Folie110
Folie310
Folie61
Folie71
Folie81
Folie91
Folie101
Folie111
Folie121
Folie131
Folie141
Folie151
Folie161
Folie171
Folie181
Folie292
Folie191
Folie201
Folie211
Folie221
Folie231
Folie241
Folie251
Folie261
Folie271
Folie281
Folie291
Folie301
Folie311
Folie321
Folie332
Folie341
Folie351
Folie371
Folie381
Folie391
previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow
Shadow

 


 

 

 

MITTWOCH, 7. DEZEMBER

 

BIO-HÄRDÖPFU VOM SCHLACHTHOF

Am kommenden Mittwoch, 7. Dezember gibt es im Raum Nr 1 eine Aktion gegen Foodwaste: Ueli Gassner und Angela Weber aus Ipsach haben auf ihrem Bio-Bauernhof in Ipsach diesen Sommer beste Bio-Kartoffeln produziert – und sind nun auf 800 kg Härdöpfu sitzen geblieben.

Der Verein «Nourrir la Ville/Stadt Ernähren» organisiert deshalb auf dem Schlachthof-Areal einen Food Save Markt auf dem Schlachthofareal, wo die Kartoffeln zu einem fairen Preis verkauft werden. Wer sich seine Kartoffeln bereits jetzt sichern will, kann sie HIER reservieren.

Seit die Aktion bekannt geworden ist, haben sich bei den Organisator:innen der Rettungsaktion weitere Bäuerinnen und Bauern gemeldet, die ebenfalls am kommenden Mittwoch im Rahmen des Food Save Markts ein vielfältiges Sortiment an biologischem, regionalem und saisonalem Gemüse anbieten, das es nicht in die Regale der Grossabnehmer geschafft hat.

Wie es sich für einen richtigen Markt gehört, wird auch für das leibliche Wohl vor Ort gesorgt: Exquisite Pommes Frites Maison und Härdöpfusuppe von Alines Feuerküche. Wer Alines Küche kennt, weiss: Das wird köstlich...        


 

WASSER IM ADVENT

 

Zum Auftakt guckte der Mond noch zwischen den Wolken auf das Schlachthofareal hinunter.

Doch bald hat er sich zufrieden verzogen: Als das wärmende Feuer hell loderte, der Glühwein bereitgestellt und die schmucken Bühnenlampen die Szene in bestes Licht tauchten, konnte nicht einmal der feine Nieselregen die Stimmung verderben.

Schliesslich spielten ja Wasser... Es war ihr zweites Konzert auf dem Schlachthof, nach ihrem vielbeklatschten Auftritt am Jubiläumsfest im September. Mit ihrem Advents-Wunschkonzert lässt das Duo Wasser das Schlachthofareal in den besten Tönen erklingen. Gerne mal etwas schräg, immer hintersinnig und aus dem Leben gegriffen.

Dazu wärmt der Glühwein Hände und Kehle... Besseres dürfte der Advent in Biel kaum zu bieten haben...

Das nächste Wasser-Wunschkonzert am kommenden Mittwoch, ab 18. 30 Uhr - auf der Bühne Kulturparkplatz Nr. 8 

Hier schon mal eine musikalische Kostprobe:

 

 


 

KULTIGE KUNST

Nach der erfolgreichen packenden Ausstellung von Becke und Ryter im Mai, gibt's seit letzem Freitag im Raum 1 sowie im Atelier Ryter und auf dem Kulturparkloatz 3 wieder tolle Bilder und Skulpturen zu entdecken!

 

Diesmal ist es ein kreatives Quartett, das sich zusammengetan hat, um uns mit BEAUTIFUL TRASH zu überraschen:

Chrigel Ryter, Becke, Hervé Thiot und Beni06 zeigen eine kultige Werkschau. Im Atelier von Chrigu ist zudem eine weitere Künstlerin am Werk: Katharina verwandelt urige Holzbretter in bunte Werke... Und das beste ist: Man kann all die Werke auch kaufen! – Im Preis inbegriffen ist - nebst dem Honorar für den Künstler, die Künstlerin – ein Solibeitrag für das weitere Gedeihen der Kultur auf dem Schlachthofareal...

 

 

Die Ausstellung läuft noch bis am Sonntag, 11. Dezember.

Die Öffnungszeiten:

Freitag/Samstag jeweils 17-20 Uhr  –  Sonntag 14-18 Uhr

Ein Besuch lohnt sich!!!

 


  

RENDEZ-VOUS MIT DEM SCHLACHTHOFVERWALTER

Am letzten Samstag lud das Neue Museum Biel NMB zum Ortstermin auf den Schlachthof. Robert Wyss, von 1985 bis 1992 der letzte Schlachthofverwalter in Biel, führte die Gäste über «seinen» Schlachthof und wusste manch spannendes Detail zu erzählen.

Unterstützt wurde er dabei von Jean-Louis Burkhardt, der von 1968 bis zur Einstellung des Schlachtbetriebs am 27. Oktober 1992 als Metzger auf dem Schlachthof arbeitete. Auch Kurt Luginbühl, der den Schlachthof ebenfalls wie seine Westentasche kennt, wusste auch noch das eine oder andere Detail zu ergänzen. Er brachte sogar den Schlüssel zum ehemaligen Kühlraum mit – ein Raum, der sogar der IG bisher verschlossen blieb. Besonders spannend: Ein Teil der alten Installationen sind noch vorhanden – zudem wurde eine Kühlbox eingebaut, wo auch heute noch ein Metzger seine Fleischwaren lagert.

Die Führung stiess auf reges Interesse – zum Abschluss gab es im Cave des Gourmets noch einen Apéro und weitere Diskussionen um die Vergangenheit und Zukunft des Schlachthofareals.

 

 

 


 

  

 

DER MUNI IM MUSEUM

Am 27. Oktober 1992 wurde der Betrieb im Bieler Schlachthof eingestellt, die Lichter erloschen. «Es war merkwürdig, kurz nach halb Vier, als ich den Schlüssel drehte, ist die Uhr stehen geblieben — sie zeigt heute immer noch die gleiche Zeit, niemand hat sie seither bewegt», erinnert sich Jean-Louis Burkhardt, damals städtischer Metzger auf dem Schlachthof.

Auf die Minute genau 30 Jahre später eröffnete Florian Eitel heute Nachmittag die Ausstellung «Fleisch für Biel». Aus Anlass des 30. Jahrestags der Betriebseinstellung zeigt das Neue Museum Biel zahlreiche Kostbarkeiten und Trouvaillen aus der über hundertfünfzigjährigen Geschichte des Schlachthofs und der Bieler Metzgermeister:

 

Dazu gehören nebst zahlreichen Objekten des einstigen Schlachtbetriebs das erste Schlachthofreglement von 1877, Fotos und Filme aus verschiedenen Epochen sowie Originalpläne der nunmehr denkmalgeschützten Gebäude – ergänzt durch Erinnerungen von ehemaligen Schlachthofmitarbeitern und Metzgermeistern.

Unbestrittener Höhepunkt der Ausstellung ist jedoch ein spezieller Gast: Der Schlachthof-Muni. Über hundert Jahre thronte der Stierenkopf über dem Eingang zum Schlachthaus. Nach dessen Schliessung verschwand er plötzlich und galt während Jahren als verschollen. Bis anlässlich einer Veranstaltung im Schlachthof Kulturzentrum plötzlich wieder auftauchte und von der vor Ort anwesenden Bieler Finanzdirektorin willkommen geheissen wurde.

  Wegen seiner kleinen Altersbeschwerden verbrachte der Schlachthofmuni aber die letzten Monate mehrheitlich an einem sicheren Ort, wo er vor der Witterung geschützt ist. Vor seiner Rückkehr an seinen angestammten Platz muss er sich nämlich einer intensiven Schönheitsbehandlung unterziehen. Wer die Kosten übernimmt, ist zurzeit noch offen. Umso glücklicher ist der Muni, dass er die kommenden drei Monate im Neuen Museum Biel verbringen darf, wo es warm und trocken ist – und wo er sich guter Gesellschaft erfreuen darf: «Als man mich letzte Woche abgeholt hat, glaubte ich zuerst, es gehe wieder auf meinen geliebten Schlachthof. So wie im September 2022, als ich zwei Tage lang am Schlachthofjubiläum mitfeiern durfte. War das ein tolles Fest! Musik, buntes Licht, köstliches Essen – und so viele liebe Gäste, die mich bewundert und fotografiert haben… Ich hatte mich aber getäuscht: Wegen meines Alters brauche ich dringend eine Rehabilitationskur, bevor ich endgültig auf den Schlachthof an meinen Stammplatz zurückkehren kann. Umso mehr habe ich mich über das Angebot gefreut, die feuchten Wintermonate im geschützten Museum verbringen zu dürfen. Nun bin ich also hier – wieder umgeben von lauter lieben Menschen. Sorgfältig haben sie mich hergebracht und behutsam aufgehängt. Der Standort ist einmalig: Ich habe direkten Blickkontakt zu allen Besucher:innen und kann sie gleich bei ihrer Ankunft begrüssen. Anders als auf meinem Stammplatz unter dem Schlachthausgiebel kann man mich hier ganz aus der Nähe bewundern. So kommen die Details meiner in Metall gearbeiteten Schönheit voll zur Geltung! Gross ist deshalb meine Hoffnung, dass es nach meiner Museumszeit im Frühjahr bald zur Kur geht. Die brauche ich dringend, damit ich wieder draussen, unter dem Giebel hängen darf. Dort gehöre ich auch hin – schliesslich sind bin ich und der Schlachthof jetzt offiziell denkmalgeschützt… Bis ich dorthin zurückkehren kann, geniesse ich nun aber erst einmal die Monate im Museum mit viel neugierigem Besuch aus Biel und aus der ganzen Schweiz. Und anschliessend freue ich mich, von einem Kulturort zum nächsten weiterzuziehen, um von meinem Platz hoch über dem Schlachthof auf ein buntes Treiben hinunterzublicken. Auf ein belebtes Bistro mit fröhlichen Menschen, auf Konzerte und Kunst aller Art, auf grüne Oasen und eine freigelegte Schüss. Statt geparkte Occasions-Autos gibt es dann magische Seifenblasen, die ab und zu an meinen frisch polierten Hörnerspitzen platzen…» Die Ausstellung «Fleisch für Biel» öffnet ihre Türen am Donnerstag, 27. Oktober um 15.32 Uhr und bietet in den kommenden Wochen auch eine Reihe von Rahmenveranstaltungen im Neuen Museum Biel und auf dem Schlachthof:

Offen bis 29. Januar 2023

   


 

  

22. OKTOBER

MAGIE LIEGT IN DER LUFT

Mit einem sanften Ruck reckt Tämi die beiden Stäbe in die Höhe, spreizt sie, bis sich die Schnur dazwischen streckt, macht ein paar Schritte rückwärts – und verwandelt den mit Occasion- und andern Autos verstellten grossen Platz auf dem Schlachthofareal in einen wunderbaren, magischen Ort.

Zu Hunderten tanzen Seifenblasen durch die Luft. Leicht, luftig und transparent fangen sie die Sonnenstrahlen ein und schweben, in allen Regenbogenfarben leuchtend, über den Platz und die Dächer in den Himmel...

