GROS­SES KINO

 

«Ein le­ben­di­ges, po­ly­va­len­tes Kul­tur­are­al zwi­schen Ni­dau und Biel», steht auf ei­nem der zahl­rei­chen Wunsch­zet­tel, die am In­fo­tag vom 29. Mai im Ideen-Brief­kas­ten lan­de­ten. Auf ei­nem an­de­ren schreibt ei­ne Be­su­che­rin: «Le­bens­qua­li­tät wird am öf­fent­li­chen Raum ge­mes­sen und an des­sen Vielfältigkeit.»

Die Aus­wer­tung des bun­ten Straus­ses an Wün­schen, Vor­schlä­gen und Vi­sio­nen, die bis­her zu­sam­men­ge­kom­men sind, macht Freu­de und zeigt ein­mal mehr: Das Po­ten­zi­al des Are­als ist rie­sig. Und an Ideen, wie die­ses er­hal­ten, viel­fäl­tig ge­nutzt und ei­ner brei­ten Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht wer­den kann, man­gelt es nicht.

Es gibt auch be­reits sehr kon­kre­te, viel­ver­spre­chen­de Pro­jek­te und In­ter­es­sen­be­kun­dun­gen. So schrieb uns et­wa Marc Häm­mer­li, Lei­ter der Dro­gen­an­lauf­stel­le Con­ta­ct in Biel – nach Rück­spra­che mit der Ge­schäfts­lei­tung: «Wir ha­ben in Be­zug auf das Schlacht­hof­are­al ge­mein­sa­me In­ter­es­sen. Auch für uns ist es er­stre­bens­wert, wenn der Raum ge­nutzt und gleich­zei­tig er­hal­ten wird. Wir sind dar­an in­ter­es­siert, an dem Stand­ort zu blei­ben und mel­den die­ses In­ter­es­se bei der Stadt an.»

Das Con­ta­ct ist seit 2015 im ehe­ma­li­gen Schlacht­hof-Ver­wal­tungs­ge­bäu­de an der Mur­ten­stras­se 68 ein­ge­mie­tet. Da­mals muss­te man da­von aus­ge­hen, dass schon bald wie­der­um ein neu­er Stand­ort ge­sucht wer­den müs­se. Gross ist des­halb bei den Ver­ant­wort­li­chen die Er­leich­te­rung, dass das Con­ta­ct (hof­fent­lich!) dort blei­ben kann, wo es ist.

Letz­ten Frei­tag er­reich­te uns dann ei­ne wei­te­re, er­mu­ti­gen­de Mail, die gros­ses Ki­no ver­spricht: «Das Film­po­di­um möch­te sein of­fi­zi­el­les In­ter­es­se für ei­ne neue Spiel­stät­te des Film­po­di­ums in ei­nem künf­ti­gen so­zio­kul­tu­rel­len Rah­men im Schlacht­hof an­mel­den. Wir be­nö­ti­gen da­für Platz für ein Ki­no mit 100 Sitz­plät­zen ent­we­der in ei­nem der be­stehen­den Ge­bäu­de oder durch Bau ei­nes ex­ter­nen Ku­bus auf der Frei­flä­che», schreibt Ruth Ten­nen­baum im Na­men des Film­po­di­um-Vor­stands. Sie hat­te das Are­al, zu­sam­men mit wei­te­ren Vor­stands­mit­glie­dern, am In­fo-An­lass be­sucht und ist mit uns be­reits da­mals ins Ge­spräch gekommen.

Denn das Film­po­di­um sucht seit län­ge­rer Zeit nach ei­ner Al­ter­na­ti­ve zum bis­he­ri­gen Stand­ort. Die­se soll­te zen­tra­ler ge­le­gen und bes­ser zu­gäng­lich sein als die ak­tu­el­le Spiel­stät­te. Nach Be­sich­ti­gung des Schlacht­hof­are­als steht für den Vor­stand fest: Hier wä­re der idea­le Ort – un­ter ge­wis­sen Voraussetzungen.

