weiterspinnen, vorwärts schauen und wo möglich Nägel mit Köpfen machen.

Die Traktandenliste:

    •   Der Schlachthof Sommer 2023 ist Geschichte: Ein kurzer Rückblick und was wir daraus für die Zukunft mitnehmen...
    •   Räume auf dem Schlachthof sind gesucht - was kann die IG bieten? 
    •   Nutzerinnen und Nutzer übernehmen das Schlachthofareal! – Die IG Schlachthof Kulturzentrum stellt einen konkreten Vorschlag zur Debatte. 
    •   Schlachthof Sommer 2024: Dein Anlass, dein Engagement – gemeinsam sammeln wir Ideen und planen den nächsten Schlachthofsommer
    •   Diverses 
    •   Apéro

Alle sind herzlich willkommen! Wir freuen uns auf euch...

 

Oktober 2023

  

 

MAGIE AUX ABATTOIRS

Am letzten Samstag, 7. Oktober gab es zum Ausklang des Schlachthof Sommers 2023 noch einmal ein rauschendes Fest mit künstlerischen und kulinarischen Höhepunkten.

Am späten Nachmittag lockten verführerische Klänge in den Innenhof, wo Cris ein bunt gemischtes Publikum begrüssen konnte.

Und schon trat aus dem Raum 1 eine prachtvoll gekleidete fröhliche Dame mit einem geheimnisvollen Koffer: Mirjam vom Teatro Tatarira zog mit ihrer Puppenschar nicht nur die Jüngsten im Publikum in ihren Bann. Die poetischen Figuren und ihre Interaktionen sorgten für einen wundervollen, stimmungsvollen Auftakt in den Abend.

Bald schon lockten verführerische Düfte an die Foodstände: Es gab Sancocho – eine kolumbianische, köstlich mundende Spezialität - und natürlich Crêpes von der Rolleteria. An der Bar brillierte - nebst Bier und Wein – vor allem der türkis-grüne Special Drink, gemixt aus Travellers Gin, Tonic und weiteren Zutaten...  Philipp Läng sorgte mit seinem Klängbus für einen weiteren Höhepunkt, der nur schwer mit Worten zu beschreiben ist: Die Klänge und die kreative bunte Vielfalt seiner Instrumente, die alle Sinne entführen, muss man einfach erlebt haben... Das Gleiche gilt für die Band Malalatet: Soviel gleich vorneweg: Kopfweh macht ihre Musik nicht! Im Gegenteil: Was die sechs Bieler Musiker in die Nacht zauberten, liess die sinkenden Aussentemperaturen glatt vergessen und lockte das Publikum zum tanzen und verweilen...

 

DANKE ALLEN AKTEURINNEN UND AKTEUREN

ihr habt die Hersbtfête möglich gemacht

ES WAR WUNDERBAR

 

 

Oktober 2023

  

LETZTE CHANCE

 

Ausstellung verlängert 

bis am 5. November 2023

 

DER SCHLACHTHOF IM MUSEUM 

     


 

 

September 2023

  

 

KLÄNGE, KULINARIK UND BEWEGTE BILDER

Der Spätsommer bringt noch einemal eine bunte Palette von Höhepunkten auf den Schlachthof: Das neu lancierte Amateurfilmfestival CinéBienne, offenes Singen und Reggae mit BBQ ...

Nachdem das Reggae Bar-B-Q Ende August wegen Regenwetter abgesagt werden musste, hat es beim zweiten Anlauf wunderbar geklappt.... Die Klänge sind mittlerweile verklungen, der Duft hat sich verzogen - was bleibt sind bunte Bilder, Erinnerungen und die Vorfreude auf hoffentlich ein nächstes Mal...

 

Am 26. September heisst es dann um 18 Uhr noch einmal: JE CHANTE - YOU SING – WIR SINGEN im Schlachthof-Innenhof.

Chorleiterin Jacqueline und ihre Mitsänger:innen vom Haus pour Bienne proben unter freiem Himmel. Alle sind eingeladen, ins offene Singen auf dem Schlachthof einzustimmen! Die Proben finden zwischen 18 und 19 Uhr statt – eine klingende Bereicherung des Schlachthofbesuchs für die Nutzer:innen des TerreVision-Gemüseabos...

 

CinéBienne

Mit viel Vorfreude und Spannung fiebern wir zudem einem weiteren Höhepunkt entgegen, der nächste Woche – vom 20. bis 23. September den Schlachthof in ein Openair Kino verwandelt: 

Mit dem neuen Festival «CinéBienne» bringen die IG Schlachthof Kulturzentrum, die Berner Kinemathek Lichtspiel und der Verein mémreg Werke von über hundert Jahren Amateurfilmschaffen auf die grosse Leinwand. Darunter zahlreiche Trouvaillen, die bisher auf Estrichen und in Regalen schlummerten...

An vier Tagen gibt es Veranstaltungen, Diskussionen und vor allem viele bewegte Bilder, eingefangen von passionierten Filmerinnen und Filmern aus unserer Region. Sie erzählen Geschichte und Geschichten – das Themenspektrum ist schier endlos. Es reicht von der Seegfrörni in den 1920er Jahren über immer wieder kehrende Ereignisse wie Braderie oder Fasnacht bis zu Schiffstaufen, dem Elend in Arbeiterbaracken, freudigen Familienfesten und kreativen Protest- und anderen Veranstaltungen. Und wer in seinem Familienarchiv noch unbekannte Perlen beherbergt, ist herzlich eingeladen, diese mitzubringen.

Es gibt viele faszinierende Raritäten zu entdecken geben – für das kulinarische Wohl sorgen die bewährte Schlachthof-Bar sowie Darias Rolleteria und die Feuerküche. Am Samstag ab 17 Uhr gibt es zudem ein musikalisches Rahmenprogramm mit der One-Man-Band Johnny Mancini...

Jeder Abend ist einem anderen Motto gewidmet. - 
Die Vorführungen finden nur bei trockenem Wetter statt. Bei unsicherer Witterung am Tag jeweils ab 15 Uhr Info auf der Schlachthof-Filmwebsite.

Der Überblick über das Programm:

 

Mittwoch, 20. September 2023  

Die Kehrseite der Medaille – Hommage für Alvaro Bizzarri

19.00 Uhr Türöffnung – 19.30 Uhr Einführung – 20.30 Open-Air-Kino 

Der erste Abend des Mini-Festivals ist dem Bieler Arbeiter und Filmer Alvaro Bizzarri gewidmet. Er kam in den 1950er Jahren als Arbeitsmigrant aus Italien nach Biel, wo er über 40 Jahre lang lebte und arbeitete. Mit seiner Kamera hat er die Situation der Arbeitsmigrantinnen und -migranten dokumentiert. Seine eindrücklichen Filme zeigen aufwühlende Geschichten in wohlbekannter Umgebung, die jedoch für die meisten Menschen in Biel im Verborgenen blieben. – Wir zeigen im Open-Air-Kino seine Doku «Il rovescio della medaglia» aus dem Jahr 1973, von dem grosse Teile in den noch bestehenden Holzbaracken auf dem Bührer-Areal gedreht worden sind.

Die Einführung zu diesem Filmabend machen Dr. Florian Eitel, Historiker und Kurator im Neuen Museum Biel NMB, wo er die Sonderausstellung «Saisonniers» kuratiert hatte und Morena La Barba, Soziologin an der Universität Genf und Biografin von Alvaro Bizzarri. 

 

Donnerstag, 21. September 2023

Bewegte Geschichte(n)

17.30 Uhr Türöffnung – 18.30 Uhr Diskussion – 20.30 Open-Air-Kino 

Die Stadt erwacht, eine Politesse besteigt ihr Podest, üppig geschmückte Wagen am Braderieumzug, der Abriss einer Siedlung, eine Seeuferbesetzung – Filmausschnitte aus der Geschichte der Stadt Biel. Ereignisse, welche die Identität der Menschen, die in dieser Region leben, prägen. Der zweite Abend steht unter dem Motto «Bewegte Geschichte(n)». Der Filmblock zeigt ein Potpurry mit «Best-of-Amateurfilmen» aus der Region.

Die Filme nehmen das Publikum mit auf eine unterhaltsame und inspirierende Zeitreise für Gross und Klein. – Vor dem Filmblock diskutieren Felix Rauh, Verantwortlicher Bereich Film bei Memoriav, Florian Eitel vom NMB sowie Brigitte Paulowitz, audiovisuelle Konservatorin und Restauratorin unter der Leitung von Gabriela Neuhaus (Journalistin und Filmemacherin) über das Thema «Amateurfilme als historische Quelle – was tragen private Aufnahmen zum Geschichtsbild bei?»

 

Freitag, 22. September 2023

Drei Filmer vom Bielersee

17.30 Uhr Türöffnung – 18.30 Uhr Diskussion – 20.30 Open-Air-Kino 

Am dritten Abend haben drei ungewöhnliche Bieler Filmer ihren grossen Auftritt: der Lokführer Albert Schindler (1868-1939), der Bildhauer Ernst Willi (1900-1980) und der Schildermaler und Filmsammler William Piasio (1926-2004). Der Bieler Sammler und Filmkenner Peter Fasnacht hat viele dieser Filme gerettet und der Nachwelt erhalten. Ernst Willi und William Piasio hat er auch noch persönlich gekannt und weiss zahlreiche Anekdoten rund um die Entstehungsgeschichte ihrer Filme zu erzählen.

 

Samstag, 23. September 2023

Home Movie Day

14.00 Uhr Türöffnung – 14.00-18.00 Visionierung und Beratung – 20.30 Open-Air-Kino 

Ganz nach der Philosophie der IG Schlachthof Kulturzentrum können in diesen Tagen aber nicht nur Filme konsumiert werden – die Besucher:innen sind herzlich eingeladen, sich und ihre Filme auch aktiv einzubringen. Im Rahmen des Home Movie Day lädt das Team vom Berner Lichtspiel / Kinemathek das Publikum dazu ein, Filme aus dem eigenen Familienarchiv mitzubringen.

Im Raum 1 besteht am Samstagnachmittag die Möglichkeit, 16mm-, 9,5mm-, 8mm- sowie Super-8-Filme zu visionieren. Fachpersonen vom Lichtspiel helfen bei der Begutachtung des Materials und geben Ratschläge zur Konservierung und Digitalisierung alter Filme. Gleichzeitig werden die fürs Publikum attraktivsten Filme für die Abendvorstellung ausgewählt. Die Open-Air Filmprojektion bietet allen Interessierten DIE Gelegenheit, eigene Filme auf der grossen Leinwand zu sehen – dazu gibt es am Abschlussabend weitere Perlen aus dem Archiv von Peter Fasnacht und der Kinemathek Lichtspiel zu sehen.