 

 

Am letzten Samstag, 22. Oktober was es wieder soweit: Im Rahmen des Tags der offenen Türen der IG Freiraum/Stadtleben lockte auch das Schlachthofareal mit einem bunten Programm. Bei sommerlichem Wetter stiess die Führung übers Areal bei den Besucher:innen auf grosses Interesse, ebenso die bunte Infoschau im Raum 1 und natürlich die Häppchen und der köstliche Feuereintopf von Waldmeisterin Aline.

Für die magische Stimmung auf dem Areal sorgte erneut Tämi alias Bubble Tanti mit ihrem Seifenblasen-Angebot. Ein Spiel, das Gross und Klein gleichermassen begeistert: Den ganzen Nachmittag zauberten siei transparente Zauberkringel in den Himmel über dem Schlachthof. Die Bedingungen waren ideal – Sonnenschein, bei hoher Luftfeuchtigkeit bekommt den Seifenblasen besonders gut. «Es ist ein Spiel mit dem Wind», schwärmt Tämi. «Je ruhiger man ist, je besser man sich auf den Wind einlassen kann, desto besser gelingen die Bubbles.

 

Die Reise der Seifenblasen auf das Schlachthofareal startete vor über zehn Jahren in Wien. Während eines sechsmonatigen Aufenthalts lernte Tämi einen Riesenseifenblasen-Künstler kennen. Gemeinsam kehrten sie 2010 in die Schweiz zurück, im Gepäck die Magic Bubbles-Ausrüstung. «Als ich in Neuenburg keine Stelle fand – damals war dort ‘Frau auf dem Bau’ noch kein Thema – traten wir gemeinsam als Strassenkünstler auf», fasst Tämi zusammen.

Sie gehörten zu den ersten, die Riesenseifenblasen in die Schweiz brachten. Entsprechend gross war der Erfolg. Bald ergänzten sie ihr Angebot mit dem Verkauf von Seifenwasser und selber fabrizierten Magic-Bubble-Stäben, traten in Schulen, an Festen und Partys auf.

Davon zu leben war trotzdem schwierig. Also suchte Tämi eine Stelle in ihrem alten Beruf als Malerin und zog nach Biel. Immer stärker beschäftigte sie auch die Frage, ob Seifenblasen ökologisch überhaupt vertretbar seien.

Nach langer Zeit des Zweifelns und einer Pause von vier Jahren ist MAGIC BUBBLE nun wieder zurück. Überzeugt und mit Begeisterung. «Mir fehlten die staunenden Menschen», sagt Tämi. «Egal welche Kultur, welches Alter – Seifenblasen faszinieren alle. Sie lassen uns wieder zu Kindern werden, die staunen und lachen, im Hier und Jetzt.» Und was die ökologische Frage anbelangt: «Wie mit all unseren Ressourcen, müssen wir auch mit Seife bewusst und sparsam umgehen. Diese Message will ich den Menschen zusammen mit der Begeisterung mitgeben.»

 

Gleichzeitig mit dem Neustart sucht Tämi auch neue Wege. Mittlerweile hat sie sich als «Madame Peinture» selbstständig gemacht und verdient sich mit ihrem gelernten «Brotberuf» den Lebensunterhalt. Die Einnahmen aus den Shows, Workshops und dem Verkauf von Seife sowie weiterem Bubble-Material hingegen sollen in den Aufbau eines «Hilfswerks MAGIC BUBBLE» fliessen. Oder, wie es Tämi formuliert: «Was die Bubbles einbringen, soll voll und ganz den Kindern zugute kommen. Möge die Zukunft noch farbenfroher werden!»  

Wir freuen uns bereits heute auf die nächste Gelegenheit, bei der Tämi und ihre Gäste das Schlachthofareal erneut verzaubern!

Weitere Infos direkt bei Tämi: 079 725 84 14      


 

 

  

TAG DER OFFENEN TÜREN

 


  

KULTUR UNERWÜNSCHT?

STADT LEGT LAUFEND STEINE IN DEN WEG...

Seit eineinhalb Jahren belebt die IG Schlachthof Kulturzentrum den denkmalgeschützten Schlachthof in Biel. – Mit Musik, Ausstellungen und Menschen statt Autos und Beton. Bereits der erste Informationsanlass im Mai 2021 stiess bei der Bieler Bevölkerung auf grosses Interesse. Wie auch die beiden jüngsten Veranstaltungen: Sowohl die Aufführung des verschollen geglaubten Burger&Jacobi-Films anfangs September als auch das zweitägige Jubiläumsfest zeigten einmal mehr, welch grosses Potenzial der Schlachthof als Kultur- und Begegnungszentrum hätte. Dafür braucht es nun aber dringend weitere Schritte, um das Areal dauerhaft vom Park- und Lagerplatz in einen einladenden Aufenthaltsort zu entwickeln.

Ein erster Schritt, den vergammelten Innenhof mit Pflanzen zu verschönern, wäre aktuell mit geringstem Aufwand und gutem Willen möglich: Das Hochbeet von Waldmeisterin Aline, das den Sommer über im Rahmen von Particibienne die Passant:innen auf dem Zentralplatz erfreute, sollte Mitte Oktober auf den Schlachthof umziehen. 

Dort gibt es einen Ort, der sich dafür geradezu anbietet: Die Stadt hat vor ein paar Wochen, um Verkehrsunfälle zu vermeiden, das Hauptportal zum Schlachthof gesperrt, so dass sich hinter dem Gittertor eine kleine grüne Oase als einladender Treffpunkt und Aufenthaltsort gestalten liesse. Selbstverständlich wäre die IG für den Transport des Hochbeets aufgekommen und hätte die Waldmeisterin auch künftig bei der Pflege der Pflanzen unterstützt. Ein positives Unterfangen, möchte man meinen, eine echte Win-Win-Situation. Und eine sinnvolle Fortsetzung der Particibienne-Stadtverschönerungsaktion an einem neuen Ort. 

Doch die Liegenschaftsverwaltung quer: Sie hat gegen den vorgeschlagenen Standort ihr Veto eingelegt und verlangt, dass das Hochbeet – wenn überhaupt – nur am anderen Ende des Areals aufgestellt werden darf. Für die Miete des aus logistischen Gründen nicht nutzbaren Parkplatzs, verlangt sie von der IG zudem einen Mietpreis von 300 Franken pro Jahr.

Dies ist nur die letzte in einer Reihe ärgerlicher Episoden, mit welchen die Liegenschaftsverwaltung dem Engagement der IG laufend Steine in den Weg legt. So kann es nicht weitergehen, wie die IG in ihrer neusten Mitteilung vom 14. Oktober 2022 an die Medien schreibt:

 

click and read

 

Bieler Tagblatt, 14. Oktober 2022:

click and read

 

 


  

SCHLACHTHOF JUBILÄUMSFEST

 

EINMALIGE AMBIANCE 

 

 

Das Jubiläumsfest auf dem Schlachthof war ein voller Erfolg! – Nach 30 Jahren erwacht das Areal zu neuem Leben – und ist auf dem Weg zum neuen Kultur- und Begegnungszentrum... 

Und wiederum zeigte sich, was für eine fantastische Ambiance auf dem Schlachthof möglich ist. Dazu braucht es gar nicht viel: Auf Parkplätzen statt Autos eine Bühne aufstellen, Bars – kulinarische Köstlichkeiten im Freien gekocht – und als es dämmerte, hat Walter das ganze Areal in zauberhaftes Licht getaucht...

Am Freitagabend stimmten die Rapper von Parentz Bnc, die ihr Studio seit Jahren auf dem Schlachthof haben, mit einer tollen Performance in den Abend ein. Gefolgt von einer romantisch-atemberaubenden Vorstellung der Akrobat:innen vom Circus Donkey Productions – vor einer einmaligen Kulisse. Um 21 Uhr dann der grosse Auftritt von Studeyeah, die vor vier Jahren mit dem Song «Westast - so nicht!» dazu beigetragen haben, dass 2022 auf dem Schlachthof überhaupt ein Jubiläumsfest stattfinden konnte: Wäre der Westast gebaut worden, hätten die altehrwürdigen Gebäude der Autobahn weichen müssen... Am Freitag spielte die Band ihr neues Programm – nicht minder aktuell als vor vier Jahren – packend und mitreissend...  

 

Am Samstag ging es dann schon am frühen Nachmittag los. Bald wehte ein köstlicher Duft übers Areal: Acht international zusammengesetzte Teams von Friendly Kitchen kochten unter freiem Himmel köstliche Mahlzeiten aus aller Welt. Es gab Spezialitäten aus Peru, Tibet, Indonesien, der Ukraine, der Schweiz... ganz ohne Fleisch: Zum Jubiläum «30 Jahre schlachtfrei» lautete das Motto: Vegetarisch oder vegan. Ab 17 Uhr luden die Köch:innen dann zu Tisch – ein Hochgenuss!

 

Wo während der Woche Occasionautos verschoben werden und Lieferwagen ein- und ausfahren, gab es am Samstag zudem viel Platz für grosse und kleine Kinder: Grossen Anklang fanden die Riesenseifenblasen sowie diverse Spiele, die Schminkecke – und in einem einladenden Zelt packende Geschichten von der Märchenerzählerin, die ihr dickes Geschichtenbuch mitgebracht hatte. So bunt und vielfältig kann das Treiben sein, auf diesem einmaligen Areal...

 

 

Am Abend folgten dann wiederum musikalische Leckerbissen: Eine wahre Entdeckung war das Duo Wasser mit seinen satirisch-hintergründigen Songs - gleich vor dem ehemaligen Schlachthaus-Eingang, der sich am Samstag als einladende Kleinkunstecke präsentierte. Weiter ging es dann mit Roy and the Devil's Motorcycle auf der «Hauptbühne» – erneut: Tolle Musik in toller Atmosphäre. Nach 22 Uhr ging es dann in Raum No 1 weiter – mit den «Schlachthof-Rappern» Parentz Bnc und als abschliessender Höhepunkt Jo&Erno. Es war magisch!

Zahlreiche Besucher:innen liessen sich an den zwei Festtagen auch von Sascha auf eine Tour guidé entführen. Er präsentierte das Areal und seine Hotstpots, gewürzt mit zahlreichen Infos, Anekdoten und Hintergrundgeschichten.

Wer sich für Schlacht- und Schlachthofgeschichten interessierte, war zudem im Raum Nr. 1 an der richtigen Adresse, wo unter anderem ein 45minütiger Film über den Schlachtbetrieb anno 1990 gezeigt wurde, der immer wieder zu angeregten Diskussionen Anlass gab.

 

 

Im Raum Nr. 1 konnten sich auch alle informieren und eintragen, die Teil der Transformation des Areals vom heutigen Lager- und Parkplatz zum Kulturzentrum sein möchte. Ideen und Projekte sind übrigens immer und jederzeit willkommen! Jetzt, wo der Schlachthof unter Denkmalschutz steht und bewiesen hat, wie sehr er sich für kulturelle Nutzungen und als Begegnungsort eignet, gilt es ernst! Wer mitmachen will oder mit uns Kontakt aufnehmen, bitte Mail an: office@schlachthof-kulturzentrum.ch

Wir freuen uns auf deine Zuschrift! - Und darauf, dass es künftig weitere tolle Events auf dem Schlachthof gibt.

Der Anfang ist gemacht, nun braucht es weitere Efforts, damit das denkmalgeschützte Schlachthofareal dauerhaft ein Kultur- und Begegnungszentrum wird...

 


  

FULL HOUSE
IM SCHLACHTHOF OPENAIR-KINO

 

Die Geschichte zum Burger & Jacobi Film - hier zum Nachlesen

 


 

  

SCHLACHTHOF UNTER DENKMALSCHUTZ!