Wich­tig ist, dass im künf­ti­gen Ki­no auf dem Schlacht­hof­are­al die Zu­gäng­lich­keit für Men­schen mit ei­ner Be­ein­träch­ti­gung ge­währt ist. Zu­dem braucht es ein ge­eig­ne­tes Um­feld, das künf­ti­ge Ki­no­be­su­che­rin­nen und ‑be­su­cher an­zieht: «Das Ki­no müss­te mit ei­nem Gas­tro­no­mie­an­ge­bot (mi­ni­mal ei­ne Bar) ge­kop­pelt wer­den und am Stand­ort ein nächt­li­ches Le­ben er­mög­li­chen. Auch sind wir der An­sicht, dass ein Um­zug an die­sen sehr span­nen­den Stand­ort nur Sinn ma­chen kann, wenn es zu ei­ner per­ma­nen­ten Nut­zung durch ei­nen Mix von Kul­tur, Be­geg­nung und Klein­un­ter­neh­mer­tum kommt, d.h. die Stadt be­reit ist, die­sen Stand­ort für ei­nen sol­chen Zweck ei­ne Ent­wick­lung zu­zu­las­sen. Da­mit das ge­lingt müs­sen in­no­va­ti­ve Pro­jek­te ei­nen Mehr­wert bie­ten, der die­sen Stand­ort zu et­was Ein­zig­ar­ti­gem macht.»

Das se­hen wir ge­nau­so – und freu­en uns dar­auf, mit al­len In­ter­es­sier­ten an die­sem Fa­den weiterzuspinnen…

 

 

 


 

 

 

REI­SE IN DIE VERGANGENHEIT

Für die meis­ten Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher ist das Bie­ler Schlacht­hof-Are­al Neu­land. Wer hat es in den letz­ten Jahr­zehn­ten schon ge­wagt ei­nen Fuss auf das als Un­ort ver­bräm­te Ge­län­de zu set­zen? Ein Ort oh­ne Zu­kunft, dem Ab­bruch ge­weiht für ei­ne Au­to­bahn. Das hat sich seit ein paar Mo­na­ten plötz­lich ge­än­dert. Ger­ne lässt man sich heu­te vom un­be­kann­ten Ge­län­de, den alt­ehr­wür­di­gen Ge­bäu­den rund um den In­nen­hof, der gross­zü­gi­gen An­la­ge in­spi­rie­ren und zu Zu­kunfts­vi­sio­nen verleiten.

 

Ganz an­ders Jean-Lou­is Burk­hardt. Für ihn gab es bei sei­nem Be­such an­läss­lich des In­fo-An­las­ses vom 29. Mai auf dem Schlacht­hof­are­al nichts Neu­es zu ent­de­cken. Aus­ser viel­leicht dem trau­ri­gen Zu­stand der Ge­bäu­de, in de­nen er 23 Jah­re lang mit En­ga­ge­ment und Lei­den­schaft sei­nen Be­ruf aus­ge­übt hatte…

 

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DER 2. NEWS­LET­TER IST DA!

Auch die zwei­te Aus­ga­be der  Schlacht­hof-News ent­hält ei­ne Zu­sam­men­fas­sung über al­les, was ak­tu­ell läuft in Sa­chen Schlacht­hof­are­al und IG.…

Mit dem News­let­ter hal­ten wir euch ab so­fort re­gel­mäs­sig auf dem Lau­fen­den dar­über, wie un­se­re ge­mein­sa­me Vi­si­on ei­nes Be­geg­nungs­orts auf dem Are­al des ehe­ma­li­gen Bie­ler Schlacht­hofs For­men an­nimmt. Und na­tür­lich auch über das Ge­sche­hen auf dem Are­al, künf­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen, neue Recherchen…

Wer die Schlacht­hof-News noch nicht er­hal­ten hat, kann sie ab so­fort hier nach­le­sen und abonnieren.

EU­RE RE­AK­TIO­NEN, IN­PUTS UND
VER­BES­SE­RUNGS­VOR­SCHLÄ­GE SIND WILLKOMMEN!

 

 

 


 

 

 

DIE SCHLACHT­HOF-IDEE SPRIESST UND BLÜHT

Die In­fo-Ver­an­stal­tung auf dem Schlacht­hof-Are­al vom Sams­tag, 29. Mai 2021, war ein Grosserfolg!