 

WEITERE INFOS

 

Die IG Schlachthof Kulturzentrum dankt MEMORIAV für die Unterstützung von CinéBienne!

  

CINÉBIENNE

Gelungene Première – nächstes Jahr wieder!

Das erste Amateurfilmfestival auf dem Bieler Schlachthofareal ist Geschichte. Vier Tage lang fesselten Filme aus der der Region Biel und darüber hinaus das Publikum. Dazu gab es angeregte Diskussionen und ein vielfältiges Rahmenprogramm. Wetterbedingt musste CinéBienne zweimal in den Raum 1 verlegt werden. Das war zwar schade, weil die grosse Leinwand im Innenhof ein einmaliges Filmerlebnis garantierte. Doch auch die Projektionen im Raum 1, der insbesondere am Donnerstag bis auf den letzten Platz besetzt war, hatten viel Charme und konnten der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Kurzum: Der Start von CinéBienne ist rundum geglückt – wir freuen uns auf eine weitere Folge im nächsten Jahr!

Hier eine kurze Zusammenfassung der Höhepunkte:

Mittwoch, 20. September

Der Start von CinéBienne stand am Mittwoch, 20. September unter einem guten Stern: Der lauschige Spätsommerabend lieferte den perfekten Rahmen für die Veranstaltung. Der erste Filmabend war dem italienischen Filmer Alvaro Bizzarri gewidmet. Der raue Charme des Schlachthof-Innenhofs bot dazu die passende Kulisse.

Als Einstieg schilderte Morena La Barba, die Biographin und Nachlassverwalterin des Filmemachers, die extra von Lausanne angereist war, in eindrücklichen Worten, wie Alvaro Bizzarri, der in den 1960er Jahren als Fremdarbeiter mit seinen Eltern nach Biel gekommen war, zum Film fand. Mit der Kamera in der Hand entlarvte er die Missstände in der Schweiz, wo die Saisonniers in den 1970er Jahren unter schlimmen Bedingungen leben und arbeiten mussten. Florian Eitel, Historiker und Kurator der Ausstellung «Saisonniers» im Neuen Museum Biel, ergänzte Morenas Erzählungen und wies dabei unter anderem darauf hin, dass die ausländerfeindliche Schwarzenbachinitiative 1970 in Biel angenommen wurde. Gesamtschweizerisch wurde diese ja bekanntlich - und zum Glück! - abgelehnt... 

Der fesselnde und aufwühlende Film «Il rovescio della medaglia» (Die Kehrseite der Medaille) hat dann niemanden unberührt gelassen. Über 70 Personen haben sich für die Vorführung auf den Bänken und Stühlen im Schlachthof-Innenhof eingefunden. Immer wieder ging ein Raunen durch die Menge. Der Dokumentarfilm, gedreht Anfang der 1970er Jahre, zeigt Biel, wie es damals war. Insbesondere auch die Baustellen in der Taubenlochschlucht sowie der A5 entlang dem Bielersee - genau dort, wo heute wieder eine Baustelle ist... Besonders unter die Haut gingen aber die Sequenzen, die ungeschönt vor Augen führten, unter welchen Bedingungen die Saisonniers damals in der Schweiz leben mussten. Augenfällig: Die Parallelen zu Katar, wo die Arbeitsbedingungen bei der Erstellung der Fussballinfrastruktur für die WM 2022 letztes Jahr weltweit für heftige Kritik sorgten...

 

Donnerstag, 21. September

Nach dem gelungenen Start und der tollen Atmosphäre vom Mittwoch war klar: Wir lassen uns vom Wetter nicht unterkriegen! Deshalb beschloss das Organisationsteam kurzfristig, auch Jour 2 von CinéBienne - trotz Gewitterprognose – durchzuführen. Da sich die Prognose im Lauf des Tages verfestigte und es bei Veranstaltungsbeginn um 18.30 Uhr tatsächlich regnete, wurden die Diskussionsveranstaltung und die anschliessende Filmvorführung kurzerhand in den Raum 1 verlegt.

Das unfreundliche Wetter hielt das Publikum nicht davon ab, trotzdem auf den Schlachthof zu pilgern. Der Raum 1 füllte sich nach und nach. In einer ersten Runde diskutieren die Historiker Felix Rauh (Memoriav) und Florian Eitel (Neues Museum Biel) sowie die Filmrestauratorin Brigitte Paulowitz (Lichtspiel Bern) unter der Leitung von Gabriela Neuhaus über das Thema «Amateurfilme als historische Quelle». Den Anfang machte die Frage, was unter Amateurfilmen zu verstehen sei. Die Palette reicht von privaten Familienfilmen über Low-Budget Spielfilme bis zu professionell gestalteten Werken wie jenen von Alvaro Bizzarri. Je nach Standpunkt wird der Begriff enger oder weitere gefasst. Letztlich spiele es keine Rolle, in welche Kategorie ein Film eingeteilt werde – entscheidend sei seine Bedeutung für die Arbeit des Historikers, der Historikerin, fasste Florian Eitel zusammen.

Die Bedeutung des audiovisuellen Erbes für unsere Identität und die Geschichtsschreibung tritt erst allmählich ins Bewusstsein. Eindrücklich schilderte Felix Rauh, wie wichtig und gleichzeitig auch schwierig der Erhalt dieser Quellen ist. So wurden etwa die alten Bestände des Schweizer Fernsehens im Rahmen aufwändiger Projekte gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Alte Filme sowie für die letzten 50 Jahre vor allem auch Videomaterial von Privaten wie Profis müssen mit viel Aufwand digitalisiert und gesichert werden, will man sie für die Nachwelt erhalten. Eine Mammutaufgabe, wie Brigitte Paulowitz anhand konkreter Beispiele aus ihrer Arbeit eindrücklich schilderte.

Im zweiten Teil des Abends gab es dann ein Potpurry von alten Filmen, zusammengestellt von Brigitte Paulowitz. Den Auftakt machte der Film «Eine Stadt erwacht» mit nostalgischen Bieler Bildern aus den 1970er Jahren. Als zweites folgten Aufnahmen aus den Zeiten der Autoproduktion in Biel, gedreht vom ehemaligen GM-Direktor Charles Sydney Allanson, live kommentiert von seinem Sohn Peter Sydney Allanson, der dem Publikum im Raum 1 zahlreiche lebendige Insiderinformationen zur Geschichte der GM in Biel und ihrer Mitarbeiter:innen zu erzählen wusste. Darauf folgten weitere Filme zur Jubiläumsfahrt der Spanisch Brötli Bahn in Biel sowie über Demos gegen die N5 aus den 1990er Jahren sowie von 2017... Ein bewegendes Potpourri, das zu weiteren Diskussionen bei einem Bier oder einem Glas Wein anregte.

 

Freitag, 22. September

Am Morgen noch sieht die Wetterprognose vielversprechend aus: Das Organisationskomitee frohlockt und kündigt an, dass die Werke der drei Bieler Amateurfilmer Albert Schindler (1868-1939), Ernst Willi (1900-1980) und William Piasio (1926-2004) heute openair, auf der grossen Leinwand zu sehen sind...

Leider machte uns der Regen dann aber erneut einen Strich durch die Rechnung: Daria und Aline mit ihren einmaligen Catering-Angeboten hielten dem unfreundlichen Herbstwetter stand.

Schliesslich musste die Veranstaltung dann doch in den trockenen Innenraum verlegt werden. Was der Projektion der drei so unterschiedlichen Werke keinen Abbruch tat. Peter Fasnacht lieferte kurzweilige Hintergründe und Einblicke in das Filmschaffen von Albert Schindler, der mit seiner Kamera oft das Treiben auf dem See festgehalten hat. Anwesend waren auch Nachkommen von ihm, die weitere Informationen beisteuerten. Ernst Willi, den der Film-Archivar Peter Fasnacht noch selber gekannt hatte, lichtete gerne berühmte Persönlichkeiten ab - so etwa Josephine Baker, die in den 1950er Jahren einmal in Biel aufgetreten ist. «L'Aiguille» von Wilhelm Piasio machte den Abschluss: Ein ebenso berührendes wie witziges Meisterwek – das Drama rund um eine «englische Weiche» auf dem Gleisfeld von Biel war unbestritten ein Höhepunkt des kurzweiligen Abends.

 

Samstag, 23. September

Am Nachmittag verwandelte das Team vom Lichtspiel den Raum 1 in ein Filmstudio: Wer seine alten Filmrollen vorbeibrachte, wurde reich belohnt. Einblicke in das Filmschaffen der Eltern und Grosseltern, das (Wieder)-Entdecken von Szenen aus der Kindheit berührte und machte Spass. Für das Abendprogramm wurden schon im Lauf des Nachmittags einige Perlen ausgewählt.

Während Eliane, Brigitte, Nimal und Veronika vom Lichtspiel den Abend vorbereitete, lud Johnny Mancini im Innenhof zumKonzert. Der Künstler war eigens aus Basel angereist und beglückte die Anwesenden mit einer einmaligen Performance. Fürs kulinarische Wohl sorgte einmal mehr Daria mit ihren deliziösen Crêpes. 

Und das Wetter blieb trocken. So konnte der letzte Abend von CinéBienne 2023 noch einmal draussen stattfinden. Projiziert wurden die Filme diesmal authentisch, ab Filmrollen. Und weil drei Formate gespielt wurden - 8mm und Super-Acht sowie 16mm-Filme, bauten die Lichtspiel-Zauberer:innen vier Projektoren auf. Das sah nicht nur nostalgisch aus, sondern tönte auch so.

Gespielt wurden Trouvaillen aus privaten Familienarchiven sowie erneut ein wunderbarer Film von William Piasio: Portrait de mon Lac begleitete das Dampfschiff Berna auf einer seiner letzten Fahrten, bevor es verschrottet wurde. Den Abschluss des Abends machte ein 16mm-Film über die Schönheiten des Juras in schwarz-weiss, den Peter Fasnacht am Vormittag auf dem Puce in Le Landeron erstanden hatte.

Damit endete das erste CinéBienne-Festival auf dem Schlachthof. – Es waren vier intensive, fantastische Tage. – Für die Organisator:innen steht fest: Es war wunderbar und soll weitergehen. 

 

Wir sehen uns wieder – spätestens am CinéBienne 2024...

 

August 2023

  

BUNTES PROGRAMM

Der Sommer ist zurück – und auf dem Schlachthof geht es jetzt Schlag auf Schlag, mit den Veranstaltungen. 