Jetzt ist es offiziell: Der Bieler Schlachthof Biel ist von «herausragender typologischer, orts- und wirtschaftshistorischer Bedeutung» und deshalb schützenswert. – So steht es Schwarz auf Weiss im revidierten Bauinventar der Stadt Biel, dessen Entwurf seit letztem Montag beim Regierungsstatthalteramt in Nidau aufliegt und auch online eingesehen werden kann.

Während im ganzen Kanton, als Folge des revidierten Baugesetzes, rund 11'000 Objekte aus dem Inventar der «erhaltens- und schützenswerten Objekte» entlassen wurden und somit keinen denkmalpflegerischen Schutz mehr geniessen, gehören die Liegenschaften des Bieler Schlachthofs zu den wenigen Bauten, die neu im Inventar figurieren.  In der Vergangenheit hatte man auf deren Schutz verzichtet, weil sie der Westast-Autobahn hätten weichen müssen. Diese Gefahr ist nun definitiv gebannt.

Im Klartext: Das ehemalige Wohn- und Verwaltungsgebäude an der Murtenstrasse 68, das monumentale Kühlhaus entlang der Salzhausstrasse sowie das einstige Schlachthaus wurden ins Inventar der geschützten Baudenkmäler des Kantons Bern aufgenommen und dürfen nicht abgerissen werden.

 

 

Endlich steht das historische Ensemble des Schlachthausareals unter Denkmalschutz!

Die Objektblätter für die drei herausragenden Gebäude des Bieler Schlachthofs bestätigen frühere Aussagen, wonach es sich beim Bieler Schlachthof um «die älteste erhaltene Schlachthof-Grossanlage» im Kanton handelt, die auch schweizweit von Bedeutung ist. Städtebauspezialist Han van de Wetering weist zudem auf die besondere städtebauliche Setzung der Anlage hin, – verkehrstechnisch zentral, in Bahnhofsnähe und ursprünglich ausserhalb des Stadtkörpers – die bei der künftigen Entwicklung des Quartiers unbedingt zu erhalten sei.

Noch handelt es sich bei der vorliegenden Revision um einen Entwurf. Allerdings dürfte die definitive Aufnahme bloss Formsache sein. In Ihrem Begleitschreiben stellt die kantonale Denkmalpflege klar, «dass es nicht möglich ist, den Verbleib eines Objekts im Bauinventar oder die Neuaufnahme eines Objekts mit einem Rechtsmittel anzufechten. Es kann mit Beschwerde nur gerügt werden, dass das Inventar unvollständig sei, also Objekte darin fehlen würden.»

Somit ist es höchste Zeit, dass die Stadt Biel ihre bisherige Politik in Bezug auf das Schlachthofareal revidiert. Als Grundeigentümerin ist sie in der Pflicht, den geschützten Liegenschaften besonders Sorge zu tragen. Die vom Gemeinderat wiederholt geäusserte Absicht, die Gebäude abzureissen, ist mit deren Unterschutzstellung nämlich vom Tisch.

So verlangt etwa Artikel 5 des bernischen Gesetzes über die Denkmalpflege: «Denkmäler sind entsprechend ihrer Bedeutung von allen schonend zu behandeln. Kanton, Gemeinden (…) haben in ihrer Tätigkeit Denkmäler zu erhalten und, wo das öffentliche Interesse an ihnen überwiegt, zu schützen.»

Nachdem man die Gebäude über 30 Jahre lang nur notdürftig unterhalten hat – wenn überhaupt – ist es nun höchste Zeit, die wertvolle Bausubstanz zu sichern und sorgfältig Instand zu stellen. Jammern über leere Kassen hilft in diesem Fall gar nichts: Es müssen Wege gefunden werden, um das Schlachthofensemble zu erhalten und einer neuen, dem Standort würdigen Nutzung zuzuführen.

Zu oft hat die Stadt Biel in der Vergangenheit wenig Esprit im Umgang mit ihrer historischen Bausubstanz gezeigt. Es wäre eine Schande, den Schlachthof weiterhin dem Zerfall zu überlassen – das Areal hat ein riesiges Potenzial, das es zu nutzen gilt. Die IG Schlachthof Kulturzentrum hat einen Anfang gemacht – es ist zu hoffen, dass die Politik diesen Faden nun endlich aufnimmt und ernsthaft weiterspinnt.

BIELER TAGBLATT, 27. August 2022:

click and read

  

«WOHIN?»

Seit kurzem mischt ein neues Kunstwerk die Monotonie der geparkten Motorfahrzeuge auf dem Schlachthofareal auf! Und lässt erahnen, wie sich die Zukunft hier und anderswo auch noch gestalten könnte: Auf dem Kulturparkplatz steht neuerdings ein Gefährt der besonderen Art, das zum Staunen und Nachdenken einlädt – und das in den kommenden Tagen und Wochen weiter wachsen wird...

Für den Parkplatz Nr. 3 auf dem Schlachthofareal hat der Bieler Künstler Ruedy Schwyn die Skulptur „Wohin?“ entworfen.

Einem Fahrzeug ähnelnd besteht sie aus einem Tank und einer Plattform, welche durch 4 Köpfe gehalten wird. Aus der Tonne wachsen Pflanzen.

Der Künstler bringt hier 2 Themen zusammen: Die Kraft der Gedanken und die Abhängigkeit der Natur.

Wie steht es heute um unser Verhältnis zur Natur? Gibt es eine Verbindung zwischen dem menschlichen Körper, dem Geist und der Natur, die sein eigentliches Zuhause ist?

Ruedi Schwyn antwortet mit Form und Material, konstruiert aus Holz und lässt bildlich Gedanken ins Rollen kommen: Wo geht es mit uns hin? Und wo stehen wir?

Und so beschreibt der Künszler seine Arbeit:

« „Wohin?“  war  immer wieder eine Grundfrage der menschlichen Richtungs-Entwicklung auf unserem Planeten und beeinflusste damit auch die „wie“- Entwicklungen: Welche Verhaltens- und Technologieschritte bringen gute Zukunft?

Das grosse Wachstum der Menschheit und ihre Wie-Entwicklungen führten nun zu wachsenden Klima- und Naturproblemen.

Weil die planetare Natur der Haupttank unseres Lebens ist, baute ich dieses auf Menschenköpfen rollende, parkierte Fahrzeug mit Naturtank in welchem Hibiskus-und Juniperuspflanzen leben. Als Material verwendete ich vom Menschen unterschiedlich bearbeitetes Holz. Aus dem heftigsten veränderten Holz, den verleimten Span-Roh-Standard-Platten sägte ich die Kopfräder, um die Frage zu setzen: Wohin kommen wir mit solchen Naturveränderungen und welchem WOHIN müssen wir unsere Zukunft wählen, um Klima und Natur mit sinnvollem, fruchtbarem WIE zu behandeln?»

 

 

 

Die Menschenprofile, aus einem früheren Projekt stammend, zeigen in unterschiedliche Richtungen. Selten ist eine (Fahrt-) Richtung eindeutig, mal ist ein Spurwechsel angesagt oder wir drehen uns auch mal im Kreis. Wir tragen in unseren Köpfen viel mit uns durchs Leben und beeinflussen durch unsere Gedanken und unser Tun die Umgebung, in der wir leben. Und vor allem: Gedanken wachsen, wie die Pflanzen um uns herum.

„Wohin?“ ist nun mitten auf dem Schlachthof parkiert und kann jederzeit besichtigt werden. Wo bringt uns die Skulptur hin? Und wo stehen wir?

 
 


 

  

VELOS, SOUND UND MOMOS

Am Freitag 29. Juli verwandelten die Velofahrer:innen der Critical Mass das Schlachthofareal wieder einmal in einen einladenden, wunderbaren Ort!

Wir von der IG waren uns einig: Für ein paar Stunden ist unsere Vision Wirklichkeit geworden... Der Innenhof vor dem Raum 1 war belebt und verzaubert – und der Event liess uns für Momente vergessen, wie weit der Weg noch ist, bis solche Momente nicht mehr die Ausnahme sind... So schön kann es sein, auf dem Schlachthofareal!

Schon die Ankunft der Tour, gemeinsam mit den Künstler:innen der Rosalina-Tour, war von Rhythmus und viel guter Stimmung begleitet. Die Rundfahrt durch Biel und auf den Schlachthof war die letzte Etappe ihrer fast zweimonatigen Konzerttour, die sie von Brüssel nach Biel führte. Per Velo, notabene – mit viel Energie, Engagement und guter Laune! Gleichzeitig feierte die Critical Mass Biel am 29. Juli ihren 4. Geburtstag.

Auf dem Areal hatten engagierte Velofahrer:innen gemeinsam mit weiteren Freund:innen und Fans den Rosalina-Künstler:innen einen rauschenden Empfang vorbereitet. Schnell wurden die vorbereiteten Tische mit Köstlichkeiten in den Hof getragen. Als Überraschung wartete ein wohltuendes Fussbad auf die Heimkehrenden. Zu den Höhepunkten des Buffets gehörten tibetische Momos und selbstgebackene Kuchen. Schliesslich griff die Singer-Songwriterin Zofia zur Gitarre und krönte den Anlass mit ihren ergreifenden Liedern in fünf verschiedenen Sprachen. Kurz vor 21 Uhr brachen die Musiker:innen dann auf, um ihre Konzerttour mit einem Auftritt am Lakelive Bienne 2022 zu beschliessen.

Danke für euren Besuch! Und hoffentlich auf bald wieder einmal... Wer weiss, gar für ein Konzert der Hermanos Perdidos und ihrer Künstlerfreund:innen auf dem Schlachthofareal?

Uns würde es freuen!

 

 


  

KÖSTLICHES SOMMERANGEBOT

Immer wieder dienstags ist TerreVisionstag auf dem Schlachthofareal. Am späten Nachmittag, ab 16.30 bis gegen 19 Uhr können die Glücklichen, die bereits ein Abo gelöst haben, ihr Gemüse vor dem Raum No 1 abholen. Das Angebot ist jetzt sommerlich bunt und köstlich... Noch unentschieden? Möchtest du es einmal versuchen, ohne dich gleich für ein Jahr zu verpflichten? Dann ist die Sommeraktion von TerreVision genau das Richtige für dich: Für 75 Franken gibt es jetzt ein Monatsabonnement für den Gemüsekorb. Dafür kannst du während vier Wochen jeweils am Dienstag einen  «kleinen Korb» im Wert von je 20 Franken in Empfang nehmen. Zugreifen lohnt sich!  Alle weiteren Informationen findest du direkt auf der Seite von TerreVision:

click and order

 

 

 

 


 

  

KULTURVIELFALT AUF DEM SCHLACHTHOF-AREAL

Das Schlachthofareal zeigte sich im ersten Halbjahr 2022 von seiner besten Seite, mit zahlreichen Veranstaltungen – von der wunderbaren Kunstausstellung Becke & Ryter über das Act Performance Festival bis zu Filmvorführungen, kulinarischen Höhepunkten und einem Frauen-Diskussionsapéro sowie der Konstruktion von umweltfreundlichen Karton-Autos auf dem Kulturparkplatz Nr. 3...