Das son­ni­ge Wet­ter und die Neu­gier lock­ten Hun­der­te von Be­su­che­rin­nen und Be­su­chern aus der gan­zen Re­gi­on. Be­reits für die ers­te Füh­rung um 14 Uhr fand sich ei­ne bun­te Schar von In­ter­es­sier­ten je­den Al­ters vor dem Ein­gang des Are­als. «Wir sind über­wäl­tigt», freut sich Ju­li­an Mei­er von der IG, «das In­ter­es­se in der Be­völ­ke­rung ist rie­sig. Min­des­tens 400 Per­so­nen be­such­ten den Infoanlass».

An­ni­na Her­zog er­gänzt: «Wir woll­ten der Be­völ­ke­rung zei­gen, wel­ches Bi­jou hier schlum­mert. Vie­le Leu­te wa­ren zum ers­ten Mal auf die­sem gross­ar­ti­gen Are­al und wa­ren begeistert.»

 

Es gab denn auch viel zu ent­de­cken. Die meis­ten ak­tu­el­len Mie­te­rin­nen und Mie­ter wa­ren vor Ort und ga­ben ger­ne Aus­kunft. Sie freu­en sich, dass die Schlacht­hof­ge­bäu­de er­hal­ten blei­ben und ge­si­chert werden.

Weil die Neu­ge­stal­tung des Are­als ge­mäss den In­iti­an­tIn­nen auf sanf­te Art und Schritt für Schritt er­fol­gen soll, ha­ben vie­le von Ih­nen bes­se­re Aus­sich­ten, auf dem Are­al blei­ben zu kön­nen, als wenn die Stadt an die­ser Stel­le ei­ne ren­di­te­träch­ti­ge Hoch­h­aus­über­bau­ung be­wil­li­gen sollte.

Des­halb öff­ne­ten di­ver­se Nut­ze­rin­nen und Nut­zer im Schlacht­hof­are­al ih­re Räum­lich­kei­ten: Nebst dem Ate­lier von Bild­hau­er Chr­igel Ry­ter und der Ca­ve des Gour­mets konn­te man auch ei­nen Blick ins his­to­ri­sche Haupt­ge­bäu­de wer­fen und die eben­falls his­to­risch an­mu­ten­den In­stal­la­tio­nen für die En­er­gie­ver­sor­gung besichtigen.

 

Die gut be­such­ten Füh­run­gen mün­de­ten in span­nen­de Dis­kus­sio­nen dar­über, wie der ehe­ma­li­ge Schlacht­hof künf­tig öf­fent­lich und kul­tu­rell ge­nutzt wer­den könn­te. Re­ge nutz­ten die Be­su­che­rIn­nen die Mög­lich­keit, ih­re Ideen und Vi­sio­nen auf Vi­deo auf­zu­zeich­nen. Vie­le setz­ten sich auch an den lan­gen In­fo­tisch, um auf be­reit­ge­stell­ten Zet­teln ih­re In­puts in ein paar Sät­zen zu­sam­men­zu­fas­sen oder auf ei­nem Plan ein­zu­zeich­nen. «Der Brief­kas­ten ist über­voll», freut sich Ma­ria Beg­ler­ber­ovic, eben­falls ak­tiv in der Interessensgemeinschaft.

 

In ei­nem nächs­ten Schritt wer­den nun all die krea­ti­ven In­puts ge­sich­tet und aus­ge­wer­tet…  Wir sind ge­spannt, was da al­les zu­sam­men­ge­kom­men ist!

 

 

 

 

 


 

 

 

DAS SCHLACHT­HOF – MANIFEST

Die IG Schlacht­hof-Kul­tur­zen­trum hat als Vor­be­rei­tung für den In­fo­tag vom 29. Mai 2021 un­ter an­de­rem auch ein Ma­ni­fest ent­wor­fen. Dar­in fasst sie ih­re Ideen, Ge­dan­ken und For­de­run­gen für die künf­ti­ge Ent­wick­lung und Nut­zung des Are­als zusammen.