Am 12. August luden Patrick und Kolleg:innen zum bunten Flohmarkt – mit einem tollen Angebot von Vinylplatten über Schmuck, Puppen bis zum Grammophon-Radio und weiteren Trouvaillen...

Leider haben aber nur wenige Menschen den Weg auf den Schlachthof-Flohmi gefunden – eine Enttäuschung für die Veranstalter und die Verkäufer:innen, die sich auf rege Schlachthof-Händel gefreut hatten. Auch der Andrang auf die im Raum 1 aufgebauten Spielkonsolen hielt sich in Grenzen.

Wer gekommen ist, wurde allerdings gleich doppelt belohnt: Der fehlende Andrang erlaubte es, nach Lust und Laune zu stöbern und seine Schnäppchen zu finden. 

Deshalb hoffen wir auf ein ander Mal, denn wer da war, hat gespürt: Hier sind Profis mit viel Herzblut am Werk die es verstanden haben, den Innenhof für ein paar Stunden formidabel zu beleben. 

Innenhof-Verzauberung ist auch am kommenden Donnerstag angesagt, wenn die Akrobat:innen und Musiker:innen von Donkey Productions erneut zum Time Loop einladen - auch hier gilt: Alle sind willkommen – es wird gemunkelt, dass die Vorstellungen von Mal zu Mal akrobatischer, noch halsbrecherischer werden. Es lohnt sich also auch für jene, die die Performance schon gesehen haben, den Weg ein zweites oder drittes Mal unter die Füsse oder Veloräder zu nehmen. Sie werden bestimmt nicht enttäuscht...

Freitag und Samstag 18./19. September stellten dann wieder Wasser ihre Kleinkünstbühne auf – erneut mit einem auserlesenen Programm...

17. Juni 2023

  

 

16. Juni 2023

  

 

27. Mai 2023

  

 

VOILÀ – LUEG DA !
FRÜHLINGSFEST UND ROLLETERIA-PREMIÈRE

 

Es war wunderbar! Ein ganz grosses MERCI allen, die mitgeholfen haben, den alten Schlachthof von Biel einmal mehr zu verzaubern!!!

Für die musikalischen Leckerbissen ein ganz spezielles MERCI an

 

NICOLAS ENGEL

GADJO DIVIO

KELPY

ECHO ECHO

CELLO INFERNO

LOW TECH SOUND

HERMANOS PERDIDOS

 

Das Kulturzentrum lebt und wächst...

   

 


  

Pfingstsamstag, 27. Mai 2023

CLICK s'VIDEO


FRÜHLINGSFEST UND
ROLLETERIA-PREMIÈRE

Es war Januar, kalt und nass, als die Nachricht von Daria in unsere Mailbox flatterte: Sie wolle ihr Crêpes-Projekt weiter ausbauen und steige deshalb vom Veloanhänger auf ein Tuktuk um. Nun suche sie sowohl einen Abstellplatz für die Tuktuk-Rolleteria wie auch Standorte, wo sie Gäste mit Crêpes und Galettes verwöhnen könne. Und zu guter Letzt die Frage: «Gäbe es ev. Möglichkeiten auf dem Schlachthof?»

Wir mussten nicht lange überlegen: Parkplätze gibt es auf dem Schlachthofareal bekanntlich mehr als genug – und ein Fahrzeug, das der Kreation von kulinarischen Köstlichkeiten dient, erfüllt alle Anforderungen für einen Kulturparkplatz. Uns war schnell klar: Darias Rolleteria und der Schlachthof, das könnte – nein, muss(!) eine Liebesgeschichte werden.

Nur wenige Tage später treffen wir uns anlässlich des Food Save Markets auf dem Areal. Es ist immer noch kalt und nass, der Schlachthof präsentiert sich nicht von seiner besten Seite. Doch das Markttreiben mit Gemüse, Feuerküche und dem stimmungsvollen Mittagskonzert von Stude und Ste Phany verzaubern den kalten, mit Lieferwagen überstellten Innenhof für Momente in den gastlichen, inspirierenden Ort, wie wir ihn uns erträumen.

Im Gespräch spinnen wir den Faden weiter. Bald steht fest: Die Tuktuk-Rolleteria ist nicht nur mehr als willkommen auf dem Schlachthof – auch Daria will das Abenteuer wagen. «Der Schlachthof ist ein Superort, und die Vision vom Kultur- und Begegnungszentrum passt zu meinen Ideen», sagt sie zu ihrem Entscheid.

Angefangen hat die Rolleteria-Geschichte während der Coronazeit, als alle Konzerte und Auftritte sistiert waren. Daria, die «Schwester» der fünfköpfigen Band Hermanos Perdidos, konnte ihr Akkordeon und das Saxophon nur noch daheim, für sich selber spielen – die Menschen, das Publikum, anderen Freude bereiten und dabei soviel zurückbekommen, all das fehlte ihr. «Ich musste etwas machen, deshalb habe ich den Anhänger gebastelt», erzählt sie.

Die mobile Crêpeküche startete auf dem Platz neben der Epicerie in Biel. Bei gutem Wetter entwickelte sie sich bald zu einem beliebten Treffpunkt – nicht zuletzt, weil sonst alles geschlossen war.

Statt mit ihrer Musik, bereitete Daria nun mit ihren köstlichen und liebevoll angerichteten Crêpes Freude. Nach dem gelungen Start ist sie dabei geblieben, auch als der Musikbetrieb wieder in Fahrt gekommen ist. Die Rolleteria ist heute, nebst der Musik, ihr zweites Standbein. Den Job im Commerce hat sie mittlerweile aufgegeben, weil sie sich ganz ihren beiden Herzensprojekten widmen will: «So habe ich mehr Energie für die Musik und die Crêpes – selbstständig, mein eigenes Projekt zu haben gibt mir mehr – auch wenn es Geduld braucht, ein Geschäft aufzubauen.»

Und wie bei der Musik, gehen auch beim Crêpes-Backen die Lust am Schönen und Guten mit Darias politischem Engagement Hand in Hand: «Ich verwerte nur ökologisch angebaute, saisonale Zutaten aus der Region.»
Einen ersten Testlauf mit der Rolleteria auf dem Schlachthof hat Daria schon erfolgreich absolviert: Anlässlich der Vernissage zur Ausstellung «Vom Nutztier zum Lebewesen» hat sie – passend zum Thema – die Gäste mit veganen Crêpes verwöhnt. Noch auf dem Veloanhänger zubereitet – die Tuktuk-Rolleteria wird erst am 27. Mai in Betrieb genommen…

Der Rest ist schnell zusammengefasst: Zur Einweihung der Tuktuk-Rolleteria haben die Hermanos Perdidos – Daria und ihre musikalischen Brüder – für Pfingstsamstag, 27. Mai, ein rauschendes Frühlingsfest auf die Beine gestellt.

Nebst den Crêpes und weiteren kulinarischen Köstlichkeiten glänzt das Programm auch mit einer Reihe musikalischer Leckerbissen:

  • Den Auftakt macht ab 15 Uhr der Pianist, Improvisationskünstler und Performer Nicolas Engel mit Klavierklängen auf der Bühne im Innenhof.
  • Um 16 Uhr folgt mit Gipsy-Jazz-Klängen ein Duo des Gadjo Divo Kollektivs aus Dijon.
  • Die Irish Band Kelpy verführt das Publikum ab 17 Uhr mit Klanggeschichten, die zum Träumen und Tanzen einladen.
  • Ein besonderes Highlight folgt um 18 Uhr mit der Musik-, Tanz- und Literaturperformance EchoEcho – eine Weltpremiere, in der Chris und seine Freund:innen verschiedene Kunstformen miteinander verweben.
  • Cello Inferno, die One Man Strassenband mit Feuer und Rauschebart sorgt ab 19 Uhr für ein mitreissendes Spektakel.
  • Um 20 Uhr und nach dem letzten Konzert gibt es im Raum 1 zudem DJ-Klänge Sound aus dem Burgund – und zwischen den Acts sorgt DJ Jekos für Cumbia und Reggaeklänge.
  • Den Schluss- und Höhepunkt der Konzerte im Innenhof setzen Hermanos Perdidos ab 21 Uhr.

DAS PROGRAMM EN DETAIL

 

Wie immer auf dem Schlachthof, ist der Eintritt frei – es gibt eine Hutkollekte für die Künstler:innen, die aus Nah und Fern der Einladung von Hermanos Perdidos gefolgt sind. – DANKE!

 


Mai 2023

  

SCHLACHTHOFAREAL KONKRET

©Projektskizze Studio WOW Architekten

 


 

12. Mai 2023

  

 
METROPOLEN IN BEWEGUNG

(WIE GELINGT DIE VERKEHRSWENDE?)

Dokumentarfilm von Johan von Mirbach, 2022

Ein köstlicher Eintopf aus Alines Feuerküche und ein exquisites Kuchenbuffet laden ab 19.30 Uhr zum gemeinsamen Einstimmen und Geniessen...Um 20.00 Uhr heisst es dann:

FILM AB!

Eintritt frei – Kollekte

April/Mai 2023

  

 

26. April – 23. Mai

AUSSTELLUNG :

VOM NUTZTIER ZUM LEBEWESEN

Öffnungszeiten :

Dienstag, 15:30 - 19:30

Donnerstag, 15:30 - 19:00

Finissage : Dienstag, 23. Mai ab 16.30

Bilder © Missi Superpeng und Klaus Petrus

Unter dem Motto «Perspektivenwechsel – für eine lebensfreundlichere Welt» laden in den kommenden Monaten Künstlerinnen und Künstler mit ihren Visionen und Werken zum Weiterdenken und Weiterspinnen ein. Den Auftakt machen der Bieler Fotojournalist Klaus Petrus und die Künstlerin Missi Superpeng mit aufwühlenden Bildern aus gegensätzlichen Tierwelten.

Die ehemalige Schlachthofkantine – bekannter unter dem Namen Raum 1 – etabliert sich langsam aber sicher zum angesagten Ausstellungsraum. Bereits in der Vergangenheit lockten verschiedene Kunst- und Werkshows Besucher:innen aus nah und fern. Mit Missi Superpeng ist nun eine Kuratorin zur IG Schlachthof Kulturzentrum gestossen, die mit viel Leidenschaft, Engagement und Know-how für regelmässige Ausstellungen und Kontinuität sorgt. Den Anfang macht eine Ausstellungsreihe, die Künstlerinnen und Künstler zum «Perspektivenwechsel für eine lebensfreundlichere Welt» einlädt.