 

Und im Juni geht es weiter! Soviel sei schon mal verraten: Aline zaubert weiterhin jeweils am Mittwoch mit ihrer Feuerküche ein wunderbares Zmittag; im Rahmen unserer Oral History-Reihe erzählen - ebenfalls jeweils am Mittwoch – der letzte Bieler Schlachthofverwalter Robert Wyss, die  ehemaligen Bieler Metzgermeister Kurt Luginbühl und Fritz Marthaler sowie Stephan Häsler, ehemaliger stellvertretender Direktor des Bundesamts für Veterinärwesen aus alten Zeiten, wie es vor 30 Jahren zur Schliessung des Schlachthofs kam. Und auch am 18. Juni 2022 gibt es Live GRAFFITI ART.

 


 

 

 

MEHRHEIT IM STADTRAT BREMST STADTREGIERUNG

 

Endlich hat sich nun aber auch wieder einmal die Politik mit dem Schlachthofareal befasst! Mehr als sechs Monate hat sich der Bieler Gemeinderat Zeit gelassen, um das überparteiliche Postulat der Kulturgruppe des Bieler Stadtrats zu beantworten. Zur Erinnerung: unter dem Titel «Zukunft gestalten: Das Potenzial des Schlachthofs Biel nutzen» verlangten die Postulant:innen, dass der historische Schlachthof weder verkauft noch abgerissen werden dürfe, sondern der Allgemeinheit zur Verfügung stehen solle.

Ganz anders sehen offenbar die Pläne des Gemeinderats mit dem Areal aus, wie aus seiner Antwort auf das Postulat hervorgeht, die – wenig überraschend – in weiten Teilen 1:1 mit der Antwort auf die Petition «Kulturplatz statt Parkplatz!» erhalten haben. So bekräftigte der Gemeinderat in seiner Antwort erneut, «ein längerfristiger Erhalt der Gebäude auf dem Schlachthofareal ist aus ökonomischen Gründen auszuschliessen.» Weiter hält er fest, einer «mietweisen Zwischennutzung von bestimmten Lokalen oder Flächen des Schlachthofareals für kulturelle Zwecke steht der Gemeinderat positiv gegenüber. Diese müssen jedoch den heutigen Standart der Lokale und Flächen respektieren und mit den auf dem Areal bestehenden Gewerbenutzungen kompatibel sein. Es entspricht nicht der Absicht des Gemeinderates, die aktuellen gewerblichen Nutzugen, welche zunehmend Schwierigkeiten bekunden in der Stadt günstigen Raum zu finden, von diesem Standort zu verdrängen.»

Im Klartext: Die Occasionhändler, deren Altwagen den grössten Teil des Aussenraums auf dem Schlachthofareal besetzen und erst vor kurzem hergezogen sind, weil sie hier weniger Miete bezahlen als in Lyss, sollen Vorrang haben vor den Bestrebungen, das Areal der Öffentlichkeit zugänglich(er) zu machen... Damit hat sich die Mehrheit des Bieler Stadtparlaments jedoch nicht abspeisen lassen: Gegen den Willen des Gemeinderats wurde das Postulat nicht abgeschrieben. Gut so! Denn es braucht mehr als Lippenbekenntnisse von Seiten der Stadtregierung, damit die hoffnungsvollen Anfänge für mehr Kultur, Begegnung und Gemeinschaft auf dem Schlachthofareal weiter wachsen und nachhaltig gedeihen können!

Der Artikel zur Stadtratsdebatte vom 20. Mai 2022 im Bieler Tagblatt:

click and read

 


  

STADTREGIERUNG WILL
SCHLACHTHOF PLATT MACHEN

Anfang März hat der Gemeinderat auf der offiziellen Webseite der Stadt Biel seine Antwort auf unsere Petition «Kulturplatz statt Parkplatz» in Kurzform publiziert. Darin stellt er klar, dass er nicht gewillt ist, auf die Vermietung von Parkplätzen zu Dumpingpreisen zugunsten einer öffentlichen und kulturellen Nutzung des Schlachthofareals zu verzichten. Dies, obschon unsere Petition von über 800 Menschen unterzeichnet worden ist und auch aus der Politik viele unterstützende Stimmen für das Engagement der IG Schlachthof Kulturzentrum zu vernehmen sind.

 

Der Gemeinderat lässt weiter verlauten, man stehe einer «mietweisen und selbsttragenden Nutzung von bestimmten freiwerdenden Lokalen oder Flächen des Schlachthofareals für kulturelle Zwecke positiv gegenüber». Konkret heisst das: Die IG Schlachthof Kulturzentrum bezahlt für Raum No 1 aktuell der Stadt Biel monatlich einen Mietzins von CHF 475.—

Ein stolzer Preis, wie der Vergleich mit vergleichbaren Raumangeboten (rund 60 Quadratmeter in Altbau, ohne Heizung und Tageslicht) zeigt. Im krassen Gegensatz dazu stehen die äusserst günstigen Preise, welche die Occasion-Händler für ihre Parkflächen bezahlen: Auf dem Schlachthofareal bezahlen sie wesentlich weniger als auf einem Areal in Lyss, das sie zuvor gemietet hatten...

 

Doch damit nicht genug: Im stark verkürzten Text auf der Website der Stadt fehlt der eigentliche Sprengstoff der gemeinderätlichen Antwort:

«Ein längerfristiger Erhalt der Gebäude auf dem Schlachthofareal ist aus ökonomischen Gründen auszuschliessen», steht Schwarz auf Weiss im von Stadtpräsident Erich Fehr und Stadtschreiberin Barbara Labbé unterschriebenen Antwortschreiben, das wir per Post erhalten haben. Und weiter: «Die notwendigen Investitionen in den Erhalt und die Anpassung der Gebäude an die heutigen Anforderungen, insbesondere auch an energetische Standards, würden den Nutzwert um ein Vielfaches übersteigen. Die Grundrisse und die Konzeption entsprechen immer noch der damaligen Nutzung als Schlachthof und müssten für neue Bedürfnisse ebenfalls angepasst werden.»

Mit anderen Worten: Der Gemeinderat erteilt unserer Initiative eine klare Absage und will das Schlachthofareal kurzerhand plattmachen! Dies, obschon auch den Stadtoberen bekannt sein dürfte, dass aktuell ein Verfahren läuft, um das historische Ensemble unter Denkmalschutz zu stellen – weil es sowohl baugeschichtlich wie von der Lage her ein Kleinod ist, das es zu erhalten gilt. Es darf nicht sein, dass dem westastbefreiten historischen Areal nun doch noch der Abrisshammer droht!

Das überwältigende Interesse der Bevölkerung an den Veranstaltungen und Events auf dem Schlachthofareal zeigt das grosse Bedürfnis und Potenzial für ein Begegnungs- und Kulturzentrum im Herzen der Städte Biel und Nidau, in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof.

Der Gemeinderat fantasiert in seiner Petitionsantwort, «das Areal des alten Schlachthofs liegt am Rande des Stadtgebietes» – was nun wirklich völliger Nonsens ist, das weiss er wohl selber. Denn gerade die Lage des Schlachthof-Areals im Kerngebiet Biel/Nidau dürfte die Stadtregierenden dazu bewogen haben, von einer maximal profitablen Überbauung zu träumen. Die Investoren stehen schon in den Startlöchern stehen. Die kommen aber nur, wenn die Stadt Biel den Weg frei macht, indem sie den Schlachthof zur Gänze kaputtschlägt.

Soweit darf es nicht kommen! Gelungene Beispiele auf der ganzen Welt – von Palma di Mallorca über La Chaux-de-Fonds, Kassel oder Rom zeigen, dass sich ehemalige Schlachtareale bestens für eine Umnutzung eignen – und dadurch gleichzeitig das historische Erbe gesichert, sowie die Bedürfnisse einer breiten Bevölkerung abgedeckt werden können.

Wir bleiben dran und kämpfen für den Erhalt und die Umgestaltung «unseres Schlachthofs»! – Mobimo bau anderswo!

 


 

 

 

HEUTE BESTELLEN – MORGEN GENIESSEN!

Aline Burrens Feuerküche – jeden Freitag auf dem Schlachthofareal!

Daten siehe: waldmeisterin.ch

 

  

FRISCH AUFGEDECKT!

  Alles neu, macht der Mai – und über das Schlachthofareal werden köstliche Düfte wehen... In den kommenden vier Wochen lädt nämlich Waldmeisterin Aline jeden Mittwoch zu einem einmaligen Zmittag-Erlebnis aufs Schlachthofareal:

Im Lauf des Vormittags wird sie vor dem Raum No 1 ihre mobile Feuerküche aufbauen. Über dem Feuer bereitet sie dann aus saisonalem Gemüse aus der Region einen Eintopf vor – inspiriert durch das jeweilige Angebot, vegan und immer wieder anders. Dazu gibt es Crackers mit einem Pesto aus Wildpflanzen, die Aline selber in Wald und Feld sammelt – und von denen einige als Geschmackverstärkerinnen auch in den Kochtopf wandern. Ab 12.15 wird dann angerichtet: Am besten bringen die Gäste ihren Teller und das Besteck gleich selber mit. Fixe Preise gibt es nicht – jeder und jede kann selber bestimmen, was er oder sie bezahlen will oder kann. 

Eine Anmeldung am Vorabend ist empfehlenswert, um sich seine Portion zu sichern.* «Essbare Wildkräuter und Heilpflanzen sind meine Leidenschaft», sagt Aline. Genauso wie das Feuer, auf dem sie ihre Mahlzeiten kocht. Mit ihren Kochkünsten möchte sie nicht nur kulinarisch erfreuen, sondern gleichzeitig eine Brücke bauen zwischen den Menschen und der Umwelt. Seit rund einem Jahr baut Aline ihre Mobile Feuerstelle immer wieder an anderen Orten auf und bewirtet regelmässig Gäste auf der Gurzelen oder an verschiedenen Anlässen – wie etwa auch anlässlich des Terre-Vision-Auftakts auf dem Schlachthof Anfang April.

Und nun also der «Eröffnungsmonat» auf dem Schlachthof. «Das Schlachthofareal ist ein Ort, wo Neues entsteht, viel Kreativität möglich ist» schwärmt Aline. Mit ihrem Mittwochs-Angebot fügt sie nun selber einen grossen Mosaikstein zum Begegnungs- und Kulturzentrum auf dem Schalchthofareal bei. «Mit meiner Feuerküche möchte ich den Menschen die Natur näherbringen, indem ich immer wieder andere essbare Wildkräuter vorstelle», sagt sie und ergänzt: «Beim Mittagessen am Feuer entsteht eine schöne Atmosphäre – es ist ein kleines Zeitfenster für die Natur, ein Moment des Innehaltens – bevor man dann wieder in den Alltag zurückkehrt.» * Anmeldung möglichst bis am Vorabend, direkt bei Aline per Mail: aline@waldmeisterin.ch oder unter der Nr. 077 405 09 80.

Also: Freitags  ab 12.15 auf dem Schlachthofareal.

Weitere Infos über Aline, die Waldmeisterin und ihre Angebote: https://waldmeisterin.ch/  


 

 

  

SUPERPOWER AUF DEM SCHLACHTHOF

Alles begann mit einem Anruf Anfang März: Robert Criblez, Lehrer für Bildnerisches Gestalten am Gymnase Français fragte, ob es möglich wäre, Ende April die diesjährige Ausstellung der Abschlussarbeiten seiner Schülerinnen und Schüler auf dem Schlachthofareal durchzuführen…

Seine Idee begeisterte uns – wir mussten nicht lange überlegen: «Unser» Raum No 1 stand zur Verfügung, er ist prädestiniert für Kunstausstellungen! Allerdings reichten die rund 60 Quadratmeter der ehemaligen Schlachthofkantine niemals, um über 70 Werke auszustellen… Deshalb war von Anfang an klar: Es braucht weitere Ausstellungsräume.