Das Mot­to lau­tet kurz und bündig:

 

 

 

 Kul­tur im Zen­trum – Im Zen­trum Kultur 

 

 

 

 

 


 

 

 

LU­GA­NO:
STADT­RE­GIE­RUNG ZER­STÖRT KULTURZENTRUM

Ein selbst­ver­wal­te­tes Kul­tur- und Be­geg­nungs­zen­trum auf dem Are­al des al­ten Schlacht­hofs – die Vi­si­on, die in Biel im­mer mehr Leu­te be­geis­tert, war in Lu­ga­no seit 2002 be­reits Rea­li­tät: «Das «Mo­li­no» war so et­was wie das au­to­no­me Herz des Tes­sins, ein Ort für Kon­zer­te, Fil­me und Dis­kus­sio­nen, für al­ter­na­ti­ve Kul­tur, die sich der Pro­fit­lo­gik ent­zieht», schreibt die WOZ über das Cen­tro So­cia­le Au­to­ge­sti­to auf dem «Ex-Macel­lo» in Lugano.

© Mar­ko Miladinovic

Die­se ge­leb­te Uto­pie ist Ge­schich­te… In der Nacht vom 29. Mai liess die Luga­ne­ser Stadt­re­gie­rung das selbst­ver­wal­te­te Kul­tur­zen­trum räu­men und in ei­ner Nacht- und Ne­bel­ak­ti­on auch gleich ei­nen Teil der Ge­bäu­de ab­reis­sen. Just an dem Tag no­ta­be­ne, als auf dem Bie­ler Schlacht­hof-Are­al die Be­völ­ke­rung in hoff­nungs­vol­ler Auf­bruch­stim­mung das Po­ten­zi­al «ih­res Schlacht­hofs» auslotete…

 

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LA CA­VE DES GOURMETS

 

 

Im In­nen­hof, gleich ge­gen­über der ehe­ma­li­gen Schlacht­hal­le, geht’s ein paar Trep­pen­stu­fen hin­un­ter ins Sous­sol. Dort, hin­ter ei­ner mas­si­ven Holz­tür ver­bor­gen, be­fin­det sich ein Bi­jou, das man hier, im ehe­ma­li­gen Schlacht­hof, zu­al­ler­letzt er­war­ten würde…

«Die Leu­te re­agie­ren über­rascht, wenn sie zum ers­ten Mal zu uns kom­men. Dann tönt es im­mer wie­der ahhh und ohhh…», la­chen Yann Jauss und Ni­co­las De Nis­co. Sie sind die Be­trei­ber oder viel­mehr die Gast­ge­ber in der Ca­ve des Gour­mets. Ein Wein­kel­ler, der zum Ver­wei­len und De­gus­tie­ren einlädt.

 

 

 

 

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VOM SCHLACHT­HOF ZUM ZELTLAGER

 

Do­ris Car­nal dreht den Schlüs­sel und schiebt das me­tal­le­ne Ein­gangs­tor auf.

Die Wän­de der als La­ger ge­nutz­ten eins­ti­gen Schlacht­hal­le sind weiss ge­ka­chelt, der Bo­den aus mas­si­ven Be­ton­plat­ten. «Hier im Ein­gangs­be­reich war die Pfer­de-Not­schlach­tung», er­zählt Fré­dé­ric Car­nal. Ein paar Schrit­te wei­ter öff­net er die Tür zu ei­nem dunk­len Ne­ben­raum und macht das Licht an. Re­ga­le, voll­ge­stopft mit Bla­chen, Werk­zeu­gen und Ver­brauchs­ma­te­ri­al, bunt ge­mischt. Nur das Ehe­paar Car­nal weiss, was wo zu fin­den ist.

Seit bald dreis­sig Jah­ren ver­mie­ten Do­ris und Fré­dé­ric Car­nal Fest­zel­te und Event­ma­te­ri­al. Fast ge­nau­so lang la­gern sie ihr Ma­te­ri­al, wenn es nicht ge­ra­de im Ein­satz ist, in den ehe­ma­li­gen Schlacht- und Kühlhallen…

 

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AS­TRO­NAU­TEN IM ANFLUG

 

 

 

Vor dem nied­ri­gen Ge­bäu­de mit Flach­dach sta­peln sich im­po­san­te Baum­stäm­me. Man­che noch im Roh­zu­stand, die zer­furch­te Rin­de mit Moos be­wach­sen. An­de­re sind ge­schält, be­schnit­ten. Aus ei­nem Baum­strunk wächst schein­bar ein Blu­men­topf – das kann sich un­ter den Hän­den von Chris­ti­an Ry­ter schon mor­gen wie­der ändern…