«Die Idee für den Perspektivenwechsel kam mir gleich beim ersten Kontakt mit der IG», erinnert sich Missi. «Der Schlachthof ist ein Ort, an dem viele Menschen und ihre Geschichten aufeinandertreffen: Die unterschiedlichen Mieterinnen und Mieter von Lagerräumen und Ateliers, Künstler:innen, Gemüsehändler:innen, Menschen mit Suchtproblemen, die Stadt... und nicht zuletzt die Erinnerung an die Tiere, die hier ihres Lebens beraubt wurden.» An einem Ort, wo so viele verschiedene Perspektiven aufeinanderprallen wie auf dem Bieler Schlachthof, seien Partizipation und wieder aufeinander hören lernen besonders gefragt, spinnt die vielseitig engagierte ausgebildete Steinbildhauerin, Kommunikationsdesignerin, Yoga- und Meditationslehrerin Missi den Faden weiter: «Ich möchte das Verbindende finden und dem Raum geben, anstatt das Trennende zu kultivieren.»

Auftakt mit Klaus Petrus 

Der erste Perspektivenwechsel ist – passend zum ehemaligen Schlachthof – den Tieren gewidmet: Die einen erleiden ihr Leben in der Massentierhaltung, andere haben mehr Glück – jene etwa, die auf dem Lebenshof Hof Narr im zürcherischen Hinteregg gehegt und gepflegt werden. Missi Superpeng stellt in ihrer ersten Ausstellung diese beiden gegensätzlichen Welten einander gegenüber:

In den düsteren schwarz-weiss Bildern von Klaus Petrus geht es um das Tierleid in der Massentierhaltung. Der Bieler Fotojournalist und Reporter dokumentiert seit Jahren das Leben von Menschen und Tieren, die in unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt oder gar vergessen werden. Mit seinen eindrücklichen Fotos aus Betrieben, wo Tiere einzig für die Fleisch- und Milchproduktion genutzt werden, gibt er Einblicke in Realitäten, die wir allzu gerne verdrängen. Den verstörenden Fotos von Klaus Petrus stellt Missi Superpeng ihre eigenen Bilder vom Lebenshof in Hinteregg gegenüber. Seit Jahren dokumentiert sie dort mit ihrer Kamera, was es bedeutet, wenn Tiere als Mit-Lebewesen respektiert und gepflegt werden. Die Farbfotos zeigen einen völlig anderen Umgang mit Tieren und schaffen so einen spannungsvollen Kontrast. Die Absicht liegt auf der Hand: Sowohl Klaus Petrus wie Missi Superpeng wollen mit ihren Bildern die Besucherinnen und Besucher anregen, ihr Verhältnis zu nicht menschlichen Lebewesen zu überdenken, einen Blick hinter die bunten Werbebilder zu riskieren und eingefleischte Traditionen zu hinterfragen.

Weitere Perspektiven gesucht!

Auf diesen ersten Perspektivenwechsel im Raum 1 werden weitere folgen. Die nächste Ausstellung in dieser Reihe ist für Juni geplant. Einiges ist bereits in der Pipeline, gleichzeitig sucht Missi nach weiteren Künstler:innen aus der Region und der ganzen Schweiz, die ihre Visionen und Werke zeigen möchten: Der Raum 1 steht allen offen, die ihn bespielen wollen, um ihre Perspektiven sicht- und erlebbar zu machen.

Die Ausstellungsreihe ist gedacht als Verführung, Sichtweisen zu erforschen, die im engsten wie im weitesten Sinn mit diesem Ort zu tun haben. Die Einladung zum Perspektivenwechsel geht gleichermassen an Künstlerinnen und Künstler wie ans Publikum. Es geht darum, mit allen Mitteln der Kunst, mit allen Sinnen, Fragen aufzuwerfen, Perspektiven einander gegenüberzustellen und Diskurse anzuregen. Sehbar, hörbar, spür-, schmeck- und riechbar – erfahrbar. Wer Lust hat, seine Reflexionen, Perspektiven oder Werke in den kommenden Monaten im Raum 1 zu präsentieren, soll sich bitte  melden! Missi freut sich, zusammen mit euch die Ausstellung zu gestalten! missi@schlachthof-kulturzentrum.ch

  

Vorschau Februar 2023:  

SCHLACHTHOF 2023

Noch weht eine eisige Bise über den Hof. Doch schon bald geht es wieder los, mit den Begegnungen und Veranstaltungen auf dem Schlachthofareal... Im Moment kreieren und gestalten wir das Frühjahrs- und Sommerprogramm 2023 – da kommt einiges zusammen! Dank einer Vielzahl engagierter Künstler:innen, Köch:innen, Baristas, Veranstalter:innen, Gemüseproduzent:innen... und ja, weitere Beiträge und Engagements sind immer willkommen!

Das Programm ist gerade noch work in progress – soviel sei aber schon mal verraten: Am 28. März gibt es im Raum 1 eine spannende Veranstaltung die sich Politinteressierte nicht entgehen lassen sollten: Der Autor Atanasio Bugliari Goggia stellt sein neustes Buch «Rosso Banlieue» vor über den Klassenkampf in den französischen Vorstädten – und lädt zur Diskussion über die Rolle engagierter Aktivist:innen in unseren Städten... Schon bald nach Ostern geht es dann weiter mit dem ersten Kunstevent in diesem Jahr: Zwar muss die geplante Ausstellung mit dem Burgdorfer Recyclingkünstler Kurt Meister vorerst verschoben werden, dafür freuen wir uns auf die Première unserer neuen Kuratorin Missi! Soviel sei schon verraten: Der Arbeitstitel für die kommenden Ausstellungen lautet «Perspektivenwechsel» – ein Aspekt ist etwa die Betrachtung des ehemaligen Schlachthofs aus der Perspektive von Tieren... Weitere Infos gibt es in Bälde auf diesem Kanal. Im April feiert zudem TerreVision seine einjährige Präsenz im Raum 1 und Innenhof: Woche für Woche holen die Abonnent:innen ihren Gemüsekorb ab und treffen sich dabei auf einen kurzen Schwatz mit Freund:innen. Ab dem 29. März gibt es zudem immer am letzten Mittwoch im Monat einen Food Save Markt – mit kulinarischen und musikalischen Beilagen. Damit noch mehr Menschen von diesem einmaligen Angebot profitieren können, wurde das Zeitfenster vom Mittag auf den späten Nachmittag/frühen Abend verlegt. Ein weiteres Datum, das ihr unbedingt schon heute reservieren solltet: Am Samstag 27. Mai gibt es ein grosses Frühlingsfest! Unter anderem mit Musik, Barbetrieb und feinen Crêpes von Darias Rolleteria.

Diese wird übrigens – soviel sei schon mal verraten – den ganzen Sommer über auf dem Schlachthof stationiert sein und die Schlachthof-Besucher:innen mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen! Und für alle, die nicht warten wollen, und denen es im Moment auf dem Schlachthof noch zu kalt ist: Die Ausstellung «Fleisch für Biel» im Neuen Museum Biel wurde bis im Oktober verlängert! Der Muni lässt ausrichten, dass es ihm – trotz Sehnsucht nach dem Schlachthofareal – weiterhin sehr gut gefalle, und er sich über jeden Besucher, jede Besucherin freue...


Januar 2023:


CIAO JACQUES DELARUE

DU WARST UNIQUE

DU FEHLST UNS AUF DEM SCHLACHTHOF

25. Januar 2023

  

 

FOOD SAVE MARKET ZUM ZWEITEN

Nach dem Erfolg des ersten Food Save Markets im letzten Dezember, haben die Organisator:innen am Mittwoch, 25. Januar ein zweites Mal auf den Schlachthof eingeladen. Mit einem tollen Angebot, von Randen über Kürbis, Süss- und andere Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Äpfel.... Alles beste Ware aus der Region, Bio und saisongerecht. Doch der Food Save Market ist viel mehr als bloss ein Ort, wo man günstig gutes Gemüse und Obst erwerben kann. Hier trifft man sich, auf einen Schwatz mit Kaffee und Kuchen, man sammelt Unterschriften, plaudert, lernt neue Menschen kennen, hört Musik, heckt neue Projekte aus... Höhepunkte waren an diesem nebligen Mittwoch das stimmige Mittagskonzert von Stude und Ste Phanie, die die Anwesenden mit ihrer Musik für Augenblicke entführten und beglückten – und natürlich der Seele und Magen wärmende Feuereintopf aus der Küche der Waldmeisterin, der ebenfalls zum Geniessen und Verweilen verführte...

Dezember 2022


  

KULTURVIELFALT AUF DEM SCHLACHTHOF-AREAL

Das Schlachthofareal zeigte sich 2022 von seiner besten Seite, mit zahlreichen Veranstaltungen – von der Kunstausstellung Becke & Ryter über das Act Performance Festival bis zu Filmvorführungen, kulinarischen Höhepunkten und einem Frauen-Diskussionsapéro sowie der Konstruktion von umweltfreundlichen Karton-Autos auf dem Kulturparkplatz Nr. 3...

 

 


7. Dezember 2022


  

 

DIE KARTOFFELN AUS DEM FEUER HOLEN

FOOD SAFE MARKET AUF DEM SCHLACHTHOF:
Rückblick auf eine tolle Aktion – und Ausblick auf die nächste...

   

Text: Mathias Stalder * Bilder: Enrique Muñoz García

Eine kleine Geschichte der Lebensmittelrettung. Ueli Gassner ist Biobauer in Ipsach, führt den Hof nach den Regeln der regenerativen Landwirtschaft, Elementen der Permakultur und Agroforesting. Sein Hof ist der letzte in der Gemeinde Ipsach, der noch in Betriebg ist, denn Landwirtschaft lohnt sich vielerorts aufgrund des immensen Preisdruckes leider nicht mehr. Umso schmerzhafter, wenn man auf rund 800 kg Kartoffeln sitzen bleibt, wie dies bei Ueli Gassner diesen Herbst der Fall war. Mit einer Mail kontaktierte er unsere Plattform «Stadt ernähren» und bot uns seine Biokartoffeln zu einem unverschämt günstigen Preis an – für 20 Rappen das Kilo.

Faire Preise sind kein Luxus!

Landwirtschaft ist mehr wert, sagten wir uns und haben den Preis erhöht, wobei wir uns an den Richtpreisen der Bioorganisationen orientierten. Im Gegensatz zu vielen anderen Food Save Aktionen wollen wir keine Dumpingpreise anbieten, weil dies die Negativspirale bei den Preisen zusätzlich befeuert. Katharina Schatton, Gewerkschaftssekretärin bei der bäuerlichen Organisation Uniterre, unterstrich dies gegenüber den Medien anlässlich der Eröffnung des ersten Food Save Marktes im Bieler Schlachthof am 7. Dezember 2022:

«Die Produkte sollen möglichst billig und gleichförmig sein. Die Ansprüche, die die Grossverteiler heute an landwirtschaftliche Produkte stellen, sind absurd und bringen den Konsumierenden genauso wenig wie den Bäuerinnen und Bauern selbst.» Nach der Mail von Ueli Gassner lancierten wir kurzerhand den Food Save Market und boten auf unserer Online-Plattform die Möglichkeit, die Kartoffeln vorzubestellen und auch für Armutsbetroffene zu spenden. Die Ware konnte dann am 7. Dezember auf dem Schlachthof abgeholt werden.  