Natürlich dachten wir sofort an die imposante Baronello-Halle, die sich anlässlich der Architekturausstellung im Herbst bereits bewährt hatte... Auch diesmal erklärte sich Stefano Catanese ohne Zögern bereit, das Projekt zu unterstützen – ein Glücksfall für die dort präsentierten Kunstwerke! – Und auch Chrigel Ryter öffnete einmal mehr sein Atelier, wo ein Ensemble aus wunderbaren Gipsfiguren seinen idealen Ausstellungsraum fand…

Baronello-Halle

 

Raum No 1

 

Atelier Ryter

 

Bis es soweit war, gab es allerdings einiges zu tun. Vor allem für die Gymnasiast:innen: Zehn Wochen hatten sie Zeit, um ihre Schlussarbeit selbstständig zu entwickeln und umzusetzen. Das Motto lautete «Superpower» – herausgekommen ist dabei eine vielfältige Palette kraftvoller Arbeiten…

In einer konzentrierten Aktion verwandelten sie das Schlachthofareal in eine Kunstgalerie. Als gegen 17 Uhr die ersten Besucher:innen eintrafen, atmete Robert Criblez tief durch: Geschafft!

Einmal mehr begeistere das Schlachthofareal mit seiner besonderen Atmosphäre – viele, die das erste Mal hier waren, zeigten sich sehr angetan. Einziger Wehrmutstropfen waren – einmal mehr – die vielen Autos, zwischen denen sich die Besucher:innen im Innenhof durchschlängeln mussten.

Immerhin: Die «Cave des Gourmets» stellte ihre Parkplätze für Festtische und Bänke zur Verfügung, die die Besucher:innen zum Verweilen einluden. Sami sorgte mit seinem exquisiten Catering für die kulinarische Bereicherung des Anlasses, und zum Dessert verkauften Schülerinnen und Schüler selber gemachte süsse Verführungen…

 

Ein Superpower-Event!

Danke Gymnase Français – und gerne auf ein ander Mal!

 

KULTURPARKPLATZ NR. 3

FRONTEX selektiert, weist ab und tötet...

Die Installation zur eidgenössischen Abstimmung vom 15. Mai 2022 – auf dem Kulturparkplatz 3 – Schlachthofareal 

 

 

 

 


 

  

DIE VILLA MIT DEM ERKER

Der hellgrüne Sockel und die in gleicher Farbe gestrichene Holzwand leuchten von weitem. Sie bilden einen auffälligen Kontrast zu den dunkelgrünen Fensterläden und dem übrigen Erscheinungsbild des mehr als hundertjährigen Gebäudes im Heimatstil. Die markante Villa mit dem eindrücklichen Walmdach ist Teil des Schlachthaus-Ensembles.

Es wurde 1916 – mitten im ersten Weltkrieg – im Rahmen der zweiten grossen Schlachthof-Erweiterung als «Bureaugebäude mit Verwalterwohnung» gebaut – und als solches auch während Jahrzehnten genutzt. Die massive Holzwand ist neueren Datums. Sie schirmt die Westfassade des Hauses gegen die Salzhausstrasse und das Schlachthofareal ab. Eine metallene Eingangsschleuse mit Drehkreuzen versperrt den Zugang für Unberechtigte.

Der Zutritt in den Innenhof ist nur mit einem Badge möglich. Von dort dringen nur vereinzelt Stimmen nach draussen, ein feiner Rauch steigt auf. Er stammt von einem Feuer, das an diesem Spätnachmittag im Januar den Anwesenden im Hof etwas Wärme spendet. Wer hier an der Murtenstrasse 68 ein- und ausgeht, ist auf Diskretion angewiesen und weiss die gebotene Anonymität zu schätzen:

 
Fotograf, Grabenstrasse 21, CH - 3052 Zollikofen, ++41 78 834 05 64, info@fotografie-bern.ch, www.fotografie-bern.ch

Seit 2015 ist in der Schlachthofvilla die Anlaufstelle von «CONTACT Stiftung für Suchthilfe» untergebracht. «Wir bieten Raum für Menschen aus dem Raum Biel, Seeland und Berner Jura, die illegale Substanzen konsumieren – vor allem Kokain und Heroin», sagt Marc Hämmerli, seit 2016 Leiter des zehnköpfigen Betreuungsteams. «Wir stellen diesen Menschen einen Ort zur Verfügung, wo sie sich aufhalten können und – was ganz zentral ist:

Hier haben sie einen Raum, um ihre selbst mitgebrachten Opiate unter Aufsicht zu konsumieren», fährt Marc Hämmerli fort. «Dabei geht es um klassische Schadensminderung: Indem wir diesen Menschen, die oft auch soziale und gesundheitliche Probleme haben, einen Raum und Begleitung bieten, minimieren wir die Risiken, die für sie mit dem Drogenkonsum verbunden sind. Gleichzeitig leisten wir einen Dienst für die Öffentlichkeit: Dank der überwachten Konsumräume wird heute viel weniger auf der Strasse oder in Parks konsumiert.»  

 

 

WEITERLESEN

 

 

 


 

 

  

DAS JUBILÄUMSJAHR

Schon Mitte Februar und frühlingshafte Temperaturen… Höchste Zeit, dass auch der Schlachthof aus dem Winterschlaf erwacht! Zumal Hoffnung besteht, dass Konzerte und andere Veranstaltungen bald wieder ohne Corona-Hürden geplant und auch durchgeführt werden können. Darauf freuen wir uns sehr!

Erste Veranstaltungen sind schon angedacht: Die IG Schlachthof Kulturzentrum hat einiges in der Pipeline, wie etwa die definitive Rückkehr der Stierbüste an ihren angestammten Platz und ein Jubiläumsfest im Herbst. Darüber hinaus: Konzerte, Parkplatz-Kulturanlässe, Tauschbörsen, kulinarische Höhepunkte…

Gleichzeitig freut sich die IG insbesondere auch über Inputs und Initiativen von Menschen, die im Raum Nr. 1 oder sonst auf dem Areal etwas auf die Beine stellen wollen.

Und dann wäre da noch das erwähnte Jubiläum: Im Oktober sind es genau 30 Jahre seit der Schlachtbetrieb in Biel eingestellt wurde. Für uns sowohl Anlass für festliche Aktivitäten (Infos folgen demnächst) wie auch für die Präsentationen von Erinnerungen in Wort und Bild aus der Geschichte des Bieler Schlachthofs.

Dafür recherchieren wir aktuell und holen Informationen und Dokumente ans Tageslicht, die während Jahrzehnten in Archiven schlummerten. Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten regelmässig darüber berichten.

Ebenso wichtig und lebendiger als Papier, sind Erinnerungen von Menschen, die einst im Schlachthof gearbeitet haben. Von Menschen, die im Quartier wohnen und sich an die Tiere und den Schlachthofgeruch erinnern; Menschen, die berichten können aus der Zeit, als die Schlachthofmetzger zum Znüni die alten Wirtschaft Schönegg gegenüber aufsuchten.

Deshalb heute ein Aufruf: Wir suchen Leute, die etwas zu berichten haben über den Schlachthof und seiner Umgebung: So wie der ehemalige Schlachthofmetzger Jean-Louis Burkhardt dies letztes Jahr bei einem Rundgang über das Areal getan hat.

 

© Heini Stucki/NMB 1992

Vielleicht erkennt ja jemand auf den Bildern, die der Fotograf Heini Stucki kurz vor der Schliessung des Betriebs im Sommer 1992 gemacht hat, einen Freund, eine Bekannte, Verwandte wieder? Oder gar sich selber?

Danke für Hinweise und Informationen – am besten an office@schlachthof-kulturzentrum.ch

Wir würden gerne in den kommenden Wochen mit Personen, die ihre Geschichten zum Schlachthof erzählen mögen, kontaktieren – und sie für ein Gespräch auf dem Schlachthofareal in Raum Nr. 1 (oder anderswo) einladen.

Sollte jemand noch Fotos aus der «aktiven» Zeit des Schlachthofs aufbewahrt haben, wäre es toll, wenn wir einen Blick auf diese werfen könnten. Mit zeitlicher Einordnung und Beschreibung, wenn möglich.

Wir freuen uns auf euch und eure Bilder, eure Geschichten!  

 

© Heini Stucki/NMB 1992

 

 


 

  

WILLKOMMEN AUF DEM SCHLACHTHOF!

Bilder © Samuel Tuor

Erfolgreicher Start von Raum N°1 am letzten Samstag: Über 50 Besucher:innen folgten der Einladung zur Einweihung des neuen Kultur- und Begegnungsorts an der Murtenstrasse 70. Als die Dämmerung hereinbrach, gab es gar eine sensationelle Enthüllung: Mehr als zwanzig Jahre nach seinem Verschwinden ist der Stierenkopf – das Wahrzeichen des historischen Schlachtgebäudes aus dem 19. Jahrhundert – zurück!

Zur Feier des Tages verzog sich der Nebel und machte der Sonne Platz, die den Innenhof des Schlachthofareals in gleissendes Licht tauchte. Der Choeur de Biu sorgte mit feinen Klängen für einen stimmungsvollen Auftakt.

 

Anlässlich der Einweihungsfeier vom 18. Dezember öffnete die IG Schlachthof Kulturzentrum erstmals die Türen zu ihrem Raum N°1, den sie seit Mitte November von der Liegenschaftsverwaltung gemietet hat. Nun steht er der Öffentlichkeit zur Verfügung – was aus ihm wird, wie er sich entwickelt, hängt von seinen künftigen Nutzerinnen und Nutzern ab, die ihn mitgestalten werden. Am Samstag haben die ersten bereits ihre Projekte und Ideen präsentiert. Soviel steht fest: Es wird bunt und vielfältig! 

 

Ein Projekt, das zu Biel passe, wie Stadträtin Anna Tanner in ihrer kurzen Einweihungsrede zusammenfasste. Wie bereits auf der Gurzelen, entstehe auch auf dem Schlachthof Neues aus der Bevölkerung. Der Stadt und diesen Initiativen sei zu wünschen, dass sie sich entfalten können, und dass sich noch mehr Menschen dafür engagieren.  

 

Coronabedingt waren die Infotafeln, wo Interessierte ihre Projektideen zu Papier bringen konnten, im Hof unter freiem Himmel aufgestellt. Feuerschalen und das warme Licht der vom Bieler Künstlerduo RITZWIRTH installierten Laternenkette sorgten dafür, dass die Kälte vergessen ging. 

Um 16.30 Uhr war es dann soweit: Die seit Tagen angekündigte grosse Überraschung wurde endlich enthüllt! Weshalb und woher der seit Jahrzehnten vermisste plötzlich aufgetaucht ist und wie es mit ihm weitergehen soll ist im Moment Gegenstand weiterführender Recherchen und Debatten. Mehr dazu demnächst...

Bei Glühwein und Kuchen feierte die Gästeschar die Rückkehr des Ausreissers und die nun wieder intakten Zukunftsperspektiven für den Bieler Schlachthof. Unter ihnen zahlreiche Vertreter:innen des Bieler Kulturschaffens und Finanzdirektorin Silvia Steidle, die gekommen war, um mit den Leuten vom Schlachthofareal und der IG auf Raum N°1 anzustossen.