 

 

 

 

 

 

Bald sind es drei Jah­re, dass der Künst­ler sein Ate­lier in den Räum­lich­kei­ten der ehe­ma­li­gen Schwei­ne-Zer­le­ge­rei und dem Kes­sel­haus ein­ge­rich­tet hat. Er hat es noch kei­ne Se­kun­de bereut…

 

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BEAR­NOI­SE
DIE KUL­TU­REL­LE KEIMZELLE

In­si­der wis­sen: Die Kul­tur hat sich im ehe­ma­li­gen Bie­ler Schlacht­hof längst ein­ge­nis­tet. In der Sze­ne heisst der an­ge­sag­te Ort hier «La Trap».

Die Sze­ne, das sind Ju­gend­li­che aus Biel und der gan­zen Re­gi­on, die in Vor-Co­ro­na­zei­ten zu­wei­len in Scha­ren hier­her ge­pil­gert sind. Um Mu­sik zu ma­chen und zu hö­ren, um Par­tys zu fei­ern… Da­mit ist es ak­tu­ell na­tür­lich lei­der vor­bei. Wie über­all. Aber die Pro­duk­ti­on von Mu­sik und Vi­de­os geht wei­ter, das plu­ri-kul­tu­rel­le Kol­lek­tiv Ber­noi­se lebt, sei­ne Pro­mo­to­ren sind vol­ler Ta­ten­drang und Ideen…

 

 

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HAND­LUNGS­BE­DARF

Ent­lang der Gurn­igel­stras­se und im gan­zen Quar­tier brin­gen ver­ant­wor­tungs­vol­le Haus­be­sit­ze­rin­nen und Haus­be­sit­zer ih­re Lie­gen­schaf­ten wie­der auf Vor­der­mann.  – Ganz an­ders sieht es je­doch (vor­läu­fig) auf dem Schlacht­hof­are­al aus: An al­len Ecken und En­den ist zu be­ob­ach­ten, wie der Zahn der Zeit den schüt­zens­wer­ten Ge­bäu­den zu­setzt. Zer­bro­che­ne Fens­ter­schei­ben, Ris­se in den Wän­den, brö­ckeln­der Putz sind die au­gen­fäl­li­gen Schä­den. Wie es um die Bau­sub­stanz der statt­li­chen Lie­gen­schaf­ten steht, wä­re nä­her zu un­ter­su­chen. Fest steht: Auch hier braucht es drin­gend Sa­nie­rungs­ar­bei­ten, um den jah­re­lan­gen Ver­fall zu stop­pen und die schüt­zens­wer­ten Ge­bäu­de lang­fris­tig zu erhalten…

 

 

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ZEIT­DO­KU­MEN­TE VON PHOTOGRAPH
HEI­NI STUCKI

Die Schlies­sung des Bie­ler Schlacht­hofs war längst be­schlos­se­ne Sa­che, als Hei­ni Stucki 1992 den Auf­trag er­hielt, die dor­ti­ge Ar­beits­welt mit sei­ner Ka­me­ra für die Nach­welt fest­zu­hal­ten. «Das wa­ren in­ter­es­san­te Be­geg­nun­gen, ein­drück­li­che Men­schen», er­in­nert sich der be­kann­te Bie­ler Pho­to­graph heute.

 

Rund 40 Ab­zü­ge sei­ner ein­drück­li­chen Zeit­do­ku­men­te schlum­mern ak­tu­ell im Museumsdepot.
Wir ha­ben sie ge­sich­tet und fin­den: Sie ge­hö­ren ans Tageslicht!
War­um sie nicht bald schon vor Ort ausstellen?