 

Das Angebot wurde rege genutzt…  Schliesslich konnten wir rund 650 kg Kartoffeln verkaufen und rund 250 kg Kartoffeln dem Verein Carton du Coeur spenden. Die Leiterin Chantal Dutoit bedankte sich mit den Worten: «Kartoffeln gehören zu den Grundnahrungsmitteln, die wir kostenlos an unsere Empfänger*innen liefern. Zurzeit erhalten wir viele Hilfsgesuche und unser Lieferplan ist jeden Tag voll, sodass wir eure Spende in den nächsten Wochen sehr gut gebrauchen können.»

Auch die Gassenküche wurde berücksichtigt, und zwar mit einem vielfältigen Sortiment: Nebst den Kartoffeln boten wir schliesslich rund 15 verschiedene Gemüse und Früchte von vier regionalen Produzent*innen an, darunter das Farngut und der Eichhof.

 

Der Verein Robin Food, der sich seit langem für die Lebensmittelrettung in Biel einsetzt, servierte an seinem Stand zur Freude der Kund*innen Café, Ingwer-Tee und Pommes Frites. Die Wildkräuterköchin Aline Burren kochte einen schmackhaften Eintopf. Mit rund 80 Besucher*innen und vielen schönen Begegnungen war die «Rettungsaktion» ein voller Erfolg.

Mit dem Food Save Market eröffnen wir eine zusätzliche Vermarktungsmöglichkeit für die regionale Landwirtschaft und schaffen die notwendige Sensibilisierung zur Food Waste Problematik: Rund ein Drittel aller Lebensmittel geht auf dem Weg vom Feld auf den Teller verloren oder wird verschwendet. Das darf nicht sein!  

*Mathias Stalder ist Koordinator des Netzwerkes Stadt ernähren/Nourrir la ville und Mitgründer der Foodcoop Biel-Bienne.

 

 

November 2022

 

WASSER IM ADVENT

  Zum Auftakt guckte der Mond noch zwischen den Wolken auf das Schlachthofareal hinunter. Doch bald hat er sich zufrieden verzogen: Als das wärmende Feuer hell loderte, der Glühwein bereitgestellt und die schmucken Bühnenlampen die Szene in bestes Licht tauchten, konnte nicht einmal der feine Nieselregen die Stimmung verderben. Schliesslich spielten ja Wasser...

Es war ihr zweites Konzert auf dem Schlachthof, nach ihrem vielbeklatschten Auftritt am Jubiläumsfest im September. Mit ihrem Advents-Wunschkonzert lässt das Duo Wasser das Schlachthofareal in den besten Tönen erklingen. Gerne mal etwas schräg, immer hintersinnig und aus dem Leben gegriffen. Dazu wärmt der Glühwein Hände und Kehle... Besseres dürfte der Advent in Biel kaum zu bieten haben...Musikalische Kostprobe hier: https://youtu.be/6OLwudJBrkI    


November/Dezember 2022:

  

BEAUTIFUL TRASH

 

 

 

 

 

November 2022:

  

DEN SCHLACHTHOF ERHALTEN... UND AUFWERTEN.

ANDERSWO. IN ZÜRICH.

 


 

 


November 2022:

  

RENDEZ-VOUS MIT DEM SCHLACHTHOFVERWALTER

Am Samstag, 12. November lud das Neue Museum Biel NMB zum Ortstermin auf den Schlachthof. Robert Wyss, von 1985 bis 1992 der letzte Schlachthofverwalter in Biel, führte die Gäste über «seinen» Schlachthof und wusste manch spannendes Detail zu erzählen.

Unterstützt wurde er dabei von Jean-Louis Burkhardt, der von 1968 bis zur Einstellung des Schlachtbetriebs am 27. Oktober 1992 als Metzger auf dem Schlachthof arbeitete. Auch Kurt Luginbühl, der den Schlachthof ebenfalls wie seine Westentasche kennt, wusste auch noch das eine oder andere Detail zu ergänzen. Er brachte sogar den Schlüssel zum ehemaligen Kühlraum mit – ein Raum, der sogar der IG bisher verschlossen blieb. Besonders spannend: Ein Teil der alten Installationen sind noch vorhanden – zudem wurde eine Kühlbox eingebaut, wo auch heute noch ein Metzger seine Fleischwaren lagert.

Die Führung stiess auf reges Interesse – zum Abschluss gab es im Cave des Gourmets noch einen Apéro und weitere Diskussionen um die Vergangenheit und Zukunft des Schlachthofareals.

Oktober 2022:

  

 

DER MUNI IM MUSEUM

Am 27. Oktober 1992 wurde der Betrieb im Bieler Schlachthof eingestellt, die Lichter erloschen. «Es war merkwürdig, kurz nach halb Vier, als ich den Schlüssel drehte, ist die Uhr stehen geblieben — sie zeigt heute immer noch die gleiche Zeit, niemand hat sie seither bewegt», erinnert sich Jean-Louis Burkhardt, damals städtischer Metzger auf dem Schlachthof. Auf die Minute genau 30 Jahre später eröffnete Florian Eitel heute Nachmittag die Ausstellung «Fleisch für Biel». Aus Anlass des 30. Jahrestags der Betriebseinstellung zeigt das Neue Museum Biel zahlreiche Kostbarkeiten und Trouvaillen aus der über hundertfünfzigjährigen Geschichte des Schlachthofs und der Bieler Metzgermeister:

 

Dazu gehören nebst zahlreichen Objekten des einstigen Schlachtbetriebs das erste Schlachthofreglement von 1877, Fotos und Filme aus verschiedenen Epochen sowie Originalpläne der nunmehr denkmalgeschützten Gebäude – ergänzt durch Erinnerungen von ehemaligen Schlachthofmitarbeitern und Metzgermeistern.

Unbestrittener Höhepunkt der Ausstellung ist jedoch ein spezieller Gast: Der Schlachthof-Muni. Über hundert Jahre thronte der Stierenkopf über dem Eingang zum Schlachthaus. Nach dessen Schliessung verschwand er plötzlich und galt während Jahren als verschollen. Bis anlässlich einer Veranstaltung im Schlachthof Kulturzentrum plötzlich wieder auftauchte und von der vor Ort anwesenden Bieler Finanzdirektorin willkommen geheissen wurde.

Wegen seiner kleinen Altersbeschwerden verbrachte der Schlachthofmuni aber die letzten Monate mehrheitlich an einem sicheren Ort, wo er vor der Witterung geschützt ist. Vor seiner Rückkehr an seinen angestammten Platz muss er sich nämlich einer intensiven Schönheitsbehandlung unterziehen. Wer die Kosten übernimmt, ist zurzeit noch offen.

Umso glücklicher ist der Muni, dass er die kommenden drei Monate im Neuen Museum Biel verbringen darf, wo es warm und trocken ist – und wo er sich guter Gesellschaft erfreuen darf:

«Als man mich letzte Woche abgeholt hat, glaubte ich zuerst, es gehe wieder auf meinen geliebten Schlachthof. So wie im September 2022, als ich zwei Tage lang am Schlachthofjubiläum mitfeiern durfte. War das ein tolles Fest! Musik, buntes Licht, köstliches Essen – und so viele liebe Gäste, die mich bewundert und fotografiert haben… Ich hatte mich aber getäuscht: Wegen meines Alters brauche ich dringend eine Rehabilitationskur, bevor ich endgültig auf den Schlachthof an meinen Stammplatz zurückkehren kann.

Umso mehr habe ich mich über das Angebot gefreut, die feuchten Wintermonate im geschützten Museum verbringen zu dürfen. Nun bin ich also hier – wieder umgeben von lauter lieben Menschen. Sorgfältig haben sie mich hergebracht und behutsam aufgehängt. Der Standort ist einmalig: Ich habe direkten Blickkontakt zu allen Besucher:innen und kann sie gleich bei ihrer Ankunft begrüssen. Anders als auf meinem Stammplatz unter dem Schlachthausgiebel kann man mich hier ganz aus der Nähe bewundern. So kommen die Details meiner in Metall gearbeiteten Schönheit voll zur Geltung! Gross ist deshalb meine Hoffnung, dass es nach meiner Museumszeit im Frühjahr bald zur Kur geht. Die brauche ich dringend, damit ich wieder draussen, unter dem Giebel hängen darf. Dort gehöre ich auch hin – schliesslich sind bin ich und der Schlachthof jetzt offiziell denkmalgeschützt…

Bis ich dorthin zurückkehren kann, geniesse ich nun aber erst einmal die Monate im Museum mit viel neugierigem Besuch aus Biel und aus der ganzen Schweiz. Und anschliessend freue ich mich, von einem Kulturort zum nächsten weiterzuziehen, um von meinem Platz hoch über dem Schlachthof auf ein buntes Treiben hinunterzublicken. Auf ein belebtes Bistro mit fröhlichen Menschen, auf Konzerte und Kunst aller Art, auf grüne Oasen und eine freigelegte Schüss. Statt geparkte Occasions-Autos gibt es dann magische Seifenblasen, die ab und zu an meinen frisch polierten Hörnerspitzen platzen…»

Die Ausstellung «Fleisch für Biel» im Neuen Museum Biel war geöffnet bis am 1. Oktober 2023!

... und wurde schliesslich bis zum 5. November 2023 verlängert!

 

 

 


 

Oktober 2022:

  

KULTUR UNERWÜNSCHT?

STADT LEGT LAUFEND STEINE IN DEN WEG...