 


 

Stiergeschichte2
taureau1
cropped-Fassade.png
?
Wandet2.indd
taureau2
Versteckt er sich hier?
image#1
image Kopie
taureau3
taureau4
StierenbriefDef Kopie
DSC3169
previous arrow
next arrow
Shadow

     


 

  

EINE FINANZDIREKTORIN MIT OFFENEM OHR

Auf dem Bieler Schlachthofareal ist in diesem Jahr einiges in Bewegung geraten. Anlässlich eines Besuchs auf dem Gelände verrät Silvia Steidle, Finanzdirektorin der Stadt Biel ,  dass auch sie von einem lebendigen Begegnungsort träumt.

Einst war der Schlachthof der städtischen Polizeidirektion unterstellt, später und bis zur Einstellung des Schlachtbetriebs im Jahr 1992 gehörte er zur Direktion der Gemeindebetriebe. Heute ist Silvia Steidle, die Finanzdirektorin der Stadt Biel, oberste Verwalterin des Schlachthofareals.

Zusammen mit ihrer Gemeinderatskollegin Glenda Gonzalez, Gemeinderätin für Bildung, Kultur und Sport, hat sie die IG Schlachthof Kulturzentrum beim Zustandekommen des Mietvertrags von «Raum 1» unterstützt. Schon seit dem Frühjahr habe sie auf der Website und in den Medien unsere Aktivitäten verfolgt, erzählt Silvia Steidle – selber war sie aber noch nicht oft und schon länger nicht mehr auf dem Areal. Also vereinbaren wir einen Ortstermin.

Es ist kurz nach 16 Uhr, als die Finanzdirektorin aus dem Taxi aussteigt. Der Regen hat auf dem Parkplatz wieder einmal zahlreiche Pfützen hinterlassen, der Sturmwind treibt welkes Laub über den Platz. Wir beginnen unseren Rundgang mit einer Besichtigung von «Raum 1». Danach lädt uns der Autohändler Samir auf einen Kaffee in sein Büro. Auf dem Hof treffen wir die Zeltvermieter Carnals, danach ein Atelierbesuch bei Chrigel, ein Augenschein im Band-Übungsraum bei Dominik Baumgartner und schliesslich steigen wir in die «Cave des Gourmets», wo wir beim Apéro gemeinsam von einem künftigen Kultur- und Begegnungszentrum im ehemaligen Schlachthof träumen....

 

WEITERLESEN

 

   

 


 

  

     

 

 

Montag, 15. November 2021 – ein historischer Moment!

Eine Delegation der IG Schlachthof Kulturzentrum nimmt den Schlüssel für unseren 60 Quadratmeter grossen Raum № 1 in Empfang. Bisher war dessen Tür mit PRIVAT angeschrieben und verschlossen. Das ändert sich nun!

Dann, am 18. Dezember 2021 öffnete Raum N°1 erstmals seine Türen für die Bevölkerung!

 

★ Raum № 1 ist die Keimzelle auf dem Schlachthofareal, ein erster Schritt., ein Möglichkeitsort für tausend und eine Idee, für Kreativität und Begegnung 

★ Raum N°1 soll ein Ort werden, wo Menschen ihre Ideen, Projekte und Visionen umsetzen können. Ob eine einmalige Kleidertauschbörse, eine Kunstvernissage oder ein wöchentliches Angebot für Leute aus dem Quartier… im Raum N°1 ist (fast) alles möglich. Ziel ist, dass die künftigen Nutzer:innen den Raum nach ihren Wünschen und Interessen bespielen und flexibel ausgestalten. 

★ Raum N°1 soll mit möglichst wenig Infrastruktur auskommen und multifunktional genutzt werden. Dadurch wird eine bunte Vielfalt von Nutzungen möglich, für alle Bevölkerungsgruppen und Generationen.

★ Raum N°1 ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Die Bevölkerung kann sowohl an Angeboten teilnehmen wie auch eigene Veranstaltungen umsetzen.

 

Die IG Schlachthof Kulturzentrum übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit, Koordination und Vernetzung. 

Anregungen, Anmeldungen, Inputs und Projektideen am besten direkt per Mail an: raum1shb@gmail.com

 

   

 


 

 

  

BÜCHEREI STATT WURSTEREI

Das neue Kulturangebot im Schlachthof

 

 

 


 

  

ALTES ERHALTEN – NEUES ANSCHIEBEN

 

In seinem Modell hat Nicolas Tschabold die ehemalige Direktionsvilla mit all ihren Feinheiten detailgerecht nachgebildet. Ebenso die alten Schlachthallen von 1885 und das imposante Gebäude entlang der Salzhausstrasse. «Das Bestehende auf diesem Areal ist eindrücklich und interessant – mein Ziel war es, ein Maximum davon zu erhalten», erklärte der Jung-Architekt seine Arbeit anlässlich einer Diskussionsveranstaltung über Zukunftsvisionen für das Bieler Schlachthofareal.

Wie 23 seiner StudienkollegInnen an der Hochschule für Technik und Architektur in Fribourg hat er sich in den letzten Monaten intensiv mit dem Areal befasst: Im Rahmen ihrer Bachelor-Diplomarbeit hatten sie die Aufgabe, auf der rund 8000 Quadratmeter grossen Parzelle eine Baufachschule zu planen. Dabei gingen nicht alle mit der alten Bausubstanz so sorgsam um wie Nicolas: Einige Studierenden machten kurzerhand Tabula Rasa, um das Areal von Grund auf neu zu bebauen.

Am Wochenende vom 2./3. Oktober war eine Auswahl der Bachelor-Arbeiten in der ehemaligen Schlachthalle auf dem Areal ausgestellt. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von den kreativen Lösungen für das Areal und dessen Umgebung, dargestellt mit Visualisierungen und filigran gebauten Modellen.

 

 

Bereits anlässlich der Vernissage vom Samstag drehten sich die Gespräche immer wieder um die Frage: Erhalten, erneuern, abbrechen und ersetzen? Die zahlreichen Gäste aus Fribourg und der Westschweiz, die das Areal zum ersten Mal besuchten, waren allesamt begeistert vom Ort und dessen Charme. – Dies wohl nicht zuletzt auch dank dem von der Fachhochschule offerierten Apéro, geliefert von der bestehenden Gastronomie auf dem Areal: Wein von der Cave des Gourmets und köstliche tamilische Häppchen aus Samis Schlachthofküche. Einmal mehr haben die ansässigen Schlachthöfler Sami, Chrigel, Jacques sowie diesmal insbesondere auch die Firma Baronello, die ihre Räumlichkeiten für den Event zur Verfügung stellte, für ein tolles Gelingen gesorgt. Genauso wie die beiden DJs, die mit ihrem Sound die alten Schlachthallen verwandelten...

 

WEITERLESEN

 

 

 


 

  

CRITICAL MASS ZU GAST

Wie an jedem letzten Freitag im Monat, war auch in Biel am 24. September der Velotross der Critical Mass unterwegs. Erstmals führte die Route vom Joran-Platz durch die Stadt aufs Schlachthofareal. Dort stellten die BesucherInnen ihre Velos entlang dem neuen Zaun ab. Dieser wurde letzte Woche von der Stadt erstellt, um zusätzliche Autoparkflächen einzugrenzen. Rund zehn Parkplätze für Motorfahrzeuge will die Liegenschaftsverwaltung neuerdings auf dem Feld vermieten. Hätten gestern hundert Velofahrende ihr Fahrzeug dort abgestellt, es hätte immer noch Platz für weitere gegeben…

 

Nach der Fahrt durch die Stadt bewirteten die Schlachthof-Mieter Sami und Chrigel zusammen mit ihren Freunden die Gäste auf dem Schlachthofareal. Saisongerecht schöpften sie köstliche Kürbis- und Gemüsesuppe, dazu ein kühles Bier.

 

 

Doch nicht nur das: Chrigel hatte extra Christian Stauffer von der Velowerkstatt Grüens Huus eingeladen, der mit seinem Notfallkoffer angefahren kam. Schon bevor der Velotross eintraf, zogen sich die beiden Chrigels rote Arbeitsschürzen über. Im Lauf des Abends nahmen sich die beiden Bicycle-Repair-Männer dann aller Velos an, die es nötig hatten – pumpten Pneus und ölten Ketten…

 

Als es langsam Nacht wurde, griff eine Velofahrerin zur Gitarre – ein paar Leute stimmten ein Lied an. Einmal mehr eine wunderbare Stimmung auf dem Schlachthofareal… … und der Wunsch, sowohl von Seiten der GastgeberInnen wie der engagierten Velofahrenden, die Critical Mass möge ihre Route künftig öfters auf den Schlachthof lenken. Für alle, die das alles verpasst haben und gerne bei einem nächsten Mal dabei sein möchten: An Abstellplätzen für Velos mangelt es (vorläufig) nicht – und die IG Schlachthof Kulturzentrum freut sich auf weitere Besuche!  

 

   


   

 

  

DAS URBANOSCOPE –
DER ANDERE BLICK AUF DIE STADT

Am letzten Freitag haben wir auf dem Schlachthof-Areal unseren ersten KULTURPARKPLATZ eingeweiht. Mit einer richtigen Vernissage, eingerahmt von Musik, mit Ansprachen, Weisswein, Bier, Pizza aus dem mobilen Holzofen und köstlichen Samosas.

Die Ansprachen waren kurz, aber prägnant: Annina von der IG Schlachthofareal wies darauf hin, dass die Stadt Biel sämtliche Freiräume auf dem Areal künftig als Parkplätze für motorisierte Stehzeuge, sprich Autos vermieten will. Dagegen wehren wir uns: Wir haben bei der Liegenschaftsverwaltung Interesse am Mieten weiterer Kulturparkplätze angemeldet und eine Petition gestartet...

Das Parkfeld Nummer 3 hingegen haben wir seit dem 1. September ganz offiziell gemietet. Statt ein Motorfahrzeug ragt dort nun das anderswar URBANOSCOPE in die Höhe – die Holzplatten und seine elegante Form bilden einen wunderbaren Kontrast zur Bestückung der übrigen Parkplätze.

Das URBANOSCOPE ist ein ganz spezielles Geschenk ans Schlachthofareal, gestiftet, aufgestellt und präsentiert von Katia Ritz, Florian Hauswirth und Géraldine Heller – dem Team RITZWIRTH, das in den letzten Monaten bereits im Centre Pasquart mit einem noch grösseren Riesenperiskop Furore gemacht hat.

Das URBANOSCOPE auf dem Schlachthof-Kulturparkplatz ist als Periskop konstruiert: Spiegel leiten den Blick optisch durch einen Kanal nach oben – plötzlich präsentiert sich die Umgebung auf eine neue, unerwartete Art und Weise...

RITZWIRTH haben ihr Kunstwerk der Neuentdeckung des Schlachthofs gewidmet. Weil es eine andere Perspektive auf den Schlachthof ermöglicht: aus der Vogelperspektive. «Die BewohnerInnen der Stadt sollen auf diesen besonderen Ort mit seiner speziellen Geschichte aufmerksam gemacht werden. Neue Geschichten und Projekte sollen hier mit Kultur und Menschen entstehen», haben sie im Begleittext geschrieben.