 

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BLU­MEN AUS DEM ASPHALT

Die Idee, den ehe­ma­li­gen Bie­ler Schlacht­hof für die Be­völ­ke­rung zu öff­nen und ihn in ein le­ben­di­ges Zen­trum für Stadt und Re­gi­on zu ver­wan­deln, stösst weit­her­um auf gros­se Re­so­nanz. Kürz­lich be­such­te die Um­welt­in­ge­nieu­rin An­na Ca­pol das Are­al und liess sich von sei­ner Wei­te in­spi­rie­ren: Ein Bo­ta­ni­scher Gar­ten feh­le bis­lang in Biel und im See­land, mein­te sie. Und die Schüss müss­te wie­der ans Ta­ges­licht ge­holt werden.…

Bild: zVg

Was auf dem Rund­gang mit Anna
sonst noch al­les zur Spra­che kam, hier:

 

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HAT JE­MAND «UN­ORT» GESAGT?

 

Jah­re­lang ver­nach­läs­sigt, dem Zer­fall über­las­sen, schlecht­ge­re­det, als Un­ort ver­schrien und ge­mie­den, weil im Be­reich ei­ner ge­plan­ten Au­to­bahn­schnei­se. Jetzt kann das west­astbe­frei­te Are­al mit sei­nen schö­nen his­to­ri­schen Ge­bäu­den end­lich in­stand­ge­stellt und neu ent­deckt werden.

Biels künf­ti­ges Kul­tur- und  Ge­mein­schafts­bi­jou – von der Be­völ­ke­rung für die Bevölkerung…

Be­reits ist ei­ni­ges in Be­we­gung ge­kom­men. Die Ideen­samm­lung auf un­se­rer Web­site wächst, zu­dem ha­ben An­ni­na Her­zog und Ju­li­an Mei­er ei­ne Face­book-Grup­pe «Schlacht­hof Kul­tur­zen­trum» ge­grün­det, der sich schon über 100 In­ter­es­sier­te an­ge­schlos­sen haben.

Sie freu­en sich auch über di­rek­te In­puts und Kon­tak­te per Mail:

 

annina-herzog@gmx.ch

julianmeier24@hotmail.com

 

Im Bie­ler Tag­blatt vom 26. Fe­bru­ar, das dem Schlacht­hof, sei­ner Ge­schich­te und der Vi­si­on ei­nes Orts für die Ge­mein­schaft ei­ne gan­ze Sei­te wid­met, stel­len sie ih­ren Traum vor – und for­dern al­le In­ter­es­sier­ten da­zu auf, mit­zu­ge­stal­ten und ih­re Ideen einzubringen:

 

 

 


 

 

ER­ÖFF­NUNG 1. Mai 2023?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MO­BI­MO – don’t touch my Schlachthof!

 

 

 

 


 

 

➤ 12 Mi­nu­ten ➤ 12 In­spi­ra­tio­nen ➤ und 1 Frust

 

 

 

Ein Schlacht­hof als künf­ti­ges Krea­tiv- und Kulturzentrum? 
Die Idee ist nicht neu. Aber des­halb um kei­nen Deut schlech­ter – im Gegenteil.
12 in­spi­rie­ren­de Bei­spie­le aus Nah und Fern:

 

