DENKMALSCHUTZ

Der ehe­ma­lige Bie­ler Schlacht­hof ge­hört un­ter Denk­mal­schutz. Diese Ant­wort er­hält, wer sich bei Fach­leu­ten er­kun­digt. Das his­to­risch her­aus­ra­gende En­sem­ble wurde bei der letz­ten In­ven­ta­ri­sie­rung (1994–2004) ver­mut­lich nur des­halb nicht ins In­ven­tar auf­ge­nom­men, weil die ge­plante West­ast­au­to­bahn das Areal ge­quert hätte und die Ge­bäude der Strasse hät­ten wei­chen müssen.

So­weit ist es nicht ge­kom­men. Zum Glück: His­to­ri­sche Schlacht­hof-Gross­an­la­gen wie jene in Biel ha­ben näm­lich Sel­ten­heits­wert. Der Bie­ler Schlacht­hof hat des­halb laut Fach­aus­kunft eine her­aus­ra­gende ty­po­lo­gi­sche so­wie orts- und wirt­schafts­his­to­ri­sche Be­deu­tung, die es zu er­hal­ten gilt.

Im Denk­mal­pflege-In­ven­tar des Kan­tons Bern fi­gu­rie­ren un­ter dem Stich­wort Schlacht­hof ein­zig die bei­den his­to­ri­schen Schlacht­hof­an­la­gen von Saint-Imier und Bern als schüt­zens­wert, jene von Ta­van­nes ist als er­hal­tens­wert ein­ge­stuft. Sie alle sind je­doch jün­ger als jene in Biel, de­ren äl­teste er­hal­tene Ge­bäude aus dem Jahr 1885 datieren.

Dazu ge­hört ins­be­son­dere das im In­ven­tar der neue­ren Schwei­zer Ar­chi­tek­tur INSA er­wähnte ehe­ma­lige Haupt­ge­bäude «mit ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Fas­sade mit drei Gie­beln», ver­mut­lich die äl­teste Gross­vieh­schlacht­halle des Kan­tons Bern. Wei­ter er­wähnt sind auch der grosse Kom­plex an der Salz­haus­strasse, das ehe­ma­lige Ver­wal­tungs­ge­bäude (Mur­ten­strasse 68) aus dem Jahr 1916 so­wie die aus der glei­chen Zeit stam­mende Schlacht­ho­fer­wei­te­rung im Heimatstil.

Heute prä­sen­tie­ren sich die der Stadt Biel ge­hö­ren­den Lie­gen­schaf­ten zwar in ei­nem schlech­ten, teil­weise stark ver­lot­ter­ten Zu­stand. Aber mit Aus­nahme des Ka­mins von 1930, der vor ein paar Jah­ren «aus Si­cher­heits­grün­den» ab­ge­baut wurde, ist fast al­les ist noch da.

Gut so. Denn ak­tu­ell bie­tet sich eine ein­ma­lige Chance, Ver­pass­tes nach­zu­ho­len: Ak­tu­ell müs­sen alle Ge­mein­den im Kan­ton Bern ihre In­ven­tare re­vi­die­ren. Auch in der Stadt Biel wird neu be­wer­tet, was künf­tig wei­ter­hin oder neu un­ter Denk­mal­schutz ge­stellt wer­den soll. Im Rah­men die­ser In­ven­ta­ri­sie­rung kann und muss die Un­ter­schutz­stel­lung des Schlacht­hof­are­als nach­ge­holt werden!

Noch ist es nicht zu spät: Trotz feh­len­dem Un­ter­halt ist die his­to­ri­sche Bau­sub­stanz weit­ge­hend er­hal­ten. In den seit Jah­ren vor­nehm­lich als La­ger­räume zwi­schen­ge­nutz­ten Ge­bäu­den fin­det man so­gar noch In­stal­la­tio­nen und Ein­rich­tun­gen des eins­ti­gen Schlachtbetriebs.

Dies al­les gilt es zu si­chern und zu sa­nie­ren. Denn der ehe­ma­lige Schlacht­hof ist nicht nur ei­nes der span­nends­ten his­to­ri­schen En­sem­bles der Stadt Biel – er hat auch das Po­ten­zial, zu ei­nem ein­ma­li­gen Be­geg­nungs- und Kul­tur­ort zu wer­den. Biels neue Vi­si­ten­karte zwi­schen Bahn­hof, Salz- und Gurnigelstrasse.

 

Ein Gedanke zu „DENKMALSCHUTZ

  1. Matthias Rüegger Antworten

    Su­per Idee, es wäre schade, wenn dies ver­lo­ren ginge!

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