In der Tat: Wer einen Blick auf die Spiegel und durch das Teleskop wagt, entdeckt erstaunliche Bilder. – In den nächsten Tagen und Wochen kann das URBANOSCOPE auf dem Schlachthof weiterhin besichtigt werden... oder besser gesagt, man kann den Schlachthof durch das URBANOSCOPE besichtigen.

Kommt vorbei, es lohnt sich!

Und bei dieser Gelegenheit noch ein grosses MERCI an Géraldine, Katia und Florian!

Zu nächtlicher Stunde gab es am 17. September dann noch eine zweite Premiere auf dem Schlachthof-Areal – dabei zeigte sich, dass der Ort auch eine ausgezeichnete Kulisse für Openair Kinovorstellungen abgibt!

 

 

 


  

KULTURPLATZ STATT PARKPLATZ!

Auf dem Schlachthof-Areal in Biel ist seit dem Sommer einiges in Bewegung geraten: Die Liegenschaftsverwaltung der Stadt, die für die Vermietung und den Unterhalt des Areals zuständig ist, hat den Platz neu vermessen, Steine verschoben – und neue Parkplätze markiert.

Erstmals haben wir davon gehört, als wir uns mit Bewohnerinnen und Bewohnern der Region Anfang August zu Boule&Pastis trafen. Plötzlich war bereits rund ein Drittel des bisherigen Freiraums an einen zweiten Auto-Occasionhändler vermietet.

Auf unsere Anfrage bei der Liegenschaftsverwaltung hiess es, man habe den Auftrag, das Areal «besser» zu bewirtschaften. Sprich: Künftig soll der gesamte Aussenraum um die ehemaligen Schlachthofgebäude als Abstellraum für Motorfahrzeuge genutzt werden.

In den letzten Wochen hat die Stadt deshalb nicht nur neue zusätzliche Parkplätze geschaffen, sondern auch die Parkfelder, die schon vor Jahren gelb nummeriert aber seit langem nicht mehr vermietet worden sind, neu ausgeschrieben. Abgegeben werden die Plätze an Dauermieter, zu einem lächerlichen Dumpingpreis von gerade mal 60 Franken im Monat.

Ein Schock für die langjährigen Mieterinnen und Mieter auf dem Areal. Die beiden Parkplätze vor der Weinhandlung Cave des Gourmets hat die Stadt ruckzuck öffentlich zur Miete ausgeschrieben. Notabene ohne Rücksprache mit den Geschäftsinhabern, die das drohende Unheil erst in letzter Minute noch abwenden und «ihre Parkplätze» zurückmieten konnten. Andernfalls hätten sie ihren Betrieb aufgeben müssen: Sie brauchen logischerweise den Platz vor ihren Degustations- und Lagerräumen für die An- und Auslieferung sowie für Kundinnen und Kunden.

Drohende Verdrängung

Nun muss die Cave des Gourmets für die beiden gelb markierten Plätze vor dem Haus also zusätzlich Miete bezahlen. Schlimmer trifft es den Bildhauer Christian Ryter, vor dessen Atelier das Parkfeld Nr. 8 markiert ist. Seit Jahren nutzten seine Vorgängerin und er diese Fläche als Freiluft-Arbeitsplatz sowie als Abstell- und Lagerraum. Damit soll es nun endgültig vorbei sein: Laut Auskunft bei der Liegenschaftsverwaltung wurde auch dieser Platz als Parkplatz für Dauermieter bestimmt. Wenn er bis am 4. Oktober nicht geräumt ist, droht sie mit kostenpflichtiger Zwangsräumung.

Für den Holzplastiker, der für die Bearbeitung seiner grossen Skulpturen auf den Aussenraum vor seinem Atelier zwingend angewiesen ist, ein Albtraum: «Wenn ich mit Säge und Hobel arbeite, fliegen schnell einmal Späne. Wie soll ich garantieren, dass da keine parkierten Autos zu Schaden kommen?»

 

Um dies zu verhindern, wollte die IG Schlachthof Kulturzentrum Parkplatz Nr. 8 von der Stadt mieten, um ihn künftig als Kulturplatz zu nutzen. – Bei der Liegenschaftsverwaltung zeigt man dafür wenig Verständnis. Im Gegenteil: Im Mietvertrag zu den Aussenabstellplätzen auf dem Schlachthofareal wird als Verwendungszweck ausdrücklich festgehalten: «Abstellplatz für immatrikuliertes und mit Polizeikennzeichen versehenes Motorfahrzeug.»

 

Keine Dumping-Parkplätze!

Sowohl der Zeitpunkt wie das Vorgehen der Stadt sind absolut unverständlich und inakzeptabel: Gerade die letzten Monate haben gezeigt, dass es in der Bevölkerung ein grosses Interesse und viel Enthusiasmus für die langfristige Nutzung des Areals als Kultur- und Begegnungszentrum gibt. Die aktuelle Umfunktionierung des gesamten Areals zu einem Grossparkplatz zielt darauf ab, diese Nutzung zu blockieren.

Mehr noch: Mit der Schaffung von Dumping-Dauerparkplätzen torpediert die Stadt Biel ihre eigene Gesamtmobilitätsstrategie, wonach die Zahl der Oberflächenparkplätze im öffentlichen Raum reduziert werden soll. Zudem unterbietet sie die bestehenden privaten Parking-Angebote in Bahnhofsnähe, die alles andere als ausgelastet sind, massiv. So gibt es etwa im Bahnhofparking mit insgesamt 325 Stellplätzen auch für Dauermieter noch viel Platz, wie uns auf Nachfrage bestätigt wurde. Ein Augenschein zeigt: An einem Werktagvormittag herrscht dort insbesondere im Untergeschoss gähnende Leere. Das Gleiche gilt für das «Park and Rail»-Angebot der SBB, wo nur ein Bruchteil der 140 zur Verfügung stehenden Parkplätze besetzt waren.

 

  

EIN VIELVERSPRECHENDER BEGINN

Sonntag, 8. August 2021 – ein historischer Tag auf dem Schlachthofareal! Nach wochenlangem Sammeln und Sichten von Ideen, Vorschlägen und Visionen für die künftige Nutzung des Schlachthofareals, wurde es endlich konkret: Ab 14 Uhr lud die IG Schlachthof-Kulturzentrum zu Boule & Pastis – dem ersten von ihr initiierten Event...

Am frühen Sonntagnachmittag installierte DJ Jonathan mit seinen FreundInnen sein Mischpult unter einem roten Sonnenschirm, mitten auf dem Platz. Ein paar HelferInnen (und künftige SpielerInnen) markierten drei Pétanquefelder auf dem anspruchsvollen, weil etwas unebenen Boden zwischen den Parkplätzen. Eine besondere Überraschung war der Rivella-Getränkewagen, der seit Jahren – bisher ungenutzt – auf dem Areal steht. Sami, Chrigel und Jacques haben ihn extra für den ersten Kultur-Event auf dem Schlachthofareal auf Vordermann gebracht – inklusive Eismaschine für die Pastis-Bar und Kühlschrank für weitere Getränke...

 
Vor dem Wagen standen ein paar Tische und Bänke sowie der imposante Grill – alles ebenfalls von Chrigel und seinen FreundInnen bereitgestellt!

Als um 14 Uhr die ersten Gäste eintrudelten, brach die Sonne durch die Wolken, Musik lag in der Luft, und Marc hatte sich mit seiner Pastis-Bar im Getränkewagen bereits eingerichtet. Es konnte losgehen!

Bald schon rollten die ersten Kugeln. Im Lauf des Nachmittags kamen immer mehr Spielerinnen und Spieler sowie ZuschauerInnen. Alte Bekannte begrüssten sich, neue Bekanntschaften wurden geschlossen. Auf den Spielfeldern herrschte reges Treiben, heisse Wettkämpfe wurden ausgetragen; am Spielfeldrand wurde geplaudert, diskutiert, debattiert und genetzwerkt...

 

Eine entspannte, gemütliche Atmosphäre lockte zum Verweilen. Die Pastis-Flaschen leerten sich zügig, Spielerinnen und Spieler legten mitgebrachte Köstlichkeiten auf den Grill – beim gemeinsamen Spielen, Reden, Essen und Trinken verflog die Zeit  im Nu. Die Kugeln flogen bis in den Abend – und alle waren sich einig:

Boule & Pastis auf dem Schlachthofareal war ein toller Anfang – es muss weitergehen!

Das Schlachthofareal ist ein wunderbarer Begegnungsort. Es darf nicht sein, dass diese Oase zum Nur-noch-Parkplatz verkommt und vollends von Stehzeugen überstellt wird...

Weitere Events folgen schon bald.

 


  

GROSSES KINO

«Ein lebendiges, polyvalentes Kulturareal zwischen Nidau und Biel», steht auf einem der zahlreichen Wunschzettel, die am Infotag vom 29. Mai im Ideen-Briefkasten landeten. Auf einem anderen schreibt eine Besucherin: «Lebensqualität wird am öffentlichen Raum gemessen und an dessen Vielfältigkeit.»

Die Auswertung des bunten Strausses an Wünschen, Vorschlägen und Visionen, die bisher zusammengekommen sind, macht Freude und zeigt einmal mehr: Das Potenzial des Areals ist riesig. Und an Ideen, wie dieses erhalten, vielfältig genutzt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, mangelt es nicht.

Es gibt auch bereits sehr konkrete, vielversprechende Projekte und Interessenbekundungen. So schrieb uns etwa Marc Hämmerli, Leiter der Drogenanlaufstelle Contact in Biel – nach Rücksprache mit der Geschäftsleitung: «Wir haben in Bezug auf das Schlachthofareal gemeinsame Interessen. Auch für uns ist es erstrebenswert, wenn der Raum genutzt und gleichzeitig erhalten wird. Wir sind daran interessiert, an dem Standort zu bleiben und melden dieses Interesse bei der Stadt an.»

Das Contact ist seit 2015 im ehemaligen Schlachthof-Verwaltungsgebäude an der Murtenstrasse 68 eingemietet. Damals musste man davon ausgehen, dass schon bald wiederum ein neuer Standort gesucht werden müsse. Gross ist deshalb bei den Verantwortlichen die Erleichterung, dass das Contact (hoffentlich!) dort bleiben kann, wo es ist.

Letzten Freitag erreichte uns dann eine weitere, ermutigende Mail, die grosses Kino verspricht: «Das Filmpodium möchte sein offizielles Interesse für eine neue Spielstätte des Filmpodiums in einem künftigen soziokulturellen Rahmen im Schlachthof anmelden. Wir benötigen dafür Platz für ein Kino mit 100 Sitzplätzen entweder in einem der bestehenden Gebäude oder durch Bau eines externen Kubus auf der Freifläche», schreibt Ruth Tennenbaum im Namen des Filmpodium-Vorstands. Sie hatte das Areal, zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern, am Info-Anlass besucht und ist mit uns bereits damals ins Gespräch gekommen.

Denn das Filmpodium sucht seit längerer Zeit nach einer Alternative zum bisherigen Standort. Diese sollte zentraler gelegen und besser zugänglich sein als die aktuelle Spielstätte. Nach Besichtigung des Schlachthofareals steht für den Vorstand fest: Hier wäre der ideale Ort – unter gewissen Voraussetzungen.