Seit eineinhalb Jahren belebt die IG Schlachthof Kulturzentrum den denkmalgeschützten Schlachthof in Biel. – Mit Musik, Ausstellungen und Menschen statt Autos und Beton. Bereits der erste Informationsanlass im Mai 2021 stiess bei der Bieler Bevölkerung auf grosses Interesse. Wie auch die beiden jüngsten Veranstaltungen: Sowohl die Aufführung des verschollen geglaubten Burger&Jacobi-Films anfangs September als auch das zweitägige Jubiläumsfest zeigten einmal mehr, welch grosses Potenzial der Schlachthof als Kultur- und Begegnungszentrum hätte. Dafür braucht es nun aber dringend weitere Schritte, um das Areal dauerhaft vom Park- und Lagerplatz in einen einladenden Aufenthaltsort zu entwickeln. Ein erster Schritt, den vergammelten Innenhof mit Pflanzen zu verschönern, wäre aktuell mit geringstem Aufwand und gutem Willen möglich: Das Hochbeet von Waldmeisterin Aline, das den Sommer über im Rahmen von Particibienne die Passant:innen auf dem Zentralplatz erfreute, sollte Mitte Oktober auf den Schlachthof umziehen. Dort gibt es einen Ort, der sich dafür geradezu anbietet: Die Stadt hat vor ein paar Wochen, um Verkehrsunfälle zu vermeiden, das Hauptportal zum Schlachthof gesperrt, so dass sich hinter dem Gittertor eine kleine grüne Oase als einladender Treffpunkt und Aufenthaltsort gestalten liesse. Selbstverständlich wäre die IG für den Transport des Hochbeets aufgekommen und hätte die Waldmeisterin auch künftig bei der Pflege der Pflanzen unterstützt. Ein positives Unterfangen, möchte man meinen, eine echte Win-Win-Situation. Und eine sinnvolle Fortsetzung der Particibienne-Stadtverschönerungsaktion an einem neuen Ort. Doch die Liegenschaftsverwaltung quer: Sie hat gegen den vorgeschlagenen Standort ihr Veto eingelegt und verlangt, dass das Hochbeet – wenn überhaupt – nur am anderen Ende des Areals aufgestellt werden darf. Für die Miete des aus logistischen Gründen nicht nutzbaren Parkplatzs, verlangt sie von der IG zudem einen Mietpreis von 300 Franken pro Jahr. Dies ist nur die letzte in einer Reihe ärgerlicher Episoden, mit welchen die Liegenschaftsverwaltung dem Engagement der IG laufend Steine in den Weg legt. So kann es nicht weitergehen, wie die IG in ihrer neusten Mitteilung vom 14. Oktober 2022 an die Medien schreibt:

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Bieler Tagblatt, 14. Oktober 2022:

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September 2022:

  

FULL HOUSE
IM SCHLACHTHOF OPENAIR-KINO

 

Die Geschichte zum Burger & Jacobi Film - hier zum Nachlesen

 

30 JAHRE SCHLACHTFREI!

 

 

 

Das Jubiläumsfest auf dem Schlachthof war ein voller Erfolg! – Nach 30 Jahren erwacht das Areal zu neuem Leben – und ist auf dem Weg zum neuen Kultur- und Begegnungszentrum... 

Und wiederum zeigte sich, was für eine fantastische Ambiance auf dem Schlachthof möglich ist. Dazu braucht es gar nicht viel: Auf Parkplätzen statt Autos eine Bühne aufstellen, Bars – kulinarische Köstlichkeiten im Freien gekocht – und als es dämmerte, hat Walter das ganze Areal in zauberhaftes Licht getaucht...

Am Freitagabend stimmten die Rapper von Parentz Bnc, die ihr Studio seit Jahren auf dem Schlachthof haben, mit einer tollen Performance in den Abend ein. Gefolgt von einer romantisch-atemberaubenden Vorstellung der Akrobat:innen vom Circus Donkey Productions – vor einer einmaligen Kulisse. Um 21 Uhr dann der grosse Auftritt von Studeyeah, die vor vier Jahren mit dem Song «Westast - so nicht!» dazu beigetragen haben, dass 2022 auf dem Schlachthof überhaupt ein Jubiläumsfest stattfinden konnte: Wäre der Westast gebaut worden, hätten die altehrwürdigen Gebäude der Autobahn weichen müssen... Am Freitag spielte die Band ihr neues Programm – nicht minder aktuell als vor vier Jahren – packend und mitreissend...  

Am Samstag ging es dann schon am frühen Nachmittag los. Bald wehte ein köstlicher Duft übers Areal: Acht international zusammengesetzte Teams von Friendly Kitchen kochten unter freiem Himmel köstliche Mahlzeiten aus aller Welt. Es gab Spezialitäten aus Peru, Tibet, Indonesien, der Ukraine, der Schweiz... ganz ohne Fleisch: Zum Jubiläum «30 Jahre schlachtfrei» lautete das Motto: Vegetarisch oder vegan. Ab 17 Uhr luden die Köch:innen dann zu Tisch – ein Hochgenuss!

Wo während der Woche Occasionautos verschoben werden und Lieferwagen ein- und ausfahren, gab es am Samstag zudem viel Platz für grosse und kleine Kinder: Grossen Anklang fanden die Riesenseifenblasen sowie diverse Spiele, die Schminkecke – und in einem einladenden Zelt packende Geschichten von der Märchenerzählerin, die ihr dickes Geschichtenbuch mitgebracht hatte. So bunt und vielfältig kann das Treiben sein, auf diesem einmaligen Areal...

Am Abend folgten dann wiederum musikalische Leckerbissen: Eine wahre Entdeckung war das Duo Wasser mit seinen satirisch-hintergründigen Songs - gleich vor dem ehemaligen Schlachthaus-Eingang, der sich am Samstag als einladende Kleinkunstecke präsentierte. Weiter ging es dann mit Roy and the Devil's Motorcycle auf der «Hauptbühne» – erneut: Tolle Musik in toller Atmosphäre. Nach 22 Uhr ging es dann in Raum No 1 weiter – mit den «Schlachthof-Rappern» Parentz Bnc und als abschliessender Höhepunkt Jo&Erno. Es war magisch!

 

Zahlreiche Besucher:innen liessen sich an den zwei Festtagen auch von Sascha auf eine Tour guidé entführen. Er präsentierte das Areal und seine Hotstpots, gewürzt mit zahlreichen Infos, Anekdoten und Hintergrundgeschichten.

Wer sich für Schlacht- und Schlachthofgeschichten interessierte, war zudem im Raum Nr. 1 an der richtigen Adresse, wo unter anderem ein 45minütiger Film über den Schlachtbetrieb anno 1990 gezeigt wurde, der immer wieder zu angeregten Diskussionen Anlass gab.

 

September 2022

  

FRIENDLY KITCHEN IM SCHLACHTHOFAREAL

Der Jubiläumsanlass naht: Am Wochenende vom 16./17. September 2022 feiern wir 30 JAHRE SCHLACHTFREI! Nebst viel Musik, Überraschungen und Geschichten darf natürlich auch der Gaumen nicht zu kurz kommen.

Ein Höhepunkt ist das grosse Kulinarikfest, das am Samstag, 16. September, ab 13 Uhr angesagt ist: Die Köchinnen und Köchen von FRIENDLY KITCHEN bereiten auf dem Areal Köstlichkeiten aus aller Welt zu und verzaubern den einstigen Schlachthof einen Tag lang in ein vegetarisches Schlaraffenland! Gemeinsam mit dem Team von Friendly Kitchen organisiert die IG Schlachthof-Kulturzentrum diesen Koch-Event der besonderen Art: Menschen aus aller Welt bereiten am Nachmittag ab 13 Uhr, unterteilt in verschiedene Teams, ihre Lieblingsmenüs und Spezialitäten von rund um den Globus zu.

Beim gemeinsamen Schnippeln, Kochen und Essen lernt man sich kennen und tauscht sich aus. Ab 17 Uhr sind dann alle Köchinnen und Köche sowie die übrigen Festbesucher:innen zum Essen eingeladen. Das Beste an diesem Event: Alle sind eingeladen mitzumachen!

Wer Lust hat, mit Freund:innen mitzukochen, ist herzlich eingeladen... Kochherde, Pfannen, Geschirr sowie die biologischen Zutaten für die vegetarischen Gerichte werden von den Organisierenden zur Verfügung gestellt. hier auf deutsch and here in english.


Juli 2022:

  

 

ENDE JULI: CRITICAL MASS ZU BESUCH IM SCHLACHTHOF

  

«WOHIN?»

Seit kurzem mischt ein neues Kunstwerk die Monotonie der geparkten Motorfahrzeuge auf dem Schlachthofareal auf! Und lässt erahnen, wie sich die Zukunft hier und anderswo auch noch gestalten könnte: Auf dem Kulturparkplatz steht neuerdings ein Gefährt der besonderen Art, das zum Staunen und Nachdenken einlädt – und das in den kommenden Tagen und Wochen weiter wachsen wird...

Für den Parkplatz Nr. 3 auf dem Schlachthofareal hat der Bieler Künstler Ruedy Schwyn die Skulptur „Wohin?“ entworfen. Einem Fahrzeug ähnelnd besteht sie aus einem Tank und einer Plattform, welche durch 4 Köpfe gehalten wird. Aus der Tonne wachsen Pflanzen.

Der Künstler bringt hier 2 Themen zusammen: Die Kraft der Gedanken und die Abhängigkeit der Natur. Wie steht es heute um unser Verhältnis zur Natur? Gibt es eine Verbindung zwischen dem menschlichen Körper, dem Geist und der Natur, die sein eigentliches Zuhause ist?

Ruedi Schwyn antwortet mit Form und Material, konstruiert aus Holz und lässt bildlich Gedanken ins Rollen kommen: Wo geht es mit uns hin? Und wo stehen wir? Und so beschreibt der Künstler seine Arbeit:

« „Wohin?“  war  immer wieder eine Grundfrage der menschlichen Richtungs-Entwicklung auf unserem Planeten und beeinflusste damit auch die „wie“- Entwicklungen: Welche Verhaltens- und Technologieschritte bringen gute Zukunft? Das grosse Wachstum der Menschheit und ihre Wie-Entwicklungen führten nun zu wachsenden Klima- und Naturproblemen.

Weil die planetare Natur der Haupttank unseres Lebens ist, baute ich dieses auf Menschenköpfen rollende, parkierte Fahrzeug mit Naturtank in welchem Hibiskus-und Juniperuspflanzen leben. Als Material verwendete ich vom Menschen unterschiedlich bearbeitetes Holz. Aus dem heftigsten veränderten Holz, den verleimten Span-Roh-Standard-Platten sägte ich die Kopfräder, um die Frage zu setzen: Wohin kommen wir mit solchen Naturveränderungen und welchem WOHIN müssen wir unsere Zukunft wählen, um Klima und Natur mit sinnvollem, fruchtbarem WIE zu behandeln?»

Die Menschenprofile, aus einem früheren Projekt stammend, zeigen in unterschiedliche Richtungen. Selten ist eine (Fahrt-) Richtung eindeutig, mal ist ein Spurwechsel angesagt oder wir drehen uns auch mal im Kreis. Wir tragen in unseren Köpfen viel mit uns durchs Leben und beeinflussen durch unsere Gedanken und unser Tun die Umgebung, in der wir leben. Und vor allem: Gedanken wachsen, wie die Pflanzen um uns herum.