      1. Im al­ten Schlacht­haus Bern wird seit 1982 Thea­ter gespielt.
      2. In Mon­they (VS) wur­de das ehe­ma­li­ge Schlacht­haus 1990 in das schmu­cke  P’tit thé­ât­re de la Viè­ze verwandelt.
      3. Die An­ci­ens Abat­toirs von Si­erre gel­ten schon seit 1991 als Herz­stück der dor­ti­gen al­ter­na­ti­ven Kulturszene.
      4. QG steht für Quar­tier gé­né­ral ar­tis­tique in La Chaux-de-Fonds. Das Zen­trum für zeit­ge­nös­si­sche Kunst ent­fal­tet sich seit 2013 in den ein­drück­li­chen Hal­len des ehe­ma­li­gen Schlacht­hofs von La Chaux de Fonds. Die­se wur­den An­fang des 20. Jahr­hun­derts ge­baut und ste­hen seit 1988 un­ter Denkmalschutz.
      5. 2002 wur­de in Lau­fen das Kul­tur­zen­trum alts Schlacht­huus ein­ge­weiht, wo heu­te un­ter an­de­rem die Mu­sik­schu­le so­wie das Kult­rufo­rum Lau­fen un­ter­ge­bracht sind.
      6. In Lu­zern be­spielt der Ver­ein Süd­pol seit 2008 ei­nen Teil des ehe­ma­li­gen Schlacht­hofs an der Ar­se­n­alstras­se als Zen­trum für al­ter­na­ti­ve Kul­tur. Im Sep­tem­ber 2020 sind in di­rek­ter Nach­bar­schaft auf dem «Kam­pus Süd­pol» das Lu­zer­ner Sin­fo­nie Or­ches­ter und die Hoch­schu­le Lu­zern Mu­sik eingezogen.
      7. Die bel­gi­sche Stadt Na­mur über­führ­te die Ab­ba­toirs de Bo­mel in ein Zen­trum für Kul­tur, Krea­ti­vi­tät und Bühnenkunst …
      8. Das Kul­tur­zen­trum Schlacht­hof in Kas­sel blickt be­reits auf ei­ne lan­ge und be­weg­te  Ge­schich­te zu­rück: Als in den 1970er Jah­ren ei­ne Grup­pe von Ak­teu­rin­nen und Ak­teu­re ei­nen Ort such­te, um ih­re Ideen von Selbst­be­stim­mung, Par­ti­zi­pa­ti­on und kul­tu­rel­ler Viel­falt zu ver­wirk­li­chen, stell­te ih­nen die Stadt die so­eben still­ge­leg­ten Schlacht­hof­ge­bäu­de zur Ver­fü­gung – vor­erst pro­vi­so­risch. In den fol­gen­den Jah­ren ent­wi­ckel­te sich der ehe­ma­li­ge Schlacht­hof zu ei­nem ein­ma­li­gen Kul­tur­zen­trum mit ei­ner brei­ten Pa­let­te von In­iti­ta­ti­ven, Ver­an­stal­tun­gen, aber auch Bil­dungs- und Be­ra­tungs­ein­rich­tun­gen so­wie Kin­der- und Jugendangeboten…
      9. In un­mit­tel­ba­rer Nä­he des Bahn­hofs be­her­bergt der ehe­ma­li­ge Schlacht­hof Bre­men das gröss­te Kul­tur­zen­trum der Stadt. Nebst der Schlacht­hof­knei­pe ste­hen zahl­rei­che Ge­bäu­de wie die al­te Kes­sel­hal­le oder der Ma­ga­zin­kel­ler für Ver­an­stal­tun­gen zur Ver­fü­gung, es gibt zahl­rei­che Kul­tur­werk­stät­ten, ei­ne ei­ge­ne Zei­tung… Un­ter frei­em Him­mel be­her­bergt das Are­al un­ter an­de­rem ei­ne Skate­board­an­la­ge so­wie im Som­mer ei­ne Frei­licht­büh­ne für Open-Air-Veranstaltungen.
      10. Die ein­drück­li­chen ro­ten Back­stein­bau­ten der Kul­tur­oa­se Schlacht­hof Tü­bin­gen be­her­ber­gen heu­te ei­ne Aus­stel­lungs­hal­le, ein Som­mer­nachts­ki­no, ei­ne Dis­co so­wie in der ehe­ma­li­gen Schlacht­hof-Gast­stät­te das Re­stau­rant Africa.
      11. «Aus­ge­schlach­tet» heisst der Ver­ein, der im al­ten Schlacht­hof von Karls­ru­he seit 2010 den Krea­tiv­park Karls­ru­he betreibt.
      12. Ein be­son­ders in­spi­rie­ren­der Ort ist die Ci­ttà dell’Altra Eco­no­mia am Ti­ber, mit­ten in Rom: auf 3’500 Qua­drat­me­tern Flä­che ge­dei­hen auf dem Are­al des ehe­ma­li­gen Schlacht­hofs ver­schie­dens­te In­itia­ti­ven und Un­ter­neh­men. Al­len ge­mein­sam ist, dass sie We­ge su­chen und auf­zei­gen, hin zu ei­ner al­ter­na­ti­ven, nach­hal­ti­gen Wirtschaft…
      13. Die Stadt­be­hör­den von Lu­ga­no zer­stö­ren ih­ren al­ten Schlacht­hof (das au­to­no­me Kul­tur­zen­trum «Mo­li­no») in ei­ner Nacht-und-Nebel-Aktion.

 

Und was macht die Stadt Biel aus ih­rem Schlachthof-Areal?

 

 

MO­BI­MO – bau anderswo!