Wichtig ist, dass im künftigen Kino auf dem Schlachthofareal die Zugänglichkeit für Menschen mit einer Beeinträchtigung gewährt ist. Zudem braucht es ein geeignetes Umfeld, das künftige Kinobesucherinnen und -besucher anzieht: «Das Kino müsste mit einem Gastronomieangebot (minimal eine Bar) gekoppelt werden und am Standort ein nächtliches Leben ermöglichen. Auch sind wir der Ansicht, dass ein Umzug an diesen sehr spannenden Standort nur Sinn machen kann, wenn es zu einer permanenten Nutzung durch einen Mix von Kultur, Begegnung und Kleinunternehmertum kommt, d.h. die Stadt bereit ist, diesen Standort für einen solchen Zweck eine Entwicklung zuzulassen. Damit das gelingt müssen innovative Projekte einen Mehrwert bieten, der diesen Standort zu etwas Einzigartigem macht.»

Das sehen wir genauso – und freuen uns darauf, mit allen Interessierten an diesem Faden weiterzuspinnen...    

 


  

DIE SCHLACHTHOF-IDEE SPRIESST UND BLÜHT

 

 

Die Info-Veranstaltung auf dem Schlachthof-Areal vom Samstag, 29. Mai 2021, war ein Grosserfolg!

 

Das sonnige Wetter und die Neugier lockten Hunderte von Besucherinnen und Besuchern aus der ganzen Region. Bereits für die erste Führung um 14 Uhr fand sich eine bunte Schar von Interessierten jeden Alters vor dem Eingang des Areals. «Wir sind überwältigt», freut sich Julian Meier von der IG, «das Interesse in der Bevölkerung ist riesig. Mindestens 400 Personen besuchten den Infoanlass».

 

Annina Herzog ergänzt: «Wir wollten der Bevölkerung zeigen, welches Bijou hier schlummert. Viele Leute waren zum ersten Mal auf diesem grossartigen Areal und waren begeistert.»

 

Es gab denn auch viel zu entdecken. Die meisten aktuellen Mieterinnen und Mieter waren vor Ort und gaben gerne Auskunft. Sie freuen sich, dass die Schlachthofgebäude erhalten bleiben und gesichert werden.

Weil die Neugestaltung des Areals gemäss den InitiantInnen auf sanfte Art und Schritt für Schritt erfolgen soll, haben viele von Ihnen bessere Aussichten, auf dem Areal bleiben zu können, als wenn die Stadt an dieser Stelle eine renditeträchtige Hochhausüberbauung bewilligen sollte.

Deshalb öffneten diverse Nutzerinnen und Nutzer im Schlachthofareal ihre Räumlichkeiten: Nebst dem Atelier von Bildhauer Chrigel Ryter und der Cave des Gourmets konnte man auch einen Blick ins historische Hauptgebäude werfen und die ebenfalls historisch anmutenden Installationen für die Energieversorgung besichtigen.

 

 

Die gut besuchten Führungen mündeten in spannende Diskussionen darüber, wie der ehemalige Schlachthof künftig öffentlich und kulturell genutzt werden könnte. Rege nutzten die BesucherInnen die Möglichkeit, ihre Ideen und Visionen auf Video aufzuzeichnen. Viele setzten sich auch an den langen Infotisch, um auf bereitgestellten Zetteln ihre Inputs in ein paar Sätzen zusammenzufassen oder auf einem Plan einzuzeichnen. «Der Briefkasten ist übervoll», freut sich Maria Beglerberovic, ebenfalls aktiv in der IG Schlachthof.

 

  

DAS SCHLACHTHOF – MANIFEST

 

Die IG Schlachthof-Kulturzentrum hat als Vorbereitung für den Infotag vom 29. Mai 2021 unter anderem auch ein Manifest entworfen. Darin fasst sie ihre Ideen, Gedanken und Forderungen für die künftige Entwicklung und Nutzung des Areals zusammen.

 

Das Motto lautet kurz und bündig:

 

  Kultur im Zentrum  

 

  Im Zentrum Kultur  

 

 

 

 


  

HANDLUNGSBEDARF

Entlang der Gurnigelstrasse und im ganzen Quartier bringen verantwortungsvolle Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer ihre Liegenschaften wieder auf Vordermann.  – Ganz anders sieht es jedoch (vorläufig) auf dem Schlachthofareal aus: An allen Ecken und Enden ist zu beobachten, wie der Zahn der Zeit den schützenswerten Gebäuden zusetzt. Zerbrochene Fensterscheiben, Risse in den Wänden, bröckelnder Putz sind die augenfälligen Schäden. Wie es um die Bausubstanz der stattlichen Liegenschaften steht, wäre näher zu untersuchen. Fest steht: Auch hier braucht es dringend Sanierungsarbeiten, um den jahrelangen Verfall zu stoppen und die schützenswerten Gebäude langfristig zu erhalten...

WEITERLESEN 

       


  

ZEITDOKUMENTE VON PHOTOGRAPH HEINI STUCKI

Die Schliessung des Bieler Schlachthofs war längst beschlossene Sache, als Heini Stucki 1992 den Auftrag erhielt, die dortige Arbeitswelt mit seiner Kamera für die Nachwelt festzuhalten. «Das waren interessante Begegnungen, eindrückliche Menschen», erinnert sich der bekannte Bieler Photograph heute.

Rund 40 Abzüge seiner eindrücklichen Zeitdokumente schlummern aktuell im Museumsdepot. Wir haben sie gesichtet und finden: Sie gehören ans Tageslicht! Warum sie nicht bald schon vor Ort ausstellen?

WEITERLESEN UND SCHAUEN

 


  

BLUMEN AUS DEM ASPHALT

Die Idee, den ehemaligen Bieler Schlachthof für die Bevölkerung zu öffnen und ihn in ein lebendiges Zentrum für Stadt und Region zu verwandeln, stösst weitherum auf grosse Resonanz. Kürzlich besuchte die Umweltingenieurin Anna Capol das Areal und liess sich von seiner Weite inspirieren: Ein Botanischer Garten fehle bislang in Biel und im Seeland, meinte sie. Und die Schüss müsste wieder ans Tageslicht geholt werden....

Bild: zVg

Was auf dem Rundgang mit Anna sonst noch alles zur Sprache kam, hier:

WEITERLESEN

 


  

HAT JEMAND «UNORT» GESAGT?

Jahrelang vernachlässigt, dem Zerfall überlassen, schlechtgeredet, als Unort verschrien und gemieden, weil im Bereich einer geplanten Autobahnschneise. Jetzt kann das westastbefreite Areal mit seinen schönen historischen Gebäuden endlich instandgestellt und neu entdeckt werden.

Biels künftiges Kultur- und  Gemeinschaftsbijou – von der Bevölkerung für die Bevölkerung...

Bereits ist einiges in Bewegung gekommen. Die Ideensammlung auf unserer Website wächst, zudem haben Annina Herzog und Julian Meier eine Facebook-Gruppe «Schlachthof Kulturzentrum» gegründet, der sich schon über 100 Interessierte angeschlossen haben.

Sie freuen sich auch über direkte Inputs und Kontakte per Mail:

annina-herzog@gmx.ch

julianmeier24@hotmail.com

Im Bieler Tagblatt vom 26. Februar, das dem Schlachthof, seiner Geschichte und der Vision eines Orts für die Gemeinschaft eine ganze Seite widmet, stellen sie ihren Traum vor – und fordern alle Interessierten dazu auf, mitzugestalten und ihre Ideen einzubringen:


  

Bald wird saniert!
Von Abbruch keine Rede mehr.
Schlachthof unter Denkmalschutz

 

 

MOBIMO – don't touch my Schlachthof!

 


  ➤ 12 Minuten ➤ 12 Inspirationen ➤ und 1 Frust

Ein Schlachthof als künftiges Kreativ- und Kulturzentrum?

Die Idee ist nicht neu. Aber deshalb um keinen Deut schlechter – im Gegenteil.

12 inspirierende Beispiele aus Nah und Fern:

    1. Im alten Schlachthaus Bern wird seit 1982 Theater gespielt.
    2. In Monthey (VS) wurde das ehemalige Schlachthaus 1990 in das schmucke  P’tit théâtre de la Vièze verwandelt.
    3. Die Anciens Abattoirs von Sierre gelten schon seit 1991 als Herzstück der dortigen alternativen Kulturszene.
    4. QG steht für Quartier général artistique in La Chaux-de-Fonds. Das Zentrum für zeitgenössische Kunst entfaltet sich seit 2013 in den eindrücklichen Hallen des ehemaligen Schlachthofs von La Chaux de Fonds. Diese wurden Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und stehen seit 1988 unter Denkmalschutz.
    5. 2002 wurde in Laufen das Kulturzentrum alts Schlachthuus eingeweiht, wo heute unter anderem die Musikschule sowie das Kultruforum Laufen untergebracht sind.
    6. In Luzern bespielt der Verein Südpol seit 2008 einen Teil des ehemaligen Schlachthofs an der Arsenalstrasse als Zentrum für alternative Kultur. Im September 2020 sind in direkter Nachbarschaft auf dem «Kampus Südpol» das Luzerner Sinfonie Orchester und die Hochschule Luzern Musik eingezogen.
    7. Die belgische Stadt Namur überführte die Abbatoirs de Bomel in ein Zentrum für Kultur, Kreativität und Bühnenkunst …
    8. Das Kulturzentrum Schlachthof in Kassel blickt bereits auf eine lange und bewegte  Geschichte zurück: Als in den 1970er Jahren eine Gruppe von Akteurinnen und Akteure einen Ort suchte, um ihre Ideen von Selbstbestimmung, Partizipation und kultureller Vielfalt zu verwirklichen, stellte ihnen die Stadt die soeben stillgelegten Schlachthofgebäude zur Verfügung – vorerst provisorisch. In den folgenden Jahren entwickelte sich der ehemalige Schlachthof zu einem einmaligen Kulturzentrum mit einer breiten Palette von Inititativen, Veranstaltungen, aber auch Bildungs- und Beratungseinrichtungen sowie Kinder- und Jugendangeboten…
    9. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs beherbergt der ehemalige Schlachthof Bremen das grösste Kulturzentrum der Stadt. Nebst der Schlachthofkneipe stehen zahlreiche Gebäude wie die alte Kesselhalle oder der Magazinkeller für Veranstaltungen zur Verfügung, es gibt zahlreiche Kulturwerkstätten, eine eigene Zeitung... Unter freiem Himmel beherbergt das Areal unter anderem eine Skateboardanlage sowie im Sommer eine Freilichtbühne für Open-Air-Veranstaltungen.
    10. Die eindrücklichen roten Backsteinbauten der Kulturoase Schlachthof Tübingen beherbergen heute eine Ausstellungshalle, ein Sommernachtskino, eine Disco sowie in der ehemaligen Schlachthof-Gaststätte das Restaurant Africa.
    11. «Ausgeschlachtet» heisst der Verein, der im alten Schlachthof von Karlsruhe seit 2010 den Kreativpark Karlsruhe betreibt.
    12. Ein besonders inspirierender Ort ist die Città dell’Altra Economia am Tiber, mitten in Rom: auf 3'500 Quadratmetern Fläche gedeihen auf dem Areal des ehemaligen Schlachthofs verschiedenste Initiativen und Unternehmen. Allen gemeinsam ist, dass sie Wege suchen und aufzeigen, hin zu einer alternativen, nachhaltigen Wirtschaft…
    13. Die Stadtbehörden von Lugano zerstören ihren alten Schlachthof (das autonome Kulturzentrum «Molino») in einer Nacht-und-Nebel-Aktion.

 

Und was macht die Stadt Biel aus ihrem Schlachthof-Areal?

 

MOBIMO – bau anderswo!