„Wohin?“ ist nun mitten auf dem Schlachthof parkiert und kann jederzeit besichtigt werden. Wo bringt uns die Skulptur hin? Und wo stehen wir?

 

 

 

Juni 2022:

  

 

 

 

★ Die Bieler Metzgermeister         und ihr Schlachthof

 

Die drastischen Folgen der Betriebseinstellung für die lokalen Metzger

Mittwoch, 22. Juni 2022 – 17 Uhr
RAUM/ESPACE 1
Murtenstrasse 70, 2503 Biel/Bienne

Unsere Gäste: Die Metzgermeister Fritz Marthaler und Kurt Luginbühl kämpften einst mit grossem Engagement für die Erhaltung des Bieler Schlachthofs. Vergeblich. Das bittere Ende des Bieler Schlachtbetriebs besiegelte auch das Ende der traditionellen Fleischbeschaffung aus der Region für die Region...

«Aus der Region – für die Region» heisst heute ein beliebter Slogan. Der Bieler Schlachthof erfüllte einst genau diesen Anspruch: Die Bieler Metzgermeister schlachteten dort Tiere für ihr Geschäft, die sie zuvor auf den Bauernhöfen im Seeland und im Jura selber ausgesucht hatten... So schilderte es ein Bieler Metzgermeister noch Anfang der 1990er Jahre.

Sehr bald sollte sich dies jedoch ändern: Als der Bieler Schlachthof am 27. Oktober 1992 seinen Betrieb für immer einstellte, hatte dies für die Metzger wie auch für die Bauern und die Konsumentinnen und Konsumenten drastische Folgen:

Die lange gepflegte und geschätzte Nähe zwischen Bauernschaft, Schlachtbetrieb und Metzgern fand damit ein jähes Ende. Ein Ende, gegen das sich der damalige Präsident des Bieler Metzgermeistervereins Kurt Luginbühl vehement zur Wehr gesetzt hatte – auf politischer Ebene tatkräftig unterstützt von Fritz Marthaler. Vergeblich.

Um den Bieler Schlachthof weiterzuführen, hätte es grosser Investitionen bedurft. Bereits Mitte der 1980er Jahre habe man darüber diskutiert, erinnert sich Fritz Marthaler, ob der Standort mitten in der Stadt saniert werden solle, oder ob ein Umzug, etwa ins Bözingenmoos, zeitgemässer wäre.

Schliesslich zog die Politik dem städtischen Schlachthof jedoch aus wirtschaftlichen Gründen gänzlich den Stecker.

Was dies für die Metzgermeister bedeutete und wie sich das Geschäft mit dem Fleisch seither verändert hat, schildern die beiden Bieler Urgesteine Kurt Luginbühl und Fritz Marthaler am kommenden Mittwoch, 22. Juni im dritten Oral History-Gespräch auf dem Schlachthof.

Ab 17 Uhr sind sie in der ehemaligen Schlachthofkantine bei Gabriela Neuhaus zu Gast und verraten bei dieser Gelegenheit vielleicht sogar, wie und weshalb der eiserne Muni über dem Schlachthofeingang eines Tages plötzlich verschwunden war....

Fragen stellen ist erwünscht, Zuhörerinnen und Zuhörer sind willkommen!

 

  

★ Hot saturday:

Live Graffiti Spray

Event am Samstag, 18. Juni 2022  – ab 16.00 Uhr – nicht verpassen: Es wird bunt! Mit XBROS und Feuergrill.

  

 

   XBros ist eine Graffiti- und Streetart-Künstler-Gruppe aus Biel.

Sie besteht seit 2010. Kern der Gruppe:  Nims, Renb One, Lushan, Mista und Meash.

 

  

MITTWOCH, 15. Juni 2022

SCHLACHTHOF-GESCHICHTEN 

DER SCHLACHTHOFVERWALTER IM CLINCH

Wie die Politik 1989 das Ende des Bieler Schlachthofs besiegelte

Mittwoch, 15. Juni 2022 – 17 Uhr, Murtenstrasse 70 – 2503 Biel/Bienne

Unser Gast: Robert Wyss von 1985 bis 1992 der letzte Bieler Schlachthofverwalter

Noch während des Studiums jobbte der Bieler Robert Wyss als Fleischschauer auf dem Schlachthof an der Murtenstrasse. Als der damalige Schlachthofverwalter Hugo Keller 1984 unvermittelt starb, bewarb er sich um dessen Nachfolge – und wurde 1985 als neuer Schlachthofverwalter gewählt.

Zeitzeugen berichten, mit wieviel Engagement der junge Tierarzt sich für den Bieler Schlachthof eingesetzt hat. Er traf schon damals auf schwierige Verhältnisse: Die Kuttlerei war veraltet und in einem schlechten Zustand, Investitionen wären nötig gewesen – dafür fehlte jedoch das Geld. Und die Politik war nicht bereit, die für einen Fortbestand des Bieler Schlachthofs nötigen Kredite zu sprechen. Als Betriebsverantwortlicher, der gleichzeitig die Qualität der Arbeit auf dem Schlachthof überwachen musste, habe er ständig mit Interessenskonflikte zu kämpfen gehabt, erinnert er sich. Er hatte aber sowohl zur Politik wie zu den Metzgermeistern in Biel, die bis zur letzten Minute gegen die Schliessungspläne kämpften, einen guten Draht.

Robert Wyss zog dann bereits ein halbes Jahr vor dem Lichterlöschen auf «seinem» Bieler Schlachthof weiter: Wie bereits zuvor in Biel, engagierte er sich in seinem neuen Job auf dem grossen Schlachthof in Basel für die ständige Optimierung des Tierschutzes im Schlachtbetrieb. An seine Zeit in Biel hat er lebhafte Erinnerungen – Schlachthöfe scheinen ein unendliches Geschichtenreservoir zu bieten. Dies wurde bereits am letzten Mittwoch anlässlich des Besuchs von Stephan Häsler deutlich: Nebst vielen spannenden fachlichen Informationen gab es eine Reihe heiterer Anekdoten.

 

 


Juni 2022:

  

KÖSTLICHES SOMMERANGEBOT

Immer wieder dienstags ist TerreVisionstag auf dem Schlachthofareal. Am späten Nachmittag, ab 16.30 bis gegen 19 Uhr können die Glücklichen, die bereits ein Abo gelöst haben, ihr Gemüse vor dem Raum No 1 abholen. Das Angebot ist jetzt sommerlich bunt und köstlich... Noch unentschieden? Möchtest du es einmal versuchen, ohne dich gleich für ein Jahr zu verpflichten? Dann ist die Sommeraktion von TerreVision genau das Richtige für dich: Für 75 Franken gibt es jetzt ein Monatsabonnement für den Gemüsekorb. Dafür kannst du während vier Wochen jeweils am Dienstag einen  «kleinen Korb» im Wert von je 20 Franken in Empfang nehmen. Zugreifen lohnt sich!  Alle weiteren Informationen findest du direkt auf der Seite von TerreVision:

click and order

 

     


 

Mai 2022

  

 

 

 

Mai 2022

  

1. KULINARISCHES ANGEBOT AUF DEM SCHLACHTHOF

FREILUFT-BIBLIOTHEK

IM SCHLACHTHOF

24h offen 

April 2022:

 

März 2022:

  

STADTREGIERUNG WILL SCHLACHTHOF PLATT MACHEN

Anfang März hat der Gemeinderat auf der offiziellen Webseite der Stadt Biel seine Antwort auf unsere Petition «Kulturplatz statt Parkplatz» in Kurzform publiziert. Darin stellt er klar, dass er nicht gewillt ist, auf die Vermietung von Parkplätzen zu Dumpingpreisen zugunsten einer öffentlichen und kulturellen Nutzung des Schlachthofareals zu verzichten. Dies, obschon unsere Petition von über 800 Menschen unterzeichnet worden ist und auch aus der Politik viele unterstützende Stimmen für das Engagement der IG Schlachthof Kulturzentrum zu vernehmen sind.

     

Der Gemeinderat lässt weiter verlauten, man stehe einer «mietweisen und selbsttragenden Nutzung von bestimmten freiwerdenden Lokalen oder Flächen des Schlachthofareals für kulturelle Zwecke positiv gegenüber». Konkret heisst das: Die IG Schlachthof Kulturzentrum bezahlt für Raum No 1 aktuell der Stadt Biel monatlich einen Mietzins von CHF 475.— Ein stolzer Preis, wie der Vergleich mit vergleichbaren Raumangeboten (rund 60 Quadratmeter in Altbau, ohne Heizung und Tageslicht) zeigt. Im krassen Gegensatz dazu stehen die äusserst günstigen Preise, welche die Occasion-Händler für ihre Parkflächen bezahlen: Auf dem Schlachthofareal bezahlen sie wesentlich weniger als auf einem Areal in Lyss, das sie zuvor gemietet hatten...

Doch damit nicht genug: Im stark verkürzten Text auf der Website der Stadt fehlt der eigentliche Sprengstoff der gemeinderätlichen Antwort:

«Ein längerfristiger Erhalt der Gebäude auf dem Schlachthofareal ist aus ökonomischen Gründen auszuschliessen», steht Schwarz auf Weiss im von Stadtpräsident Erich Fehr und Stadtschreiberin Barbara Labbé unterschriebenen Antwortschreiben, das wir per Post erhalten haben. Und weiter: «Die notwendigen Investitionen in den Erhalt und die Anpassung der Gebäude an die heutigen Anforderungen, insbesondere auch an energetische Standards, würden den Nutzwert um ein Vielfaches übersteigen. Die Grundrisse und die Konzeption entsprechen immer noch der damaligen Nutzung als Schlachthof und müssten für neue Bedürfnisse ebenfalls angepasst werden.»

Mit anderen Worten: Der Gemeinderat erteilt unserer Initiative eine klare Absage und will das Schlachthofareal kurzerhand plattmachen! Dies, obschon auch den Stadtoberen bekannt sein dürfte, dass aktuell ein Verfahren läuft, um das historische Ensemble unter Denkmalschutz zu stellen – weil es sowohl baugeschichtlich wie von der Lage her ein Kleinod ist, das es zu erhalten gilt. Es darf nicht sein, dass dem westastbefreiten historischen Areal nun doch noch der Abrisshammer droht!

Das überwältigende Interesse der Bevölkerung an den Veranstaltungen und Events auf dem Schlachthofareal zeigt das grosse Bedürfnis und Potenzial für ein Begegnungs- und Kulturzentrum im Herzen der Städte Biel und Nidau, in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof.

Der Gemeinderat fantasiert in seiner Petitionsantwort, «das Areal des alten Schlachthofs liegt am Rande des Stadtgebietes» – was nun wirklich völliger Nonsens ist, das weiss er wohl selber. Denn gerade die Lage des Schlachthof-Areals im Kerngebiet Biel/Nidau dürfte die Stadtregierenden dazu bewogen haben, von einer maximal profitablen Überbauung zu träumen. Die Investoren stehen schon in den Startlöchern stehen. Die kommen aber nur, wenn die Stadt Biel den Weg frei macht, indem sie den Schlachthof zur Gänze kaputtschlägt.

Soweit darf es nicht kommen! Gelungene Beispiele auf der ganzen Welt – von Palma di Mallorca über La Chaux-de-Fonds, Kassel oder Rom zeigen, dass sich ehemalige Schlachtareale bestens für eine Umnutzung eignen – und dadurch gleichzeitig das historische Erbe gesichert, sowie die Bedürfnisse einer breiten Bevölkerung abgedeckt werden können.

Wir bleiben dran und kämpfen für den Erhalt und die Umgestaltung «unseres Schlachthofs»! – Mobimo bau anderswo!

 


 

 

März 2022:

DER MUNI IM EXIL

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Versteckt er sich hier?
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  Schon sind es fast vier Monate, seit uns unser Muni die schönste Schlachthof-Überraschung des letzten Jahres beschert hat... Zur Erinnerung: Während Jahrzehnten war das edle Tier untergetaucht, verschwunden. Trotzt Fahndungsaufrufen fehlte von ihm jede Spur. Bis er dann, kurz vor dem Einweihungsfest für Raum N°1, unvermittelt aufgetaucht ist. Aus Freude und Neugier über das neue Leben, das auf dem Schlachthof erwacht, ist er zurückgekehrt. Voller Vertrauen, dass jetzt alles gut kommt, mit seinem Schlachthof... Einen Abend lang hat er mit uns gefeiert. Danach musste er leider erneut ins Exil: Sein Gesundheitszustand erlaubt es ihm vorläufig nicht, seinen angestammten Platz wieder einzunehmen. Ein ärztlicher Check durch einen Restaurator hat gezeigt, dass es unserem Muni für sein Alter zwar ganz gut geht. Trotzdem empfiehlt sich eine gründliche Rehakur, bevor er wieder rund um die Uhr Wind und Wetter ausgesetzt wird. Deshalb verbringt der eiserne Muni momentan die meiste Zeit an einem geschützten Ort, wo es ihm gut geht und er auf seine Behandlung wartet.

Das hindert den jung gebliebenen Hundertdreissigjährigen jedoch nicht daran, seinem geliebten Schlachthof ab und zu einen Besuch abzustatten und das neue Leben dort mitzugeniessen. Einer seiner Lieblingsort ist der Bücherschrank in der ehemaligen Telefonkabine. Dort findet er immer wieder jemanden, der ihm Geschichten vorliest. So geschehen auch an einem sonnigen Tag Mitte Februar. Im Bücherschrank lag damals ein Exemplar von Franz Hohlers Buch «Der Enkeltrick». Als er damals die Geschichte von den Geburtstagsglückwünschen hörte – das zweite Kapitel im «Enkeltrick-Buch» – hatte unser Muni eine einmalige Idee: Er schickte seinerseits Franz Hohler eine Geburtstagskarte mit seinen besten Wünschen und einer Einladung auf den Schlachthof! Schliesslich, so dachte der Muni, wurde ja auch Franz Hohler in unserer schönen Stadt am Jurasüdfuss geboren und freue sich deshalb bestimmt über ein Wiedersehen und das Erkunden des Schlachthofareals seiner Geburtsstadt...

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Natürlich hoffte der Muni voller Spannung auf eine Antwort des Gebutstags-Beglückwünschten. Die liess auch nicht lange auf sich warten. Und siehe da: Franz Hohler liess dem Muni mitteilen, er komme demnächst tatsächlich nach Biel! – Leider wird er seine Schritte aber nicht auf den Schlachthof lenken, sondern in die andere Richtung: Am 27. April liest der Eingeladene in der Buchhandlung Lüthi aus seinem Enkeltrick.

So wird es wohl zu keinem Treffen mit dem Muni kommen, denn der ist und bleibt auf dem Schlachthof daheim. Zudem will er, sofern es sein Zustand erlaubt, an diesem Tag eh lieber einen Frühlingsausflug auf sein Areal unternehmen.

Just an diesem Tag nämlich – noch bevor Franz Hohler an der Nidaugasse sein Buch aufschlagen wird – gibt es auch auf dem Schlachthof Geschichten zu hören. Ganz besondere, noch nie gehörte Geschichten: Am 27. April laden nämlich die IG Schlachthof Kulturzentrum und Ueli Schärrer zur zweiten Oral History-Veranstaltung ein: Ab 17 Uhr wird der ehemalige Schlachthofmitarbeiter seine  bewegenden Schlachthof-Geschichten erzählen – und unsere Fragen beantworten... 

 

 

 


Oktober 2021:

  

ALTES ERHALTEN –
NEUES ANSCHIEBEN

 

In seinem Modell hat Nicolas Tschabold die ehemalige Direktionsvilla mit all ihren Feinheiten detailgerecht nachgebildet. Ebenso die alten Schlachthallen von 1885 und das imposante Gebäude entlang der Salzhausstrasse. «Das Bestehende auf diesem Areal ist eindrücklich und interessant – mein Ziel war es, ein Maximum davon zu erhalten», erklärte der Jung-Architekt seine Arbeit anlässlich einer Diskussionsveranstaltung über Zukunftsvisionen für das Bieler Schlachthofareal.

Wie 23 seiner StudienkollegInnen an der Hochschule für Technik und Architektur in Fribourg hat er sich in den letzten Monaten intensiv mit dem Areal befasst: Im Rahmen ihrer Bachelor-Diplomarbeit hatten sie die Aufgabe, auf der rund 8000 Quadratmeter grossen Parzelle eine Baufachschule zu planen. Dabei gingen nicht alle mit der alten Bausubstanz so sorgsam um wie Nicolas: Einige Studierenden machten kurzerhand Tabula Rasa, um das Areal von Grund auf neu zu bebauen.

Am Wochenende vom 2./3. Oktober war eine Auswahl der Bachelor-Arbeiten in der ehemaligen Schlachthalle auf dem Areal ausgestellt. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von den kreativen Lösungen für das Areal und dessen Umgebung, dargestellt mit Visualisierungen und filigran gebauten Modellen.

 

 

Bereits anlässlich der Vernissage vom Samstag drehten sich die Gespräche immer wieder um die Frage: Erhalten, erneuern, abbrechen und ersetzen? Die zahlreichen Gäste aus Fribourg und der Westschweiz, die das Areal zum ersten Mal besuchten, waren allesamt begeistert vom Ort und dessen Charme. 

Dies wohl nicht zuletzt auch dank dem von der Fachhochschule offerierten Apéro, geliefert von der bestehenden Gastronomie auf dem Areal: Wein von der Cave des Gourmets und köstliche tamilische Häppchen aus Samis Schlachthofküche. Einmal mehr haben die ansässigen Schlachthöfler Sami, Chrigel, Jacques sowie diesmal insbesondere auch die Firma Baronello, die ihre Räumlichkeiten für den Event zur Verfügung stellte, für ein tolles Gelingen gesorgt.

Genauso wie die beiden DJs, die mit ihrem Sound die alten Schlachthallen verwandelten...

 

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September 2021:

  

 

 

Freitag, 17.09.2021

 

 

  

 

JETZT MITGLIED WERDEN!

Es hat klein und bescheiden angefangen : Ein paar Menschen aus dem Quartier und der Stadt Biel haben sich  zusammengetan, um das Areal des ehemaligen Bieler Schlachthofs zu neuem Leben zu erwecken. Wir haben die IG Schlachthof Kulturzentrum gegründet und im Mai 2021 zu einem ersten Infoanlass eingeladen.

Beflügelt vom grossen Interesse an dieser ersten Veranstaltung – wir zählten mehrere Hundert Besucher:innen –  folgten weitere. An einem sonnigen Sonntagnachmittag rollten unter dem Motto «Boules et Pastis» die Kugeln. Die Baronello-Halle öffnete ihre Tore für Architektur- und Kunstausstellungen, im Openairkino versammelte sich tout Bienne und Umgebung im Innenhof zu PianoPianoklängen, am Jubiläumsfest jagten sich kulinarische und musikalische Höhepunkte. Und der längst verschollen geglaubte Schlachthofmuni tauchte plötzlich wieder auf!

Mit der Miete von Parkplatz 3 hat die IG im Sommer 2021 ein erstes Zeichen für mehr Kultur anstelle von Autos auf dem ehemaligen Schlachthofareal gesetzt. Im November dann kam die ehemalige Kantine dazu. Wir haben sie Raum 1 genannt – weil sich über kurz oder lang weitere Räume und Hallen in Kultur- und Begegnungsorte verwandeln werden. 

Dafür braucht es aber ein Minimum an Geld und Organisation: Die Miete für die Räume will bezahlt sein, die Flyer und Plakate für die Promo müssen gedruckt werden, Künstler:innen sollen eine Gage erhalten... Auch wenn vieles in Freiwilligenarbeit möglich ist – ganz ohne Mittel kommen auch wir nicht aus.

Deshalb haben wir einen Verein gegründet, wo alle, die sich für den Erhalt und die Neubelebung des historischen Schlachthofareals engagieren wollen, ab sofort Mitglied werden können.

Mit einem bescheidenen Jahresbeitrag, dessen Höhe jede und jeder selbst bestimmt, ist man dabei. Es braucht halt eine gewisse finanzielle Basis, damit wir auch in diesem Jahr die Mieten stemmen und weitere Flächen in Kultur- und Begegnungsräume transformieren können.

Je mehr Mitglieder den Verein IG Schlachthof Kulturzentrum unterstützen – ob finanziell oder auch durch eigene Inputs und Freiwilligenarbeit – desto bunter wird auch das Programm. Temporäre Skulpturen statt Autos auf dem Parkplatz Nr. 3, Improvisationstheater, Konzerte, Openairkino, Akrobatikkunst, Literaturperformances, Graffiti Battles und immer wieder inspirierende Ausstellungen im Raum 1...

Deshalb schon jetzt: DANKE für dein Mitwirken – und für all jene, die trotz allem lieber nicht einem Verein beitreten wollen: Auch Spender:innen ohne Vereinsmitgliedschaft sind selbstverständlich willkommen!

 

Und hier kannst du dich gleich anmelden und Mitglied werden:

 

JA – ICH BIN DABEI!